
An die Kette gelegt: Wenn die Aufhängung selbst zum Design wird
Vergiss den versteckten Nagel in der Wand. Gerade hängen Bilder, Spiegel und Gemälde ganz bewusst sichtbar an Ketten, statt die Befestigung hinter dem Rahmen zu verstecken. Ich zeig dir, woher der Trend kommt und wie du ihn zu Hause nachstellst.
An der Artemest-Ausstellung hab ich etwas gesehen, das mich nicht mehr losgelassen hat: Ein gerahmter Spiegel, der nicht diskret an der Wand hängt, sondern sichtbar an einer Kette vom Vorhang eines Himmelbetts herabbaumelt. Kein versteckter Nagel, kein Loch, sondern eine Kette, die ganz bewusst zur Schau gestellt wird.

Was auf den ersten Blick nach reinem Show-Effekt aussieht, hat System. Ich hab die Idee schon öfter entdeckt, auf Social Media bei Interior-Profi Marco Zamora, in Concept Stores, jetzt eben auch live in Mailand. Sie ist die logische Weiterentwicklung eines Trends, über den ich kürzlich geschrieben habe: Vorhänge als Wandgestaltung. Wenn schon der Vorhang zum sichtbaren Gestaltungselement wird, wieso nicht auch die Aufhängung des Bildes? TikTokerin Taylor Quitara zeigt sogar wie's geht: Bei ihr trennt ein Vorhang den Raum, davor hängt ein Bild an zwei dünnen Metallseilen, sichtbar aufgehängt statt an die Wand genagelt.
Warum das mehr ist als nur ein hübscher Gag
- Praktisch, wenn schon vorhanden: Hast du bereits eine Vorhangstange, ein Himmelbett oder eine Deckenschiene, sparst du dir die Montage eines zusätzlichen Wandhakens fürs Bild.
- Beweglich: Das Bild lässt sich leicht verschieben, drehen oder austauschen.
- Statement statt Kompromiss: Das Hilfsmittel zum Aufhängen wird nicht versteckt, sondern bewusst als Design-Detail inszeniert, sie zieht damit automatisch Blicke auf sich.
- Vielseitig einsetzbar: Die Aufhängung funktioniert in jedem Raum, vom Schlafzimmer bis zum Treppenhaus, unabhängig von Wandbeschaffenheit oder Mietauflagen.
- Als Raumteiler: In Kombination mit einem Vorhang setzt ein an Ketten oder Seilen hängendes Bild wie bei Taylor Quitara eine zusätzliche optische Grenze im Raum.

So holst du dir den Look nach Hause
- Aufhängepunkt finden: Deckenhaken, eine Vorhangschiene oder, wie im Beispiel, die Metallstange eines Himmelbetts eignen sich am besten.
- Kette wählen: Je nach Stil eine grobe Gliederkette für den rustikalen Look oder eine feine Messingkette für mehr Eleganz. Wer es noch schlichter halten möchte, nimmt einen hauchdünnen Nylonfaden oder eine schöne Schnur.
- Bild vorbereiten: Oft gibt's nur eine Öse, was durchaus funktionieren kann. Für mehr Stabilität am Rahmen eine oder zwei Ösen anbringen, an denen die Kette befestigt wird. Bei schweren Rahmen unbedingt auf eine ausreichend belastbare Kette und stabile Ösen achten.
- Höhe austarieren: Das Bild sollte auf Augenhöhe oder leicht darüber enden, so wirkt die Kette als bewusstes Gestaltungselement und nicht wie eine improvisierte Lösung.
- Auch ohne Vorhang: Kein Himmelbett zur Hand? Das Bild funktioniert genauso an einem einzelnen Deckenhaken, direkt vor der Wand. Oder an anderen Stangen, die du vielleicht schon im Raum hast, etwa eine Handtuchstange, eine Garderobenstange oder ein Regalbrett mit Reling.
Nicht nur fürs Schlafzimmer
Was in Mailand am Himmelbett begann, funktioniert genauso gut im Wohnzimmer, Flur oder Treppenhaus. Ein Spiegel an sichtbarer Kette vor einer schlichten Wand, ein kleines Gemälde vor dem Fenster, der Effekt bleibt derselbe: Die Aufhängung wird selbst zum Blickfang.
Traust du dich an den Kettenlook, oder bleibt für dich der versteckte Nagel in der Wand die sicherere Variante?
Mit der Begeisterung eines Cheerleaders feiere ich gutes Design und bringe dir alles näher, was mit Möbeln und Inneneinrichtung zu tun hat. Regelmässig kuratiere ich einfache, aber raffinierte Interior-Entdeckungen, spüre Trends auf und interviewe kreative Köpfe zu ihrer Arbeit.
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