
Intel Core Ultra 200HX Plus: mehr vom Gleichen, aber mit einem cleveren Software-Trick
Intel hat seine Arrow-Lake-Chips für Laptops aufgefrischt. Das Ergebnis: Zwei neue Prozessoren, bescheidene Leistungssteigerungen und ein Software-Tool, das den Unterschied machen soll.
«Plus» steht bei Intel jetzt für «Enthusiast». Die neuen CPUs sind auf Leistung getrimmt und für Notebooks mit dedizierten Grafikkarten geschaffen. Dabei sind die Core Ultra 200HX Plus-Chips keine Revolution, sondern eine Überarbeitung. Es ist die gleiche Arrow-Lake-Architektur wie bei den bestehenden 200HX-Modellen, jedoch mit besonders leistungsfähigen Chips – Stichwort: Binning. Wer auf einen grossen Generationssprung hofft, wird enttäuscht.
Acht Prozent schneller
Der Core Ultra 290HX Plus löst den 285HX ab. Intel verspricht rund acht Prozent mehr Gaming-Performance bei 1080p gegenüber seinem Vorgänger. Bei höheren Auflösungen wird der Unterschied noch kleiner. Die Specs: 24 Kerne (8 Performance + 16 Efficiency), 24 Threads, bis zu 5,5 GHz Boost-Takt. Neu ist ausserdem eine um 900 MHz erhöhte Die-to-Die-Interconnect-Frequenz – die Kerne kommunizieren also schneller mit dem Speichercontroller, was Latenzen in anspruchsvollen Szenarien senken soll.
Immerhin: Wer noch mit einem vier Jahre alten i9-12900HX unterwegs ist, darf sich über bis zu 62 Prozent mehr Gaming-Performance und bis zu 87 Prozent schnellere Produktivitäts-Workloads freuen.
Über den Core Ultra 270HX Plus verliert Intel kaum ein Wort. Er ersetzt den 265HX und ist unterhalb des 275HX eingestuft. Die wichtigsten Daten: 20 Kerne (8P + 12E), 20 Threads, P-Core-Boost bei 5,3 GHz (identisch mit dem 265HX), E-Core-Boost neu bei 4,7 statt 4,6 GHz. Der Leistungssprung dürfte somit noch geringer ausfallen als beim 290HX Plus.
Das Binary Optimization Tool ist spannend
Beide Chips bringen ein neues Software-Feature mit: das Binary Optimization Tool. Es nutzt Intels Compiler- und Profiling-Technologie, um ausführbare Dateien neu zu ordnen – so, dass der Prozessor kontinuierlich mit Daten versorgt wird und weniger Taktzyklen verschwendet. Kein Hardware-Wunder, sondern clevere Software-Optimierung auf Compiler-Ebene. In manchen Spielen soll das spürbar etwas bringen.
Wer baut bereits Laptops damit?
Gleich mehrere Hersteller haben Laptops mit den neuen Chips angekündigt:
- Asus TUF Gaming A16 / F16: erstmals mit OLED-Display – nur das F16 nutzt den 290HX Plus
- Asus ROG Strix G16 / G18: beide mit 290HX Plus; das G18 kommt mit 240-Hz-Mini-LED-Display
- Acer Predator Helios Neo 16S AI / Neo 16 AI: OLED-Panels, bis zu RTX 5080, ebenfalls mit 290HX Plus
- Alienware, Razer, MSI, Lenovo, HP und weitere vervollständigen die Liste auf Intels Website
Wann die neuen Notebooks bei uns verfügbar sind, ist noch nicht bekannt.
Nur für die wenigsten ein sinnvolles Upgrade
Der Core Ultra 200HX Plus ist solides Engineering ohne Überraschungen. Wer ein Notebook mit den Vorgänger-Chips besitzt, kann getrost bei ihnen bleiben. Wer hingegen noch mit deutlich älterer Hardware arbeitet und ein leistungsstarkes Gaming-Laptop sucht, findet mit den neuen CPUs eine solide Option.
Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, ist meine Leidenschaft.
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