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Meinung

Das Phone (4a) feiert Premiere – und Nothing sich selbst

Nothing enthüllt auf dem Mobile World Congress das neue Phone (4a). Das Unternehmen hat in nur fünf Jahren das Smartphone-Marketing perfektioniert.

Juli 2021: Der schwedisch-chinesische Unternehmer Carl Pei bringt ein Jahr nach seinem Ausstieg bei OnePlus das erste Produkt seiner neuen Firma Nothing auf den Markt. Doch die Kopfhörer Ear (1) sind erst ein Appetithäppchen, um die Techbubble «gluschtig» zu machen.

Schweizer Premiere mit weltweiter Ausstrahlung

Juni 2022: Ein sommerlicher Abend in Basel, dank der Kunstmesse Art ist viel los. Nothing hat zu einer Party geladen. Angekündigt ist das erste Smartphone von Nothing, erwartet hätte ich ein internationales Event mit viel Presse.

Doch schnell merke ich vor Ort: Die Marke hat primär Influencer aus der Design- und Kunstszene eingeladen – dazu eine Handvoll Schweizer Techjournalisten. Und auch sonst ist alles etwas anders, als ich das von Smartphone-Keynotes gewohnt bin.

Mit dieser Party in Basel hat alles angefangen.
Mit dieser Party in Basel hat alles angefangen.

Ich bin etwas zu früh vor Ort und darf schon herumlaufen, während noch aufgebaut wird. Die Partygäste werden eh ganz spät erwartet. Und da liegt es plötzlich auf einem Tisch: das Nothing Phone (1). Das Gerät, über das die Branche seit Wochen spricht, das aber noch niemand gesehen hat. Ich darf es kurz in die Hände nehmen und ausprobieren, bevor es hinter Glas neben der Bühne ausgestellt wird.

Fotos mache ich erst, als das Phone (1) in der Vitrine liegt.
Fotos mache ich erst, als das Phone (1) in der Vitrine liegt.

Kurz darauf trifft Nothing-Gründer Carl Pei ein. Problemlos können wir Journalisten mit ihm ein paar Worte wechseln, bevor das Event losgeht und das erste Smartphone von Nothing erstmals live gezeigt wird. «Nothing reveals Phone 1 design a month early», schreibt The Verge ein paar Stunden später. Mein Text, die Bilder und das Video werden weltweit geteilt und zitiert (und ein paar Mal auch einfach ohne Quellenhinweis genutzt).

Erstmals das erste Smartphone von Nothing sehen – ich war dabei.
Erstmals das erste Smartphone von Nothing sehen – ich war dabei.

Alles ein glücklicher Zufall eines noch unerfahrenen Unternehmens? Keineswegs. Nothing spielt von Anfang an die gesamte Marketing-Klaviatur. Wochen vor dem Produktlaunch leakt Carl Pei selbst einzelne Features. Danach zeigt der Hersteller, als Überraschung, die ersten Bilder des Geräts. Schliesslich werden alle Details enthüllt und das Gadget kommt in den Verkauf.

So sieht das Phone (4a) aus

Februar 2026: Auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona lädt Nothing zur Premiere des neuen Phone (4a). In den vergangenen Wochen hat der Hersteller bereits viele Details dazu verraten: ein erstes Bild des Geräts genauso wie Details zum neuen Glyph Interface. Das sind die LEDs auf der Rückseite des Smartphones, die seit dem Phone (1) zusammen mit der transparenten Optik zum ikonischen Design von Nothing gehören.

Das Phone (4a) kommt in einem dezenten Rosa.
Das Phone (4a) kommt in einem dezenten Rosa.

Kurz vor dem MWC werden dann weitere Details gezeigt, beispielsweise eine neue Farbe. Das Phone (4a) ist nicht nur in Schwarz und Weiss erhältlich, sondern auch in einem dezenten Rosa.

Am ersten Tag der Techmesse ist dann die offizielle Premiere. Der Stand ist in einen Überseecontainer eingebaut. Nach der Öffnung drängen sich rund zweihundert Journalistinnen und Techblogger um die kleinen Vitrinen. Zur Überraschung aller ist da eine weitere Farbe zu sehen: Neben Weiss, Schwarz und Pinkist das Nothing (4a) auch in einem knalligen Blau erhältlich.

Viele Journalistinnen und Blogger, wenig Ausstellungsstücke.
Viele Journalistinnen und Blogger, wenig Ausstellungsstücke.

