
Hintergrund
Klub-WM der FIFA: die grösste Shit Show aller Zeiten
von Luca Fontana

Neuer Monat, neue Streaming-Tipps. Ob Netflix, Prime Video, Disney+, Sky Show oder Apple TV: Hier erfährst du, welche Serien und Filme diesen Februar starten.
Ich habe einen guten Namen für meinen neuen Fisch: Koi Uwe. Ich habe zudem ganz viele neue Film- und Serienhighlights für den Monat Februar. Enjoy!
«The Night Agent» war nie als grosser Wurf geplant. Und vielleicht funktionierte die Serie genau deshalb so gut. Ein schnörkelloser Politthriller mit hohem Tempo und permanenter Paranoia – ganz ohne Prestige-Gedöns oder Ambitionen auf den nächsten Emmy. Einfach verdammt effiziente Spannung. Genau das wollte das Publikum. Und Staffel 1 traf diesen Nerv perfekt.
Staffel 2 wollte mehr sein. Grösser, politischer und komplexer. Was gut gemeint war, nahm der Serie aber Tempo und Spannung. Schlimmer: Sogar die Dialoge wurden mieser. Als ob Netflix seinem Publikum plötzlich weniger zutraute und jeder Gedanke noch einmal für alle, die nebenbei aufs Handy schauen, ausgesprochen werden müsste.
Die dritte Staffel soll nun wieder zurück zum Kern. Zur Klarheit. Zur Kadenz. Zur einfachen, aber wirkungsvollen Frage: Wem kann ich trauen – und was kostet mich diese Entscheidung? Ein guter Moment, um mit Staffel 1 zu beginnen, falls du sie noch nicht kennst. Und für alle anderen die Hoffnung, dass «The Night Agent» sich wieder daran erinnert, was die Serie einst zum Überraschungs-Hit gemacht hat.
Start: 19. Februar
Dearest gentle reader, «Bridgerton» ist längst mehr als nur Historienkitsch. Es ist «guilty pleasure» par excellence: Opulente Kostüme, orchestrale Pop-Cover und Romanzen, die grösser als das Leben selbst sind. Staffel für Staffel variiert dieses Erfolgsrezept nur ein bisschen, aber das Publikum macht begeistert mit.
In Staffel 4 steht nun Benedict Bridgerton im Zentrum. Seine Geschichte ist eine klassische Aschenputtel-Variation: Auf einem Maskenball begegnet er einer geheimnisvollen Frau, verliert sie wieder aus den Augen und beginnt eine obsessive Suche nach ihrer Identität. Das Problem: Die Frau, die er sucht, bewegt sich gesellschaftlich in einer völlig anderen Liga. So werden Stand, Herkunft und soziale Schranken zu den eigentlichen Antagonisten.
Inhaltlich ist das alles kaum Neuland für «Bridgerton». Aber genau darin liegt die Stärke der Serie: Mit grossen Gefühlen, klaren Konflikten und maximalem Eskapismus will sie gar nicht wirklich überraschen, sondern verführen. Und Netflix streckt auch diese Staffel wieder in zwei Teile – für mehr Gesprächsstoff, mehr Drama und mehr Zeit, sich genüsslich in Seide, Sehnsucht und Skandalen zu verlieren.
Start Teil 1: 29. Januar
Start Teil 2: 26. Februar
Piratenfilme haben ein Problem: Sie romantisieren gern, wo es eigentlich dreckig, brutal und hoffnungslos war. «The Bluff» will genau da ansetzen. Kein Abenteuer mit Augenzwinkern, sondern ein rauer Action-Thriller in der Karibik des 19. Jahrhunderts – eine Welt aus Gewalt, Machtspielen und moralischen Grauzonen.
Im Zentrum steht Priyanka Chopra als Bloody Mary, eine Ex-Piratin, die nimmt, was sie braucht, um zu überleben. Ihr gegenüber stellt sich Karl Urban, der wohl sowas wie «was wäre, wenn Billy Butcher aus ‹The Boys› Pirat gewesen wäre» spielt. Klingt doch gar nicht mal so schlecht.
Start: 25. Februar
«The Muppet Show» ist Fernsehen aus einer anderen Zeit: Anarchisch, musikalisch, chaotisch – und zugleich klüger, bissiger und respektloser, als man sich das heute oft traut. Schliesslich waren Kermit, Miss Piggy, Gonzo und Co. nie nur Kinderunterhaltung, sondern eine Varieté-Show, die Popkultur seziert und sich über ihr eigenes Medium lustig gemacht hat.
Zum 50. Geburtstag kehrt «The Muppet Show» nun für ein grosses Special zurück. Mit klassischem Bühnen-Setting, prominenten Gästen und dem Versprechen, genau diesen alten Geist wiederzubeleben: Musiknummern, Sketche, Chaos hinter den Kulissen und Humor, der idealerweise wieder genauso oft nach aussen wie nach innen tritt.
Natürlich bleibt ein Rest Skepsis. Disney hat mit Nostalgie nicht immer ein glückliches Händchen. Aber wenn es ein Format gibt, das auch im Jahr 2026 noch funktionieren kann, dann dieses. Denn die Muppets lebten nie von Effekten, sondern von Timing, Selbstironie und dem Mut, sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen.
