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Nie wieder Eiskratzen! Mit dieser neuen Technik soll es gehen
von Lars Petersen

Fiat wird das niedliche Elektro-Dreirad Tris 2026 in Europa anbieten. Der kleine Italiener wird in Marokko gebaut und hat interessante technische Daten zu bieten. Im Grunde genommen ist der Elektro-Kleinlaster eine moderne Interpretation der Piaggio Ape.
Roller mit Ladefläche: Dieses Fahrzeugkonzept hat in Italien einst exzellent funktioniert. 1947 ging die Piaggio Ape an den Start und erarbeitete sich über die Jahrzehnte dank ihrer beispiellosen Wendigkeit einen legendären Ruf. Fiat schreibt diese Geschichte 2026 mit dem Tris weiter. Das von der Legende inspirierte Lastendreirad kommt nach Europa.
Die technischen Daten des Tris lauten wie folgt:
Die Ladefläche ist so ausgelegt, dass eine Europalette Platz findet. Je nach Ausführung sind bis zu 540 Kilogramm Nutzlast drin. Das ist mehr als bei manchem Pkw. Fiat gibt das zulässige Gesamtgewicht mit 1205 Kilo an.
Der Tris wird in drei Versionen erhältlich sein: als Fahrgestell für den individuellen Aufbau, als Pritsche mit offener Ladefläche und als Pickup mit Bordwänden. In allen drei Varianten ist die Grundkonstruktion die gleiche.

Der Elektromotor hat 12 PS und kommt laut Hersteller auf neun kW Spitzenleistung. Das maximale Drehmoment liegt bei 45 Nm. Auch bei voller Beladung sollen Steigungen von bis zu 16 Prozent bewältigt werden können. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 45 km/h begrenzt.
Für die notwendige Fahrerlaubnis bedeutet das: Der Tris fällt in die europäische L5e-B-Kategorie. Das sind Dreiräder für den Gütertransport, die zum Beispiel eine feste Trennwand zwischen Cockpit und Ladefläche und einen Laderaum mit bestimmten Maßen haben müssen. Sie dürfen mit dem Auto-Führerschein gefahren werden.
Ein Lithium-Ionen-Akku mit 6,9 kWh Kapazität liefert Energie. Fiat geht von rund 90 Kilometern Reichweite aus. Das integrierte Onboard-Ladegerät mit 220 Volt hat 1,6 kW Leistung. Das 4,5 Meter lange Kabel stöpselst du an der Haushaltssteckdose an. Für den Ladevorgang von 0 auf 80 Prozent soll der Tris dreieinhalb Stunden brauchen, eine vollständige Ladung dauert rund 4 Stunden und 40 Minuten. Übrigens: Der Fiat kann rekuperieren und beim Bremsen Energie zurückgewinnen.
Ein exaktes Datum für die Markteinführung gibt es noch nicht. Fiat hat aber den Hinweis gegeben, dass der Tris zuerst in Italien zu kaufen sein wird. Über mögliche Preise wird wild spekuliert. Sie könnten aber deutlich unter 10.000 Euro beziehungsweise Franken bleiben.
Ape-Fans werden wahrscheinlich schon beim Äußeren des Tris aufmerksam. Ob sie den Fiat als Nachfolger akzeptieren, bleibt abzuwarten. Die versprochene Wendigkeit und die Zuladung sind ansehnlich, bei der Reichweite und der Ladegeschwindigkeit gibt es noch Luft nach oben.
In Städten mit richtig engen Straßen wird der Italiener seine Liebhaber finden. Schlicht weil es Szenarien gibt, in denen es der größere Transporter nicht bis zur Ladentür schafft. Das gilt vor allem, wenn der Kaufpreis tatsächlich überschaubar bleibt.
Pluspunkt: Die Technik des Tris ist nicht neu. Citroën Ami und Opel eRocks fahren mit dem gleichen Antrieb und haben – bei allen Vor- und Nachteilen – bewiesen, dass sie funktionieren.

Für die Märkte in Europa wird er Türen brauchen. Dann steht vielfältigen Einsätzen als Werbeträger, zum Beispiel mit Kaffeemaschine, nichts mehr im Weg.
Ich wusste schon als Kleinkind, dass der Nachbar einen VW Golf GTD fuhr. Seitdem begleitet mich meine Leidenschaft für Auto, Motorrad und Van. Ich habe 15 Jahre lang als Automobiljournalist gearbeitet. Camping, Werkstatt, Garten und DIY interessieren mich außerdem.
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