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Michelle Brändle
Produkttest

Die dunkle Seite des Samsung Galaxy S26 Ultra heisst «Privacy Display»

Das neue Display-Feature des Samsung Galaxy S26 Ultra hält neugierige Blicke fern. Ansonsten bleibt Samsung hauptsächlich bei Evolution statt Revolution.

In den letzten Jahren hat Samsung wenig Innovation in seine Flaggschiff-Smartphones gepackt. Beim neuen Galaxy S26 Ultra sieht das anders aus. Das neue Privacy Display und ein beeindruckender Bildstabilisator für Videos sind spannende Neuerungen. An einigen Schwächen hat Samsung allerdings nichts geändert.

Neues Display für Privatsphäre auf Knopfdruck

Das Highlight des Samsung Galaxy S26 Ultra ist das Privacy Display, das ich über das Schnellstart-Menü aktivieren kann. Die Technologie dahinter strahlt das Licht nur direkt nach vorn. So blockiert sie Sichtwinkel über 45 Grad und mein Sitznachbar im Zug sieht nicht, was ich am Handy mache.

In den Display-Einstellungen kann ich den Modus anpassen. Zum einen stelle ich die Stärke der Sichteinschränkung ein. Zum anderen definiere ich bestimmte Apps oder einen bestimmten Bereich, wo der Modus greift. So kann ich ihn beispielsweise nur über Push-Benachrichtigungen legen oder automatisch aktivieren, wenn ich meine Mails öffne.

Das AMOLED bietet starke Kontraste und eine Auflösung von 3120 × 1440 Pixeln mit einer Bildwiederholrate von 1–120 Hertz. Das alles in der Qualität, die ich bei einem Topmodell erwarte. Was mir auffällt, ist die Veränderung im Privacy Mode. Ist der Modus über das ganze Display aktiviert, muss ich direkt von vorne draufschauen. Nur minimal seitlich wirken die Farben schnell grau und flimmerig. Und bei Dunkelheit können Sitznachbarn fast ohne Einschränkung aufs Display gucken. Der Nachteil an der gewählten Technologie.

Die Ecken sind nun etwas runder und passen zu den kleineren Modellen der Galaxy-S-Serie.
Die Ecken sind nun etwas runder und passen zu den kleineren Modellen der Galaxy-S-Serie.

Samsung bleibt seiner Designsprache treu. Auffällig ist der neue Kamerabuckel mit durchgehender Erhebung. Das Galaxy S26 Ultra ist im Vergleich zum Vorgänger nur minimal dünner und leichter geworden: 7,9 statt 8 Millimeter und 214 statt 218 Gramm bei einer gleichbleibenden Displaygrösse von 6,9 Zoll. Samsung hat zudem die Ecken an das restliche Lineup angepasst. Das Ultra übernimmt damit die Rundungen des Standard- und Plus-Modells. Zuvor war das Design noch etwas kantiger.

Schneller Chip, aber kein Qi2

Bei der Hardware reisst sich Samsung kein Bein aus für Innovation. Wichtigster Punkt ist der neue Chip. Samsung verbaut den stärksten auf dem Markt: den Snapdragon 8 Elite Gen 5, in einer exklusiven «for Galaxy»-Variante. Dieser ist etwas höher getaktet. Er schlägt sich in den Benchmarks im Vergleich zum Snapdragon 8 Elite im Galaxy S25 Ultra einen Tick besser. Ansonsten bleibt die Ausstattung mit dem S25 Ultra nahezu identisch:

Der starke Chip sorgt für ein butterweiches Erlebnis und top Multitasking. Dank der 12 Gigabyte Arbeitsspeicher laufen auch KI-Funktionen zügig. Ich kann mit dem Galaxy S26 Ultra problemlos mehrere Apps parallel nutzen. Auch eine gute Grafik beim Zocken ist mir gegönnt: «Genshin Impact» spiele ich bei hoher Auflösung ohne Einschränkungen. «PUBG» sieht ebenfalls schick aus und läuft flüssig.

Die Grafik sieht schick aus und PUBG läuft flüssig auf dem Galaxy S26 Ultra.
Die Grafik sieht schick aus und PUBG läuft flüssig auf dem Galaxy S26 Ultra.

Bei der Akkugrösse hat sich nichts getan: Wie beim Vorgänger sind 5000mAh verbaut. Die Laufzeit beträgt mit 18 Stunden aber zwei Stunden mehr als noch beim S25 Ultra.

