
Produkttest
Carrera Hybrid ist das Slotcar der Zukunft
von Ramon Schneider

Carrera baut sein Hybrid-System weiter aus. Ein grosses App-Update bringt computergesteuerte Gegner. Mit «HyperDrive Fury» kommt zudem ein neues Starter-Set auf den Markt.
Dass Carrera die App jetzt so deutlich verbessert, überrascht mich nicht. In meinem Test von Ende 2024 war das bereits ein zentrales Thema. Freies Fahren und Überholen fühlten sich frisch an. Gleichzeitig war klar: Hybrid wird von Updates leben. Ich schrieb damals sogar, dass eine Ghostcar- oder KI-Variante dem System gut tun würde. Genau diesen Schritt geht Carrera jetzt.
Die neuen KI-Gegner sind mehr als ein Komfort-Feature. Laut Carrera halten sie Rennen auch dann spannend, wenn gerade niemand zum Mitspielen vor Ort ist. Sie bringen verschiedene Schwierigkeitsstufen, Charaktere und Fahrstile mit. Das ist für Hybrid wichtig. Bisher funktionierte das System vor allem dann gut, wenn du zu zweit gefahren bist oder dich durch Karriere- und Übungsmodi gearbeitet hast. Jetzt nimmt Carrera das Solo-Spiel ernst.

Spannend sind auch die zwei neuen Fahrmodi. «Arcade» soll direkter und zugänglicher sein. «Simulation» setzt auf längere Bremswege und ein anspruchsvolleres Fahrverhalten. Dazu kommt ein Modus ohne Assistenz. Das passt zur Grundidee von Hybrid. Carrera verkauft nicht einfach eine moderne Rennbahn, sondern ein System zwischen Spielzeug, App und Rennspiel. Genau deshalb sind solche Software-Updates kein Beiwerk, sondern ein Teil des Produkts.

In der aktuellen Mitteilung lässt Carrera einen Punkt offen: Hat das Unternehmen auch die Einstiegshürden der App gesenkt? In meinem Test war der Login-Zwang einer der ersten Frustmomente. Ob sich daran etwas geändert hat, bleibt unklar. Carrera nennt nur ein überarbeitetes Interface, stabilere Firmware und flüssigere Abläufe.
Das neue Set «HyperDrive Fury» wirkt auf mich wie ein kompakterer Einstieg ins System. Es ist kürzer als die frühen Hybrid-Sets «Speedway to Hell» und «Devil Drivers». Beide boten 6,09 Meter Strecke und zwei Porsche 911 GT3 R. «HyperDrive Fury» bleibt mit 4,09 Metern darunter. Dafür bringt das Set mit dem BMW M4 GT3 und dem Ford Mustang GT3 neue Fahrzeuge und mit der Engstelle ein Streckenelement, das direktere Zweikämpfe erzwingen soll.
Ich deute das Set eher als konsequenten Ausbau denn als grossen Neustart. Die neue Strecke bringt frische Taktik. Das Update macht das System im Alltag nützlicher. Mit KI-Gegnern und neuen Fahrmodi macht Carrera Hybrid solo deutlich mehr her. Nimmt Carrera die Software-Pflege ernst, kann das System wachsen. Sonst bleibt es eine gute Idee mit zu viel App-Abhängigkeit.
Ist das Update für dich der entscheidende Schritt für Carrera Hybrid? Oder bleibt das System trotz KI und neuer Modi noch zu ausbaufähig? Schreib deine Einschätzung in die Kommentare.
Bezahlt werde ich dafür, von früh bis spät mit Spielwaren Humbug zu betreiben.
Vom neuen iPhone bis zur Auferstehung der Mode aus den 80er-Jahren. Die Redaktion ordnet ein.
Alle anzeigen