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Natalie Hemengül / Aus dem Buch Face Paint von Lisa Eldridge
Ratgeber

3 Gründe, weshalb du dein Make-up hasst

«Zu maskenhaft und überhaupt sieht Schminke an mir schrecklich aus!» Dabei hast du doch alles so gemacht, wie du es auf Social Media gesehen hast. Gib nicht auf. Vermutlich bist du einfach in eine dieser drei Fallen getappt.

1. Du gehst von 0 auf 100

Wer sein Leben lang nur ergonomisch korrekte Turnschuhe getragen hat, wird morgen nicht plötzlich trittsicher in 12-Zentimeter hohen Heels laufen. Ähnlich verhält es sich mit dem Schminken. Wer nie Make-up trägt und dann das volle Programm auffährt, wird sich mit dem Wohlfühlen schwertun.

Besser: Taste dich heran. Beginne mit etwas Mascara. Tusche erst nur die Wimpernspitzen, später die volle Länge. Wenn es dir gefällt, kannst du einen Schritt weitergehen. Vielleicht mit etwas Concealer? Oder Bronzer? Nur nicht zu schnell zu viel wollen.

Es muss nicht immer das volle Programm sein.
Es muss nicht immer das volle Programm sein.
Quelle: Abfotografiert aus dem Buch Makeup Manual von Bobbi Brown.

2. Du kopierst andere

Bezahlte Partnerschaften, Affiliate-Programme, neue «Schönheitsideale» und Kurzform-Formate: Sie alle haben Tutorials, Reviews und gefühlt sogar Gesichter auf Social Media zu einer homogenen, leicht verdaulichen Content-Masse weichgeknetet. Heute gleicht ein Inhalt dem anderen. Was funktioniert, wird kopiert.

Nuancen bleiben auf der Strecke. Gerade die wären aber wichtig, um Gelerntes auf sich selbst zu adaptieren. Stattdessen setzen wir auf Copy Paste und imitieren das Gesehene Schritt für Schritt: Wir platzieren die exakt gleiche Menge vom exakt gleichen Produkt an den exakt gleichen Stellen und wenden die exakt gleichen Techniken an – und sind dann enttäuscht, dass uns der Schuh nicht passt. Doch weshalb drückt er eigentlich, der Make-up-Schuh?

Kameras, studioähnliche Lichtverhältnisse und Weichzeichner «schlucken» Produkt. Wer ein Video dreht, kann deshalb gut doppelt und dreifach so viel Concealer, Foundation oder Puder auftragen, ohne dass es im fertigen Clip nach zu viel aussieht. Hinzu kommt: Wer in Videos klotzt, profitiert vom Schock-Wert. Nach dem Motto: «Uii, nein, die hat jetzt aber krass viel aufgetragen und trotzdem sieht es passabel aus?!»

Du kennst bestimmt auch diese Tutorials, in denen cremige Produkte wie Blush oder Bronzer erst mal grosszügig in Linien, Flächen oder Punkten aufgetragen werden. Verblendet wird erst, wenn alle «Markierungen» sitzen. Das sieht in einem Video toll aus und dient dazu, die Platzierung besser zu visualisieren. Aber kein Profi wird dir zu dieser tückischen Vorgehensweise raten. Erstens landet viel zu viel Produkt in deinem Gesicht, zweitens trocknet die Farbe vorschnell auf deiner Haut. Beides erschwert das Verblenden.

Erst platzieren, dann verblenden. Ideal zum Visualisieren, aber weniger praktisch in der Anwendung.
Erst platzieren, dann verblenden. Ideal zum Visualisieren, aber weniger praktisch in der Anwendung.
Quelle: Instagram @hairmakeupayse, Instagram @neslismakeuphouse

Darüber hinaus solltest du dich stets fragen: Macht die Platzierung, die ich im Video sehe, bei meinen Gesichtszügen überhaupt Sinn? Oder schmeichelt diese Technik wieder nur dem 08/15-Insta-Baddie-Face? Klar, Make-up hat nicht immer den Anspruch, vorteilhaft auszusehen. Aber ich würde behaupten, gefallen sollte es dir schon.

Das waren nur ein paar Beispiele. Social Media ist voller solcher Details, die mit deiner Realität nichts am Hut haben. Da ist es kein Wunder, dass dein Spiegel ein anderes Bild zeichnet als die Sozialen Medien.

Besser: Orientiere dich nicht am erstbesten Influencer-Video. Schau dir Longform-Content von wahren Artistinnen wie Lisa Eldridge an, die täglich mit unterschiedlichen Menschen arbeiten und dir differenziertes Wissen und Kontext liefern können.

3. Du hast deine Produkte noch nicht gefunden

Einfach kaufen, was gerade im Trend liegt? Bei der riesigen Auswahl da draussen verstehe ich den Reiz. Hypes sind wie Leuchttürme. Sie weisen uns den Weg. Doch zwischen den Beauty-Regalen führt dieser gerne auch mal in eine Sackgasse. Make-up ist eben etwas Hochindividuelles und muss nicht nur zu deinen Präferenzen passen, sondern (wenn dir das wichtig ist) auch deinem Hauttyp, -ton und -unterton gerecht werden. Eine subjektive Empfehlung allein ist noch kein Garant dafür, dass du mit einem Produkt glücklich wirst. Du musst es vorher mit deinen Bedürfnissen abgleichen.

Die richtige Foundation zu finden ist gar nicht so einfach.
Die richtige Foundation zu finden ist gar nicht so einfach.
Quelle: Abfotografiert aus dem Buch Make Up – A Masterclass In Beauty von Hannah Martin.

Ich war beispielsweise lange Zeit davon überzeugt, dass mir Lippenstifte nicht stehen. Damals waren warme Nuancen in und ich habe sie – ohne auch nur zwei Hirnzellen zu benutzen – meiner Lieblings-Influencerin nachgekauft. (Fehler Nummer zwei blutet hier irgendwie rein, wie du merkst.) Aufgetragen fühlte ich mich wie ein Clown. Irgendwann begriff ich: Das sind einfach nicht meine Farben. In einem neutralen bis kühlen Spektrum fühle ich mich heute pudelwohl. Musste ich aber erst lernen.

Besser: Der Weg zu einer befriedigenden Make-up-Routine wird mit Fehlkäufen gepflastert sein. Das kannst du ausnutzen, um dich besser kennenzulernen. Ziehe Schlüsse aus deinen Fehlern: Was haben die Produkte gemeinsam, die du nicht mochtest? War es die Farbe? Passte sie nicht zu deinem Hautton? War die Deckkraft zu hoch? Die Formel zu matt? Und so weiter. Mit diesem Wissen kannst du dann adäquat recherchieren oder dich von einem Profi beraten lassen.

Titelbild: Natalie Hemengül / Aus dem Buch Face Paint von Lisa Eldridge

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Als Disney-Fan trage ich nonstop die rosarote Brille, verehre Serien aus den 90ern und zähle Meerjungfrauen zu meiner Religion. Wenn ich mal nicht gerade im Glitzerregen tanze, findet man mich auf Pyjama-Partys oder an meinem Schminktisch. PS: Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse, sondern auch mich. 


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