Android 15: Google stellt neue Sicherheitsfunktionen vor
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Android 15: Google stellt neue Sicherheitsfunktionen vor

Jan Johannsen
16-5-2024

Mit der zweiten Beta-Version ergänzt Google Android 15 um mehrere Funktionen, die einen Diebstahl unattraktiver machen sollen und generell deine Daten besser schützen.

So soll das Smartphone mit Android 15 erkennen, wenn es aus der Hand gerissen wird und automatisch Schutzmaßnahmen einleiten. Zusätzlich führt Google einen «Private Space» ein, in dem du besonders sensible Apps extra absichern kannst.

Diebstahl erkennen und Diebesgut unattraktiver machen

Viele der bei Googles Entwicklerkonferenz I/O vorgestellten KI-Funktionen werden früher oder später auch unter Android verfügbar sein. Die Künstliche Intelligenz soll mit Android 15 anhand der Daten der Bewegungssensoren erkennen, wenn ein Smartphone geklaut wird. Das gilt vor allem für den Fall, dass das Handy aus der Hand gerissen wird und der Dieb schnell flüchtet. Dann soll sich das Smartphone automatisch sperren.

Sollte die Diebstahlerkennung nicht anschlagen, weil die Bewegungen zu unauffällig sind, lässt sich das Smartphone über die «Find-my-Device»-Funktion aus der Ferne sperren oder orten. Ist der Standort bekannt, solltest in jeden Fall die Polizei kontaktieren und aus Selbstschutz nicht auf eigene Faust handeln. Es ist zudem möglich, das Telefon aus der Ferne auf die Werkseinstellungen zurückzusetzen, um deine Daten zu löschen und so zu schützen.

Den Diebstahlschutz in Android 15 kannst du auch deaktivieren.
Den Diebstahlschutz in Android 15 kannst du auch deaktivieren.
Quelle: Google

Diebe setzen ihre Beute zwar ebenfalls oft zurück, um sie besser verkaufen zu können. Das wird mit Android 15 aber schwerer. Bei Smartphones und Tablets, die als gestohlen markiert sind, ist selbst nach dem Zurücksetzen auf Werkseinstellungen eine Anmeldung mit dem bisherigen Google-Account nötig, um sie wieder in Betrieb zu nehmen.

Als weitere Sicherheitsmaßnahme kannst du festlegen, dass das Smartphone auch im entsperrten Zustand nach einer weiteren Freigabe verlangt. PIN, Muster oder eine biometrische Bestätigung wären dann zum Beispiel nötig, um Geräte-Ortung abzuschalten oder das Display-Timeout zu verlängern. Auch andere sicherheitsrelevante Einstellungen am Telefon oder im Google-Account müssten so bestätigt werden.

Private Space: Apps doppelt sichern

Mit «Private Space» erhält Android 15 auf Systemebene einen Tresor für sensible Apps. In diesen kannst du zum Beispiel Banking-Apps legen. Für den Zugriff ist eine erneute Verifizierung via Fingerabdruck oder PIN nötig. Vorher sind die entsprechenden Apps gar nicht zu sehen. Ihre Benachrichtigungen erscheinen auch erst, wenn du den Bereich entsperrst.

Den privaten Bereich musst du zusätzlich entsperren.
Den privaten Bereich musst du zusätzlich entsperren.
Quelle: Google

Einige Smartphone-Hersteller bieten in ihren Benutzeroberflächen bereits ähnliche Systeme an. Nun kommt diese Sicherheitsebene als Standard für Android. Damit lassen sich auch Apps absichern, die nicht von sich aus eine weitere Verifizierung verlangen.

Android 15 soll noch effizienter werden

Weitere – vor allem technologische – Änderungen im Hintergrund sollen die Effizienz von Android 15 steigern. Google spricht davon, zum Beispiel den Stromverbrauch beim Start von Apps um 4,56 Prozent zu reduzieren. Beim Neustart soll das System im Durchschnitt 0,8 Sekunden oder 1,5 Prozent schneller starten. Bei der Kamera soll sich die Startzeit im Durchschnitt um 4,48 Prozent verkürzen – und sogar um 6,6 Prozent beim Kaltstart.

Mit «dav1d» zieht ein neuer Software-Decoder in Android 15 ein. Dieser soll bis zu dreimal so leistungsfähig wie der bisher genutzte Decoder «AV1». Mit dem neuen können nun auch einige Einsteiger- und Mittelklassemodelle HD-AV1-Videos abspielen.

Außerdem beginnt Google damit, die Grafikschnittstelle Vulkan um eine neue Ebene namens «Angle». Diese soll 2026 vollständig für Open GL ES zuständig sein.

Multitasking auf großen Bildschirmen und mehr

Für Geräte mit großen Bildschirmen soll Android 15 Multitasking noch angenehmer machen. Dafür lässt Google dich Split-Screen-Kombinationen zweier Apps abspeichern und als Icon auf dem Homescreen ablegen. So kannst du sie mit einem Klick aufrufen.

Split-Screen-Kombinationen kannst du als Icon auf dem Homescreen speichern.
Split-Screen-Kombinationen kannst du als Icon auf dem Homescreen speichern.
Quelle: Google

Ebenso kannst du unter Android 15 wählen, in welcher grammatischen Form dein Gerät dich anspricht: Neutrum, Femininum, Maskulinum oder gar nicht personalisiert. Die Option gab es bisher nur im Französischen und kommt bald für alle Sprachen, die diese Unterscheidung machen.

Du kannst bald wählen, wie Android dich anspricht.
Du kannst bald wählen, wie Android dich anspricht.
Quelle: Google

Alle Neuerungen von Android 15 Beta 2 findest du in diesem Blogpost von Google.

Beta-Version für mehr Geräte verfügbar

Mit der Beta 2 ist Android 15 auch für mehr Smartphones und Tablets jenseits von Googles eigenen Pixel-Geräten verfügbar. Du kannst die Testversion unter anderem auf dem Xiaomi 14, Xiaomi 13T Pro und Xiaomi Pad 6S Pro 12.4, dem Honor Magic6 Pro und Honor Magic V2, dem Nothing Phone (2a), dem Oneplus 12 und Oneplus Open oder dem Lenovo Tab Extreme installieren.

Die Beta 2 von Android 15 steht für ausgewählte Geräte zahlreicher Hersteller zur Verfügung.
Die Beta 2 von Android 15 steht für ausgewählte Geräte zahlreicher Hersteller zur Verfügung.
Quelle: Google

So geht es mit Android 15 weiter

Mit der zweiten Beta sollten alle wichtigen Neuerungen in Android 15 enthalten sein. Im Juni und Juli will Google vor allem an der Stabilität der Software arbeiten. Danach folgt im Spätsommer oder Herbst die Veröffentlichung der finalen Version. Diese passen die Hersteller erfahrungsgemäß allerdings erst in den Monaten danach für ihre Geräte an.

Googles Zeitplan für Android 15.
Googles Zeitplan für Android 15.
Quelle: Google
Titelbild: Jan Johannsen

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Jan Johannsen
Content Development Editor
jan.johannsen@galaxus.de

Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bildund Netzwelt, nun bei Digitec und Galaxus. 


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