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«The Lord of the Rings: The Rings of Power» / Amazon Prime Video
Ratgeber

Das sind die Streaming-Highlights im November

Luca Fontana
1-11-2026

Neuer Monat, neue Streaming-Tipps. Ob Netflix, Prime Video, Disney+, Apple TV, Sky Show oder Paramount+: Hier erfährst du, welche Serien und Filme diesen November starten.

Wie nennt man es, wenn sich zwei Maurer streiten? Mörtel Kombat. Ob es sich bei dieser Liste tatsächlich um Film- und Serien-Highlights oder -Lowlights handelt, muss hoffentlich nicht in einer Prügelei geklärt werden. Aber entscheidet selbst:

Netflix

Bass X Machina (Anime-Serie)

Cowboys, Revolverhelden und Gesetzlose. Dazu riesige Maschinen, übernatürliche Monster und ein Familienvater, der sich zum Richter, Geschworenen und Henker aufschwingt. Willkommen bei «Bass X Machina», einem Steampunk-Western, der offenbar alles in einen Topf wirft, was irgendwie cool aussieht. Und weil das noch nicht verrückt genug ist, wird das Ganze als Anime serviert. Natürlich.

Hinter dem Projekt steckt LeSean Thomas («Yasuke», «Cannon Busters»), animiert wird die Serie von Studio Mir, das bereits «The Legend of Korra», «X-Men ’97» und «Devil May Cry» auf dem Kerbholz hat. Mich erinnert die Mischung ein wenig an «Trigun», nur mit mehr Steampunk und vermutlich noch weniger Zurückhaltung. Ob das am Ende völlig geisteskrank oder einfach nur genial wird? Keine Ahnung. Finden wir’s heraus.

Start: 3. November

Black Doves, Staffel 2 (Serie)

Helen (Keira Knightley) führt seit Jahren ein Doppelleben. Offiziell ist sie die liebevolle Ehefrau eines britischen Politikers und Mutter zweier Kinder. Doch insgeheim spioniert sie ihren eigenen Mann aus und verkauft dessen Geheimnisse über eine private Spionageorganisation an den Meistbietenden. Landesverrat als Nebenjob, quasi. Dumm nur, dass ihr Ehemann Wallace (Andrew Buchan) mittlerweile kurz davorsteht, Premierminister zu werden. Sollte Helens Geheimnis auffliegen, wäre das ein politischer Skandal sondergleichen.

Ich liebe solche herrlich verstrickten Geschichten. Aber was ich an «Black Doves» besonders mag, ist dieser typisch britische Kontrast zwischen kultivierter Höflichkeit und völlig hemmungsloser Gewalt. Da wird noch freundlich Tee angeboten, bevor jemandem eine Kugel zwischen die Augen gejagt wird. Dazu gibt's mit Neve Campbell («Scream») und Sylvia Hoeks («Blade Runner 2049») prominenten Zuwachs. Die erste Staffel war schon ein Heidenspass. Umso mehr freue ich mich auf die zweite.

Start: 5. November

Heartland (Film)

Jessica Chastain als abgehalfterter Country-Star, der nach zwanzig Jahren zurück nach Nashville kommt, um seine verschwundene Nichte zu suchen? Okay, damit habt ihr mich. In «Heartland» spielt sie Misty Jones, einst eine der grössten Stimmen der Country-Musik. Heute lebt sie zurückgezogen, weit weg vom Rampenlicht. Doch als ihre Nichte Charlie (Carter Faith), selbst eine aufstrebende Sängerin, spurlos verschwindet, muss Misty zurück in eine Welt, die sie längst hinter sich lassen wollte.

Und diese Welt ist offenbar alles andere als so romantisch, wie die Country-Songs vermuten lassen. Hinter den Kulissen Nashvilles lauern alte Geheimnisse, dubiose Gestalten und Menschen, die lieber nicht gefunden werden wollen. Paint me hooked.

Start: 13. November

The Mosquito Bowl (Film)

«The Mosquito Bowl» basiert auf einer wahren Geschichte: Nach dem Angriff auf Pearl Harbor lassen vier der grössten College-Football-Talente Amerikas ihre vielversprechenden Karrieren hinter sich, um sich den Marines anzuschliessen. Kurz vor der blutigen Invasion von Okinawa stehen sie nochmals auf einem Footballfeld. Für ein legendäres Spiel, das für viele Beteiligte das letzte ihres Lebens sein wird.