Beim Laden hat Samsung aufgebessert: Das Ultra lädt mit 60 Watt und Super Fast Charging in 30 Minuten von 0 auf 75 Prozent. Kabellos nimmt das Gerät 25 Watt entgegen. Das entspricht zwar dem Qi2-Standard, Samsung verzichtet allerdings weiterhin auf die Integration von Magneten. Damit das Smartphone an Ladestationen haftet, musst du deshalb zu einer speziellen Hülle greifen.

S-Pen weiterhin ohne Bluetooth

Der S-Pen wird beim Galaxy S26 Ultra weiterhin praktisch im Gehäuse verstaut. Er hat seit dem S25 Ultra keine Bluetooth-Verbindung mehr, sondern läuft passiv. Das heisst, er funktioniert erst in der Nähe des Displays, Funktionen wie der Fernauslöser für Selfies fallen damit weg. Neu hat der Stylus ein asymmetrisch abgerundetes Ende. Deshalb muss ich den S-Pen richtig herum drehen, um ihn zu verstauen, sonst ragt eine Ecke heraus.

Der neue S-Pen (links) ist asymmetrisch und etwas schmaler geworden.
Der neue S-Pen (links) ist asymmetrisch und etwas schmaler geworden.

Zum Zeichnen und für Notizen finde ich den Stift praktisch und bin froh, dass Samsung ihn weiterhin integriert hat. Schliesslich ist das immer noch ein Alleinstellungsmerkmal des Ultra-Modells und auch bei der Konkurrenz gibt es nichts dergleichen.

Auch ohne Bluetooth kann ich mit dem Stylus gut zeichnen.
Auch ohne Bluetooth kann ich mit dem Stylus gut zeichnen.

Bessere Fotos bei schwachem Licht? Naja …

Samsung hat bei der neuesten Galaxy-Serie lichtstärkere Weitwinkel- und Telekameras verbaut. Das dürfte zu besseren Bildern bei schwachem Licht führen. Schade ist, dass der Hersteller weiterhin bei der kürzeren Telekamera nur auf einen 10-MP-Sensor setzt. Da ginge gerade bei einem Flaggschiff dieses Kalibers noch mehr.

Die Hauptkamera macht zuverlässig schicke Bilder, nur der Autofokus zickt zwischendurch und ich muss mit Fingertippen nachjustieren. Unterschiede zum Galaxy S25 Ultra bemerke ich keine.

Die Hauptkamera macht schicke Fotos, wenn auch etwas überschärft.
Die Hauptkamera macht schicke Fotos, wenn auch etwas überschärft.
Finde den Unterschied. Das Foto des Galaxy S26 Ultra links sieht gleich aus wie beim Galaxy S25 Ultra.
Finde den Unterschied. Das Foto des Galaxy S26 Ultra links sieht gleich aus wie beim Galaxy S25 Ultra.

Die Telelinse überzeugt mich bis zum fünffach optischen Zoom noch knapp. Danach lösen die Bilder schlecht auf, die Details gehen zu stark verloren. Praktisch ist der höchste 100-fach-Zoom dann nur noch als Fernglas.

Der fünffach optische Zoom macht noch knapp ansehnliche Fotos.
Der fünffach optische Zoom macht noch knapp ansehnliche Fotos.
Den hundertfachen Zoom nutze ich als praktisches Fernglas für Texte in der Ferne.
Den hundertfachen Zoom nutze ich als praktisches Fernglas für Texte in der Ferne.

Die Weitwinkelkamera macht gute Bilder. Bei wenig Licht haut sie mich aber nicht vom Bürostuhl. Das Smartphone legt über alle Fotos einen zu starken Gelbton. Bei Innenraum-Motiven bemerke ich das extrem.

Ein Foto mit der Hauptlinse bei wenig Licht...
Ein Foto mit der Hauptlinse bei wenig Licht...
...und einmal mit der Weitwinkellinse.
...und einmal mit der Weitwinkellinse.

Beeindruckend finde ich die neue Videofunktion. Dank der horizontalen Sperre kann ich das Smartphone drehen, wie ich will, das Motiv bleibt automatisch gerade – auch in der 4K-Auflösung (ohne diesen Modus nimmt das S26 Ultra bis zu 8K auf).

Weiterhin langlebige Software

Samsung versorgt die S26-Smartphones, wie bereits in den Vorjahren, über sieben Jahre mit neuen Androidversionen und Sicherheitsupdates. Ausgeliefert werden die Phones mit dem neuesten Android 16 und der Benutzeroberfläche One UI 8.5.

Samsung stellt immer mehr KI-Funktionen bereit, nicht alle sind sinnvoll. Ich zeige dir gerne weshalb.