Wer clever ist, geht am Abend an die Nothing-Party in den Hafen von Barcelona. Dort kann ich die Geräte auch in die Hand nehmen und in aller Ruhe fotografieren. Die restlichen Gäste interessieren sich eher für Häppchen und Champagner. Ein bisschen Start-up-Charme hat sich Nothing trotz routiniertem Marketing behalten. Ein Teil der Smartphones lässt sich einschalten. Dabei darf nur über das Gehäusedesign berichtet werden. Die detaillierten Specs und die Tests werden erst in ein paar Tagen veröffentlicht.

Am Abend kann ich dann die neuen Modelle gar in die Hand nehmen – beispielsweise im neuen, blauen Gewand.
Am Abend kann ich dann die neuen Modelle gar in die Hand nehmen – beispielsweise im neuen, blauen Gewand.

Das Phone (4a) ist wirklich schön geworden und erinnert an das erste Smartphone von Nothing. Weniger verschnörkelt als die Modelle dazwischen, eine Rückkehr zu klaren Linien. Der transparente Look steht wieder im Vordergrund, der suggeriert, dass ich ins Innere des Gerätes schauen kann. Eine sorgsame Inszenierung – genauso wie Nothings Marketing.

Nicht nur Aufregung, auch aufregend

Andere Brands kündigen Mittelklassegeräte einfach per Pressemitteilung an – und stellen sie dann in die Geschäfte. Nothing inszeniert jedes Produkt als Highlight. Zumindest beim Design spielen sie jeweils auch in einer anderen Liga als Samsung, Google, Xiaomi und Co. Was vor wenigen Jahren noch eine Skurrilität war, ist heute ein fixer Bestandteil der Branche. Nothing hat es innert kurzer Zeit geschafft, vom Start-up zu einem ernst zu nehmenden Player zu werden.

Und das nicht nur wegen des cleveren Marketings, das sich langsam bis zum Marktstart eines neuen Produkts aufbaut, sondern weil Nothing eben auch immer wieder mit Designs und Ideen überrascht.

Dazu kommt eine gute Portion wohldosierter Ehrlichkeit. Nothing-CEO Carl Pei nutzt vor allem den Youtube-Kanal des Unternehmens, um auch einmal Klartext zu sprechen.

Da erklärt er beispielsweise, warum es für Nothing schwierig ist, preislich und technologisch mit den viel grösseren Konkurrenten mitzuhalten: weil kleinere Hersteller für dieselben Bauteile wie Prozessoren, Akkus oder Speicher viel mehr pro Stück bezahlen. Oder warum es dieses Jahr kein neues Flaggschiff geben wird: weil jedes Upgrade ein bedeutender Fortschritt sein soll und das nicht jedes Jahr möglich ist.

Die ernsten Themen sind zwischen vielen spielerischen Elementen gut eingebettet. Da versuchen die Ingenieurinnen aus AliExpress-Teilen ein Nothing-Phone zu bauen, oder die Designer konzipieren für Youtube-Stars «Dream Phones». Und immer wieder hat der CEO witzige, durchaus selbstironische und auch sehr ehrliche Auftritte. So darf oder muss Carl Pei jeweils auf die Reviews der eigenen Geräte reagieren.

Viele Leute, zurückhaltende Feier: Die Nothing-Party am MWC.
Viele Leute, zurückhaltende Feier: Die Nothing-Party am MWC.

Die Stimmung an der Nothing-Party in Barcelona ist verhaltener als fünf Jahre zuvor in Basel. Vielleicht liegt es am dicht gedrängten Messeprogramm, vielleicht an den düsteren Prognosen für den Smartphone-Markt: Bloomberg prognostiziert ein Minus von 13 Prozent im laufenden Jahr wegen Speicherknappheit. Vielleicht aber ist der Grund auch, dass Ende der Woche in London gleich wieder gefeiert wird: Nothing verrät dann alle Details zum Phone (4a) und hat garantiert noch weitere Überraschungen im Köcher.

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Gadgets sind meine Passion – egal ob man sie für Homeoffice, Haushalt, Smart Home, Sport oder Vergnügen braucht. Oder natürlich auch fürs grosse Hobby neben der Familie, nämlich fürs Angeln.


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Hier liest du eine subjektive Meinung der Redaktion. Sie entspricht nicht zwingend der Haltung des Unternehmens.

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