Regie führt Peter Berg, der mit «Friday Night Lights» bereits bewiesen hat, dass er Sportgeschichten erzählen kann, ohne dabei den Menschen dahinter zu vergessen. Und mit «Lone Survivor» kennt er auch die brutale Kehrseite militärischer Kameradschaft. Jetzt verbindet er beides. Könnte ein ziemlich emotionaler Schlag in die Magengrube werden.

Start: 25. November

Amazon Prime Video

The Greatest (Serie)

Muhammad Ali. Dreifacher Schwergewichts-Weltmeister. Politischer Aktivist. Einer der grössten Sportler aller Zeiten. Über ihn wurde längst alles erzählt, sollte man meinen. Filme, Dokumentationen, Bücher – selbst Will Smith ist 2001 schon für ihn in den Ring gestiegen. Braucht's da wirklich noch eine achtteilige Serie? Amazon findet offensichtlich: ja.

«The Greatest» erzählt von Alis Anfängen als Cassius Clay (Jaalen Best), seinem Aufstieg zum Boxweltmeister und seinem Kampf gegen Rassismus im Amerika der 1960er-Jahre. Doch statt bloss seine sportlichen Triumphe abzufeiern, will Showrunner Ben Watkins («Cross») vor allem den Menschen hinter der Legende zeigen. Produziert wird die Serie unter anderem von Michael B. Jordan («Creed») und Alis Witwe Lonnie. Letzteres macht mich etwas skeptisch. Denn Ali war zweifellos grossartig, aber auch ein Mensch voller Widersprüche und Fehler. Noch ein Denkmal braucht er nicht. Eine Serie, die sich traut, auch die Risse darin zu zeigen, dagegen schon.

Start: 4. November

The Lord of the Rings: The Rings of Power, Staffel 3 (Serie)

Kaum eine Serie polarisiert so sehr wie «The Rings of Power». Für die einen ist Amazons milliardenschweres Tolkien-Epos eine Beleidigung für Mittelerde, für die anderen schlicht grossartiges Fantasy-Fernsehen. Dazwischen? Gefühlt wenig. Trotzdem pumpt Amazon weiter Millionen in die Serie. Sind die Kritiker einfach eine besonders laute Minderheit? Oder will sich Amazon nach all den Investitionen nicht eingestehen, dass das Experiment gescheitert ist?

Auch die Zahlen zeichnen ein widersprüchliches Bild. Laut Amazon erreichte Staffel 2 innerhalb eines Monats weltweit 55 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer. Andererseits haben laut Hollywood Reporter nur 37 Prozent des US-Publikums die erste Staffel überhaupt zu Ende geschaut. Ein durchschlagender Erfolg sieht anders aus. Trotzdem hält Amazon an seinem ursprünglichen Fünf-Staffeln-Plan fest. Auch die beiden Showrunner J.D. Payne und Patrick McKay bleiben an Bord. Und ganz ehrlich? Ich – liebe Haters, bitte verzeiht’s mir – mag die Serie sehr.

Inhaltlich macht Staffel 3 einen Zeitsprung von fünf Jahren. Sauron (Charlie Vickers) hat weite Teile Mittelerdes unterworfen und arbeitet in seiner Festung Barad-dûr am Einen Ring, während Elben, Zwerge und Menschen ums Überleben kämpfen. Es geht also ans Eingemachte. Ob die Serie damit auch ihre Kritiker besänftigen kann? Ich bezweifle es. Aber vielleicht ist das längst auch gar nicht mehr so wichtig.

Start: 11. November (vier Folgen zum Auftakt)

Madden (Film)

Hand aufs Herz: Wer von euch hat schon mal «Madden NFL» gespielt, ohne wirklich zu wissen, wer dieser Madden eigentlich ist? Eben. Dabei war John Madden weit mehr als bloss der Namensgeber einer der erfolgreichsten Sportspielreihen aller Zeiten. Er führte die Oakland Raiders 1977 zum Super-Bowl-Sieg, wurde danach zu einem der berühmtesten Football-Kommentatoren Amerikas und half schliesslich dabei, Football auch auf die europäischen Bildschirme zu bringen. Nicht als Übertragung – als Videospiel.

