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Spotify: Mit einem Haken gegen KI-Musik
von Florian Bodoky

Meta erweitert seine KI-Systeme in Europa, um minderjährige Nutzer zu erkennen. Auf Instagram, Threads und Facebook sollen dafür körperliche Merkmale auf Bildern und Videos analysiert werden.
Meta geht in Europa stärker gegen falsche Altersangaben auf seinen Plattformen vor. Dafür erweitert der Konzern die bestehenden KI-Systeme auf Instagram, Facebook und Threads. Die Künstliche Intelligenz soll erkennen, ob Kinder oder Jugendliche beim Registrieren ein höheres Alter angegeben haben, um Schutzmechanismen zu umgehen. Denn auch ohne Social-Media-Verbot auf gesetzlicher Ebene, gibt es bei Insta und Co. ein Mindestalter – 13 Jahre.
Laut Meta startet das System ab sofort in allen 27 EU-Staaten sowie in Brasilien. Zunächst auf Instagram und Threads, Facebook soll im Juni folgen. Kinder unter 13 Jahren sollen dadurch konsequenter von den Plattformen ausgeschlossen werden, während Jugendliche unter 18 automatisch in geschützte Teen-Konten verschoben werden.
Bislang achtete die Meta-KI vor allem auf Texte und Profilangaben. Wer etwa in Kommentaren als «Siebtklässler» bezeichnet wurde oder Inhalte über Schule, Prüfungen oder typische Jugendthemen postete, konnte dadurch auffallen. Neu analysiert die KI zusätzlich Bilder und Videos sowie den gesamten Kontext eines Accounts. Das System erkennt beispielsweise typische Motive aus dem Alltag jüngerer Nutzerinnen und Nutzer oder bestimmte Verhaltensmuster und Interaktionen mit Dritten auf den Plattformen.
Ergänzend dazu prüft die KI Fotos und Videos auf körperliche Merkmale, die Rückschlüsse auf das ungefähre Alter zulassen sollen. Laut Meta kommt dabei keine Gesichtserkennung zum Einsatz. Meta beschreibt die neue Technik als Kombination aus Bildanalyse, Verhaltensauswertung und maschinellem Lernen. Das Unternehmen will damit nicht nur Kinder unter 13 Jahren identifizieren, sondern auch Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren, die sich älter gemacht haben, um weniger Einschränkungen zu haben.

Erkennt das System Auffälligkeiten, verschiebt Meta die betroffenen Profile automatisch in sogenannte Teen-Konten. Dort gelten strengere Sicherheitsregeln: Fremde können Jugendlichen nur eingeschränkt Nachrichten schicken, sensible Inhalte tauchen seltener auf und einige Funktionen stehen nur begrenzt zur Verfügung.
Meta kündigt ausserdem an, Eltern stärker einzubeziehen. Künftig sollen sie Benachrichtigungen erhalten, damit sie das Alter ihrer Kinder überprüfen und bestätigen können. Gleichzeitig will der Konzern verhindern, dass gesperrte Minderjährige einfach neue Konten erstellen. Dafür setzt Meta ebenfalls auf KI-gestützte Erkennungssysteme.
Meta lanciert diese Möglichkeiten nicht ganz freiwillig. Eigentlich möchte das Unternehmen, dass die Altersprüfung bereits beim Einrichten eines Smartphones oder direkt über App-Stores erfolgt. Damit müssten Plattformen wie Instagram oder Facebook die Überprüfung nicht selbst durchführen. Dennoch führte Meta diese Systeme – auch aufgrund des Drucks diverser Regierungen – ein. Zunächst war dies in den USA, Kanada, Australien und Grossbritannien der Fall. Dort analysiert die KI ebenfalls Inhalte und Nutzungsverhalten, um mutmasslich minderjährige Accounts zu erkennen. Wie zuverlässig solche Kontrollen funktionieren, ist allerdings umstritten. In Grossbritannien umgehen viele Minderjährige bestehende Altersbeschränkungen mit VPN-Diensten oder manipulierten Angaben. Nun soll die KI das Alter nicht nur beim Registrieren prüfen, sondern laufend analysieren, ob das angegebene Alter plausibel wirkt.
Ob Meta die neue Technologie auch in der Schweiz einführen will, ist bislang nicht bekannt. So soll Ende des Jahres die Schweizer E-ID eingeführt werden. Diese könnte künftig ebenfalls für digitale Altersnachweise eingesetzt werden. Ähnliche Systeme gibt es auch in der EU, allerdings ist dort die Funktion «digitaler Personalausweis» teilweise erst ab 16 verfügbar.
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