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Apple
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Der Mac Pro ist Geschichte

David Lee
27-3-2026

Apple hat den Mac Pro aus dem Sortiment gestrichen. Das ist das Ende einer Ära – und ein völlig logischer Schritt.

Apple verkauft ab sofort keine Desktop-Tower-Computer mehr. Der Konzern hat die Produktseite des Mac Pro am 26. März vom Netz genommen. Und wie er gegenüber 9to5mac.com klarstellt, wird es kein Nachfolgemodell geben.

Dieser Schritt kommt keineswegs überraschend. Apple behandelte den Mac Pro schon seit vielen, vielen Jahren nur noch stiefmütterlich. Rückblickend gesehen liest sich die Geschichte des Mac Pro wie ein stetiger Niedergang.

Die goldene Ära

Zwischen 2006 und 2012 war der Mac Pro ein ganz normaler Desktop-Computer. Er sah aus wie ein Desktop, funktionierte wie ein Desktop und verwendete Intel-Prozessoren. Es war eine Zeit, in der hohe Leistung entsprechend grosse Geräte erforderte und somit niemand den Sinn von Tower-PCs in Frage stellte. Neben dem Mac-Betriebssystem liess sich auch Windows nativ auf den Maschinen nutzen. Kurz: Der Mac Pro war ein sinnvolles und ernsthaftes Flaggschiff-Modell. Professionelle Anwender schätzten am Mac Pro, dass er viel besser erweiterbar war als andere Macs.

Der Mac Pro zu seinen besten Zeiten.
Der Mac Pro zu seinen besten Zeiten.
Quelle: PD

Der Abfallkübel

2013 kam der erste Bruch mit der Tradition. Das neue Modell fiel durch ein originelles Zylinder-Design auf, das Anlass zu allerlei Witzen gab – zum Beispiel ist die Bezeichnung «Trashcan Mac Pro» für dieses Modell geläufig. Dieser Mac Pro bot keine Schnittstellen für PCIe-Erweiterungen – ein gewichtiger Nachteil für die Zielgruppe. Zudem brachte Apple nie eine verbesserte Version des Zylinder-Macs heraus. Daher holte sich der «Abfallkübel» den zweifelhaften Rekord des am längsten unverändert verkauften Apple-Computers aller Zeiten. Er wurde erst 2019 abgelöst.

Nur zu Beginn eine Runde Sache: Der Mac Pro von 2013.
Nur zu Beginn eine Runde Sache: Der Mac Pro von 2013.
Quelle: Apple

Die Käsereibe

2019 – und damit eigentlich viel zu spät – brachte Apple einen neuen Mac Pro heraus. Dieser glich wieder mehr einem klassischen Tower-PC und erhielt den Übernamen «Käsereibe». Obwohl er im Gegensatz zum Vorgänger mit PCIe erweiterbar war, bedeutete das keineswegs die Rückkehr zu den guten alten Zeiten. Ganz im Gegenteil.

iFixit hat getesetet, wie gut sich der Mac Pro als Käseraffel eignet.
iFixit hat getesetet, wie gut sich der Mac Pro als Käseraffel eignet.
Quelle: youtube.com/iFixit

Apple erweckte den Eindruck, dieses Gerät gar nicht wirklich verkaufen zu wollen. Die Preise starteten in der Schweiz bei 6399 Franken, für die Maximalkonfiguration mussten Kunden annähernd 60 000 Franken hinblättern. Diese Konfiguration bot 1,5 Terabyte RAM, was sehr nützlich ist, wenn man 6000 Browser-Tabs offen halten will. Nicht inbegriffen waren die Räder – um aus der Käsereibe eine fahrende Käsereibe zu machen, waren nochmal etwa 600 Franken fällig.

Das Auslaufmodell

Ab 2020 wechselte Apple bei den Prozessoren von Intel auf die eigene Apple-Silicon-Architektur. Dies stellte die Existenzberechtigung des Mac Pro von Beginn weg in Frage. Zum einen zeigte sich schnell, dass sich mit der Apple-Architektur auch ohne Tower-Gehäuse rekordverdächtige Leistungen erzielen lassen. Zum anderen sind die Apple-Prozessoren aufgebaut wie bei einem Smartphone: Es sind Systems on a Chip (SoC), das heisst, dass CPU, Grafikeinheit und RAM eine Einheit bilden und sich nicht austauschen lassen. Mit solchen Chips ergibt ein klassisches Desktop-Gehäuse wenig Sinn.

Trotzdem brachte Apple 2023 noch einen Mac Pro mit Silicon-Architektur heraus. Er hat zwar immer noch PCIe-Schnittstellen, doch Grafikkarten funktionieren damit nicht.

Der letzte Mac Pro ist bereits wieder veraltet. Er hat einen M2 Ultra eingebaut. Im Mac Studio befindet sich ein M3 Ultra mit höherer Leistung. Und Apple hat bereits die fünfte Generation der M-Prozessoren veröffentlicht. Allerdings bislang ohne Ultra-Version – vielleicht, weil das auch User mit hohen Anforderungen schlicht nicht brauchen.

Titelbild: Apple

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Durch Interesse an IT und Schreiben bin ich schon früh (2000) im Tech-Journalismus gelandet. Mich interessiert, wie man Technik benutzen kann, ohne selbst benutzt zu werden. Meine Freizeit ver(sch)wende ich am liebsten fürs Musikmachen, wo ich mässiges Talent mit übermässiger Begeisterung kompensiere. 


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