Genau diese Geschichte erzählt «Madden» von Regisseur David O. Russell («The Fighter», «Silver Linings Playbook»!). Aber damit nicht genug mit grossen Namen: Nicolas Cage spielt den ebenso exzentrischen wie leidenschaftlichen Football-Trainer, Christian Bale seinen langjährigen Weggefährten und Raiders-Besitzer Al Davis und John Mulaney den EA-Gründer Trip Hawkins. Wild. Allein dafür lohnt sich schon ein Blick.

Start: 18. November

Blade Runner 2099 (Serie)

Ah, «Blade Runner». Ridley Scotts Original von 1982 und Denis Villeneuves Fortsetzung von 2017 gehören für mich zu den faszinierendsten Zukunftsvisionen, die das Kino je hervorgebracht hat. Neonlicht, Dauerregen, gigantische Werbetafeln und mittendrin künstliche Menschen, die verzweifelt nach etwas suchen, das wir für selbstverständlich halten: einer Seele. Jetzt macht ausgerechnet Amazon daraus eine Serie. Mutig.

«Blade Runner 2099» spielt 50 Jahre nach den Ereignissen von «Blade Runner 2049». Los Angeles hat sich verändert, aber die alten Fragen sind geblieben. Im Mittelpunkt steht Cora (Hunter Schafer), eine Flüchtige, die selbst zur Blade Runner wird, und Olwen (Michelle Yeoh), eine Replikantin, der nur noch wenige Tage bleiben. Gemeinsam jagen sie eine Person, deren Geheimnis ihre ganze Welt erschüttern könnte.

Hinter der achtteiligen Miniserie steckt Silka Luisa («Shining Girls»), während Ridley Scott produziert. Mich macht das einerseits wahnsinnig neugierig. Andererseits war «Blade Runner» nie bloss Cyberpunk-Ästhetik und coole Maschinen, sondern eine melancholische, fast schon philosophische Auseinandersetzung mit der Frage, was uns eigentlich menschlich macht. Wenn Amazon das verstanden hat, könnte uns hier etwas Grosses erwarten.

Start: 25. November (alle acht Folgen)

Disney+

Percy Jackson and the Olympians, Staffel 3 (Serie)

Ich muss gestehen: Ich habe noch keine einzige Folge «Percy Jackson» gesehen. Die Trailer haben mich einfach nie abgeholt. Sie haben mir zu viel Disney-Channel-Feeling. Als ob die Serie auf ein eher junges Publikum zugeschnitten wäre. Doch dann schaue ich auf Rotten Tomatoes: 91 Prozent für Staffel 1, satte 100 Prozent für Staffel 2. Auch auf Metacritic kommt die Serie ausgesprochen gut weg. Hm. Entgeht mir da etwa eine Fantasy-Perle?

Für alle, die wie ich bisher einen Bogen darum gemacht haben: Percy (Walker Scobell) ist ein Teenager, der herausfindet, dass er der Sohn des griechischen Meeresgottes Poseidon ist. Plötzlich sind Zeus, Hades und Co. keine Märchenfiguren mehr, sondern ziemlich reale Zeitgenossen. Und nicht alle sind ihm wohlgesinnt. Klingt eigentlich ziemlich cool. Vielleicht sollte ich der Serie doch endlich eine Chance geben.

Start: 20. November

Apple TV

12 12 12 (Serie)

Zwölf Monate Vorbereitung. Zwölf Stunden Durchführung. Zwölf Tage danach. Das ist die ungewöhnliche Erzählstruktur von «12 12 12», Apples neuem Heist-Thriller. Und der spielt ausgerechnet in Zürich! Genauer: in einem unterirdischen Banktresor, den ein amerikanischer Berufsverbrecher (Jamie Dornan) um ein paar Millionen erleichtern will. Dumm nur, dass ihm ein in Ungnade gefallener FBI-Agent (Anthony Mackie) dicht auf den Fersen ist.

Was mich besonders reizt, ist das Spiel mit der Zeit. Statt den Coup einfach chronologisch abzuspulen, soll die achtteilige Serie ständig zwischen Planung, Durchführung und Konsequenzen hin und her springen. Klingt ein bisschen nach «Ocean's Eleven», aber von Christopher Nolan inszeniert. Und hey: Ein Hollywood-Bankraub mitten in Zürich? Geb ich mir!