Samsung packt sehr viel KI auf das Smartphone.
Samsung packt sehr viel KI auf das Smartphone.

Der Fotoassistent von Samsung funktioniert neu anhand von Prompts. Ich schreibe im Bearbeitungsmodus beispielsweise, er solle Licht und Schatten optimieren. Meine Tests zeigen, dass das nie zuverlässig klappt. Während der Assistent beim Abdunkeln des Hintergrunds oft übers Ziel hinausschiesst und das Bild fast schwarz werden lässt, fallen Aufhellungen meist so dezent aus, dass sie kaum wahrnehmbar sind. Unerwünschte Objekte entfernt die KI zwar, bearbeitet das Foto aber auch an anderen Stellen. Beim unteren Beispiel wird dann eine orangefarbene Jacke plötzlich schwarz und die Schrift sieht teilweise falsch aus.

Das Creative Studio zur Erstellung von KI-Bildern und Stickern gibt es schon länger. Aber: Auch hier hat Samsung Funktionen hinzugefügt. Neu kann ich ganze Sticker-Sets erstellen. Erst generiere ich ein Wunschmotiv als einzelnen Sticker. Anschliessend wähle ich ein Thema wie «Besondere Anlässe» oder «Alltagstrott» und speichere meine favorisierten Vorschläge als Set ab. Die Bilder sind äusserst generisch, ich würde sie deshalb nicht nutzen.

Meine Stickersammlung, mit KI erstellt. Immerhin ein bisschen knuffig?!
Meine Stickersammlung, mit KI erstellt. Immerhin ein bisschen knuffig?!

Die bereits seit dem Galaxy S24 verfügbare Suchfunktion von Google, Circle-to-search, erkennt neu mehrere Objekte von einem Bild. So zerlegt sie beispielsweise ein ganzes Outfit. Meine Aufmachung aus Aquaman-Shirt, Sportleggings und Pokémon-Socken findet die KI jedenfalls ruckzuck zum Nachshoppen.

Dank Update sucht Circle-to-search auch nach ganzen Outfits.
Dank Update sucht Circle-to-search auch nach ganzen Outfits.

Fazit

Ein (zu) vorsichtiges Update

Samsung liefert mit dem Galaxy S26 Ultra ein Smartphone ab, das technisch fast alles richtig macht, mich aber nicht vom Hocker haut.

Trotz gleicher Kapazität hält der Akku länger durch, und Samsung hat endlich das Ladetempo angezogen. Der Snapdragon 8 Elite Gen 5 rennt wie ein Teufel – beim Multitasking und Zocken gleichermassen. Das integrierte Privacy-Feature ist ein Gamechanger, allerdings machst du bei Dunkelheit Abstriche. Kritik erntet die Kamera-Abteilung: Dass Samsung weiterhin auf die angestaubte Telekamera setzt, wirkt angesichts der starken Konkurrenz unverständlich. Viele KI-Funktionen bräuchte es nicht, sie lassen sich aber immerhin ignorieren.

Das S26 Ultra ist eines der stärksten Smartphones auf dem Markt – dank der sieben Jahre Update-Zeiträume auch eines der langlebigsten. Wer ein langlebiges Flaggschiff sucht, macht hier nichts falsch. Beim Kauf würde ich zumindest noch auf die fallenden Preise warten, die sich in ein paar Wochen vermutlich zeigen. Kannst du auf das Privacy Display verzichten, ist das S25 Ultra eine gute und günstigere Alternative.

Suchst du ein Smartphone mit Top-Kamera, würde ich dennoch bei der Konkurrenz schauen und zu einem Gerät wie dem Xiaomi 17 Ultra greifen.

Pro

  • lange Updatezeiträume
  • gute Akkulaufzeit
  • einzigartige Displaytechnologie für Privatsphäre

Contra

  • Kameras hinken inzwischen hinterher
  • neue Displaytechnologie funktioniert im Dunkeln nicht
  • viele KI-Funktionen sind nicht hilfreich oder mangelhaft
Samsung Galaxy S26 Ultra (256 GB, Black, 6.90", Dual SIM, 5G)
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Samsung Galaxy S26 Ultra

256 GB, Black, 6.90", Dual SIM, 5G

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Titelbild: Michelle Brändle

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Seit ich einen Stift halten kann, kritzel ich die Welt bunt. Dank iPad kommt auch die digitale Kunst nicht zu kurz. Daher teste ich am liebsten Tablets – für die Grafik und normale. Will ich meine Kreativität mit leichtem Gepäck ausleben, schnappe ich mir die neuesten Smartphones und knippse drauf los. 


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