Start: 4. Februar
Meistens verraten Trailer zu viel. Aber dann gibt es noch diesen Trailer zu «Paradise», Staffel 1. Selten habe ich einen gesehen, der die Ausgangslage einer Serie so präzise auf den Punkt bringt und gleichzeitig den entscheidenden Kontext so konsequent verschweigt. Du denkst, du weisst, worauf du dich einlässt. Und dann merkst du nach der ersten Folge: «Nein. Ich weiss es nicht. Gar nicht.»
Denn «Paradise» ist eine Serie, die sich vor den Augen ihres Publikums verwandelt. Was zunächst wie ein klar umrissener Thriller beginnt, kippt plötzlich, und mit diesem einen «Holy Shit!»-Moment steht man auf einmal vor einer völlig anderen Serie. Einer besseren. Grösseren. Klügeren.
Genau deshalb freue ich mich so unvernünftig fest auf Staffel 2. Auf neue Geheimnisse und wilde Enthüllungen. Diese Serie weiss genau, wann sie was zeigen muss. Und wann eben nicht. Darum: Wenn du Staffel 1 noch nicht kennst: Hol das nach. JETZT. Und guck auf KEINEN FALL den obigen Trailer!
Start: 23. Februar
Eigentlich war «Scrubs» perfekt abgeschlossen. Acht Staffeln lang hatte sie Herz, Humor und bittere Wahrheiten aus dem Spitalalltag – und das beste Finale, das man sich hätte wünschen können (über Staffel 9 reden wir nicht). Umso mutiger, dass «Scrubs» nun doch zurückkehrt. Nicht als Reboot, sondern als Fortsetzung mit J.D. und Turk wieder im Zentrum. Nur älter. Müder. Und gezeichnet von einem System, das längst nicht mehr das ist, in das sie einst voller Idealismus eingestiegen sind.
Genau darin liegt die Chance von Staffel 10. «Scrubs» soll nicht so tun, als wären wir noch 2003. Medizin hat sich verändert, der Ton ist rauer, der Alltag zermürbender. Und trotzdem wäre es schön, wenn sich die Serie ihren alten Kern bewahren würde: absurde Fantasien, emotionale Ehrlichkeit und diese spezielle Mischung aus Albernheit und existenzieller Traurigkeit, die damals einzigartig war. Ich jedenfalls kann’s kaum erwarten.
Start: 25. Februar
Diese Doku trifft mich dort, wo es weh tut. Denn Fussball ist für mich kein Zeitvertreib, sondern ein Teil meines Lebens. Ich bin mit diesem Sport gross geworden, habe ihn geliebt, verteidigt und idealisiert. Und gleichzeitig wird es Jahr für Jahr schwieriger, mich nicht innerlich von ihm zu entfernen. Alles ist zu gross, zu laut und zu reich geworden. Zu weit weg von dem halt, was den Sport einmal ausgemacht hat.
«Sport vs. Money» schaut genau dorthin, wo es unangenehm wird. Simon Jordan, ehemaliger Premier‑League‑Clubbesitzer und Moderator, nimmt den Fussball auseinander. Nicht auf dem Platz, sondern in den Sitzungszimmern. Er zeigt, wie seit den 1990er-Jahren Entscheidungen getroffen wurden, die den Sport fundamental verändert haben. Wie aus Vereinen Konzerne wurden, aus Spielern Marken und aus Wettbewerben globale Content-Maschinen. Champions League, Super League, TV-Milliarden – alles hängt zusammen. Und alles hat Konsequenzen.
Was mich daran so packt: Diese Doku versucht nicht, mir den Fussball madig zu machen. Sie versucht zu verstehen, warum er heute so ist, wie er ist. Und warum man ihn trotzdem noch liebt, obwohl man oft das Gefühl hat, er liebe einen nicht mehr zurück. Für mich ist das Pflichtprogramm.
Start: 13. Februar
Das Monsterverse ist so eine Sache. Godzilla, Kong, Kaiju – da ist viel Krach, viel Zerstörung und noch mehr viel Trash. Das gehört zur Marke, keine Frage. Und genau deshalb hat mich dieses Universum nie so richtig gepackt. Mir war das ganze schlichtweg zu laut und – sorry – dumm.
Umso erstaunlicher, dass ausgerechnet «Monarch: Legacy of Monsters» deutlich besser ankam als die Kinofilme. Kritikerinnen und Publikum waren sich ungewöhnlich einig: Diese Serie funktioniert, weil sie den Fokus verschiebt. Weg vom reinen Monster-Bombast, hin zu Figuren, Zeitlinien und der Frage, was es eigentlich bedeutet, wenn Menschen versuchen, das Unkontrollierbare nicht nur zu kontrollieren, sondern es auch zu verstehen.
Staffel 2 setzt genau dort an und weitet das Ganze aus. Mehr Vergangenheit, mehr Gegenwart, mehr Konsequenzen. Die Monster bleiben wichtig, aber sie sind nicht mehr der einzige Grund, weshalb man einschaltet. Und vielleicht sollte auch ein Skeptiker wie ich nochmals hellhörig werden: Ist das Monsterverse in Serienform tatsächlich spannender als auf der Leinwand? You tell me.
Start: 27. Februar
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Ich schreibe über Technik, als wäre sie Kino, und über Filme, als wären sie Realität. Zwischen Bits und Blockbustern suche ich die Geschichten, die Emotionen wecken, nicht nur Klicks. Und ja – manchmal höre ich Filmmusik lauter, als mir guttut.
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