Start: 13. November

Being Heumann (Film)

1977 hat Judy Heumann (Ruth Madeley) die Schnauze voll. Als Frau mit Behinderung kämpft sie seit Jahren für Gleichberechtigung, während der Staat ihre Forderungen ignoriert und ihre Anrufe … nun ja, bestenfalls nicht beantwortet. Sie beschliesst kurzerhand, ein Regierungsgebäude in San Francisco zu besetzen. Gemeinsam mit über hundert Gleichgesinnten verbarrikadiert sie sich darin und weigert sich zu gehen, bis die Regierung endlich handelt. Ihr Gegenspieler: ein hoher Beamter, gespielt von Mark Ruffalo.

Kein Scheiss, das ist tatsächlich passiert. Ganze 25 Tage dauerte die Besetzung 1977, als die Aktivistinnen und Aktivisten die Umsetzung eines bereits vier Jahre zuvor verabschiedeten Gesetzes forderten, das Menschen mit Behinderungen vor Diskriminierung schützen sollte. Und tatsächlich: Ihr Protest wurde zu einem Meilenstein der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Wenn Siân Heder da sogar noch Regie führt (sagt dir das Oscar-prämierte «CODA» was?), bin ich eh an Bord.

Start: 13. November

Sky Show

The Westies (Serie)

New York, Anfang der 1980er-Jahre: Im berüchtigten Stadtteil Hell's Kitchen regiert nicht die Polizei, sondern eine irisch-amerikanische Gang namens «The Westies». Schutzgelderpressung, Drogenhandel, Auftragsmorde – das volle Programm. Als der Bau eines gigantischen Kongresszentrums plötzlich Milliarden verspricht, will auch die italienische Mafia ein Stück vom Kuchen. Dumm nur, dass die Westies ihr Territorium nicht kampflos aufgeben. Und während Boss Eamon Sweeney (J.K. Simmons) mit den Italienern paktiert, rebelliert die jüngere Generation gegen seine Führung.

Auch hier hat die Realität Pate gestanden: Die Westies gab es tatsächlich. Die Gang gehörte zu den brutalsten Verbrecherorganisationen New Yorks und kontrollierte Hell's Kitchen über Jahrzehnte. Aber es kommt noch besser: Hinter der Serie steckt unter anderem Chris Brancato («Narcos», «Godfather of Harlem»). Also jemand, der weiss, wie man aus organisiertem Verbrechen packendes Fernsehen macht. Her damit.

Start: 9. November (alle acht Folgen)

Paramount+

Yellowjackets, Staffel 4 (Serie)

Als 1996 eine Mädchen-Fussballmannschaft mitten in der kanadischen Wildnis abstürzt, beginnt ein Albtraum. Ohne Aussicht auf Rettung kämpfen die Überlebenden gegen Hunger, Kälte und zunehmend gegeneinander. «Yellowjackets» erzählt diese Geschichte auf zwei Zeitebenen: damals in der Wildnis und 25 Jahre später, als die inzwischen erwachsenen Frauen noch immer von ihrer Vergangenheit verfolgt werden. Klingt nach «Lost»? Ist es irgendwie auch, aber nicht nur im positiven Sinne.

Denn ähnlich wie einst bei «Lost» habe ich zunehmend das Gefühl, dass «Yellowjackets» seine Mystery-Box lieber immer wieder kräftig durchschüttelt, statt uns endlich einen Blick hineinwerfen zu lassen (sprich: was zum Teufel ist damals wirklich passiert?!). Nach Staffel 2 war bei mir deshalb erst mal die Luft raus. Die eher durchzogenen Kritiken zur dritten Staffel haben meine Motivation, weiterzuschauen, auch nicht gerade gesteigert. Doch jetzt kommt die vierte und letzte Staffel und damit der Moment der Wahrheit: Irgendwann müssen doch all die Rätsel, Andeutungen und Geheimnisse schliesslich auch aufgelöst werden! Oder?

Start: 20. November

Streaming-Highlights im November 2026

Auf welches Streaming-Highlight freust du dich am meisten?

Titelbild: «The Lord of the Rings: The Rings of Power» / Amazon Prime Video

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Ich schreibe über Technik, als wäre sie Kino, und über Filme, als wären sie Realität. Zwischen Bits und Blockbustern suche ich die Geschichten, die Emotionen wecken, nicht nur Klicks. Und ja – manchmal höre ich Filmmusik lauter, als mir guttut.


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