
Produkttest
Katzenklo vs. Luftreiniger: Wer gewinnt?
von Darina Schweizer

Mein erster Haustier-Luftfilter war gut, aber laut. Jetzt tritt ein stärkeres Modell an. Die entscheidende Frage: Geht Leistung auch leise?
Es stinkt in meinem Katzenklo-Abstellraum – und das stinkt mir. Deshalb teste ich Luftreiniger, die unangenehme Gerüche und Katzenhaare beseitigen. Der erste hat das ganz gut geschafft. Allerdings fand ich ihn altbacken und zu laut.
Nun stellt sich ein weiterer Kandidat dem Härtetest: der Levoit Vital 200S Pro. Mit einem Preis von rund 230 Franken ist er etwa 100 Franken teurer als sein Vorgänger Petair. Dafür soll er auch grössere Räume bis zu 88 Quadratmeter statt nur 50 filtern. Doch kann er wirklich mehr?
Der erste Eindruck ist sehr positiv. Der 39,6 × 21,7 × 50,2 Zentimeter grosse und 6 Kilogramm schwere Levoit ist etwas wuchtiger als der Petair, wirkt jedoch moderner und hochwertiger. Ausserdem ist er rechteckig statt rund. Die Luft saugt er nur von einer Seite statt rundherum ein. Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, wird sich noch zeigen.
Als ersten Schritt muss ich die Plastikverpackung des Vorfilters entfernen. Er fängt grosse Partikel wie Staub, Flusen, Fasern oder Haare ein. Aussergewöhnlich: Er ist waschbar. Das ist alle zwei bis vier Wochen nötig. Du kannst ihn mit dem Staubsauger absaugen, unter den Wasserhahn halten und trocknen lassen. Übrigens: Auch den Infrarot-Staubsensor des Levoit-Filters solltest du rund alle zwei Monate mit einem Wattestäbchen reinigen. Zeit ist es, wenn die Luftqualitätsanzeige häufiger als sonst rot leuchtet.

Der Aktivkohlefilter absorbiert Rauch, Gerüche und Dämpfe. Unter anderem auch Ammoniak und Schwefelwasserstoff von Katzenausscheidungen.
Der Hauptfilter entfernt (wie beim Petair) bis zu 0,3 Mikrometer kleine Schwebepartikel wie Hausstaubmilben, Haustierschuppen und Pollen. Er muss etwa jährlich ersetzt werden. Das ist halb so häufig wie der Filter des Petairs. Dafür ist er etwa doppelt so teuer. Kommt also wieder aufs Selbe raus.
Genug zur Innenwelt. Jetzt will ich wissen, was die Filter können. Ich schalte den Levoit über die Haupttaste in der Mitte des Displays ein. Das Gerät beginnt kaum hörbar zu brummen. Ich muss die Hand an den Luftstrom halten, um zu prüfen, ob er überhaupt läuft. Davor stehend messe ich sowohl im Schlaf- als auch im Automatikmodus eine Lautstärke von 33 Dezibel. Das sind 15 Dezibel weniger als beim Petair. Trotzdem liefert er 131 m³/h mehr saubere Luft. Damit punktet er gleich doppelt.
Auch beim Levoit-Filter verbinde ich mich mit der dazugehörigen App: Hier heisst sie VeSync. Sie ist übersichtlicher als die Tuya-App des Petairs. Ich kann die Reinigungsleistung über Wochen hinweg und via WLAN von unterwegs verfolgen. Und ich habe insgesamt mehr Optionen. Zusätzlich zum Timer, Automatik-, Schlaf- und Haustiermodus habe ich vier verschieden starke Reinigungsstufen. Ob so viele nötig sind, ist Ansichtssache. Die Lautstärke steigt bei den vier Stufen von 37 über 43 und 50 bis auf 64 Dezibel an (was auch der Haustier-Stufe und der lautesten Petair-Stufe entspricht).


Der Haustier-Modus ist also nicht ganz leise. Woran liegt das? Jeremy Fuchs von der oneten brand development AG, die mir den Levoit-Filter zur Verfügung gestellt hat, schreibt:
«Der Haustier-Modus läuft bewusst auf einer höheren Stufe. Tierhaare, Hautschuppen und Gerüche sind grösser und schwerer als Feinstaub und brauchen mehr Luftdurchsatz, um zuverlässig eingefangen zu werden.»
Normalerweise reichen gemäss Jeremy Fuchs aber auch der Automatikmodus oder Stufe 2 völlig aus. Er empfiehlt, den Haustier-Modus gezielt einzusetzen, zum Beispiel nach dem Bürsten, Spaziergehen oder wenn der Hund beziehungsweise die Katze länger im selben Raum war. Ich kann bestätigen: Der Automatikmodus reduziert Gerüche in meinem Abstellraum zufriedenstellend. Und wenn das doch einmal nicht ausreicht, aktiviert er von allein eine höhere Stufe.
Doch wie viel Strom verbrauchen all diese cleveren Modi? Im Automatikmodus zieht der Filter 15 Watt (10 Watt mehr als der Petair). Auf Stärke vier, die nach einem Toilettengang kurz läuft, 47 Watt (17 Watt mehr als der Petair). Hochgerechnet sind das etwa 0,19 Kilowattstunden pro Tag – wenn der Filter etwa acht bis zehn Stunden läuft. Zum Vergleich: Das sind 0,09 Kilowattstunden mehr als der Petair. Ein geringer Unterschied, trotz deutlich stärkerer Filterleistung. Gut verkraftbar.
Mein Eindruck nach zwei Wochen: Die Leistung des Levoit-Luftfilters überzeugt mich. Wie schon beim Petair rieche ich bereits beim Betreten meiner Wohnung, ob er gelaufen ist oder nicht. Dass er die Luft, im Unterschied zum Petair, nur auf einer Seite einsaugt, ist kein Nachteil. Im Wohnraum stelle ich ihn direkt an die Wand, ohne dass die Leistung leidet. Im Abstellraum muss ich ihn einfach mit der richtigen Seite, sprich dem Levoit-Logo, zum Katzenklo hin platzieren.
Die gute Filterleistung ist übrigens nicht nur mein subjektiver Eindruck. Das zeigt eine Feinstaub-Messung mit einem externen Messgerät. Die Werte sinken nach wenigen Minuten von 12 auf 0 µg/m³. Wie gut Gerüche reduziert werden, ist schwer objektiv zu messen. VOC-Sensoren (für flüchtige organische Verbindungen) erfassen viele Ausdünstungen nur begrenzt. Ich muss mich also primär auf meine Nase verlassen.

Zum Schluss bleibt noch etwas zu erwähnen, was der Petair hatte und dem Levoit-Filter fehlt: integrierte Spielzeugbälle. Meine Katzen und ich hielten sie jedoch für überflüssig. Uns reicht es, wenn der Luftreiniger einfach nur das tut, was er soll: Luft filtern. Und das so leise, dass wir kaum etwas davon mitbekommen.
Pro
Contra
Ich liebe alles, was vier Beine oder Wurzeln hat – besonders meine Tierheimkatzen Jasper und Joy sowie meine Sukkulenten-Sammlung. Am liebsten pirsche ich auf Reportagen mit Polizeihunden und Katzencoiffeurinnen umher oder lasse in Gartenbrockis und Japangärten einfühlsame Geschichten gedeihen.
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