
Kinderbilder auf dem Teambus: So schön fahren die WM-Stars ins Stadion
Die Teambusse an der Fussball-WM sind rollende Werbeflächen. Neben Markenlogos und Nationalflaggen bieten sie Platz für eine schöne Idee: An der WM 2026 schmücken Kinderzeichnungen die Fenster.
Die Stars werden hinter getönten Scheiben sitzen. Trotzdem ziehen die Teambusse der 48 teilnehmenden Nationen an der Fussball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko alle Blicke auf sich: Wenn es mit Polizeieskorte in Richtung Stadion geht, halten Kameras drauf und Menschentrauben bilden sich am Strassenrand. Die Schaulustigen werden das schönste Element an den seitlichen Fenstern entdecken: Kinderzeichnungen, die junge Fans aus den jeweiligen Ländern bei einem Wettbewerb eingereicht haben.

Quelle: Hyundai
Unter dem Motto «Was sehen die Spieler auf ihrem Weg zum Ruhm aus dem Busfenster?» durften Fünf- bis Zwölfjährige seit Dezember 2025 Bilder hochladen – sie konnten allerdings nur hoffen, solange ihre Nation noch im Rennen um die Turnierteilnahme war. Doppelt traurig für italienische (und andere) Kinder, die mitgemacht, durch das Ausscheiden ihrer Länder aber keine Chance hatten.
Allez Suisse & Holt den Pott
Zum Glück haben Kinder genug Fantasie, um die Frage, was die Spieler beim Blick aus dem Busfenster wohl sehen, nicht allzu ernst zu nehmen. Statt mehrspuriger amerikanischer Highways zeigen die Siegerbilder farbenfrohe, landestypische Szenen. Das Schweizer Bild in voller Pracht habe ich bei Hyundai angefragt und füge es ein, sobald ich es bekomme. Vorläufig tut es auch dieser Ausschnitt aus der Collage im Titel, die das Unternehmen mit der Pressemitteilung veröffentlicht hat.

Quelle: Hyundai
Am 1. August ist die Nati sicher zurück, der Final steigt schliesslich am 19. Juli. Bis dahin hoffen wir, dass das Team ein Feuerwerk auf den Rasen brennt und möglichst lange auf das echte Alpenpanorama vor dem Fenster verzichten muss. Während Name und Alter der Künstlerin oder des Künstlers noch in den Sternen stehen, ist in Deutschland bereits klar: Noah heisst der elfjährige Star am Stift, der auf mehr als ein (Brandenburger) Tor hofft.

Quelle: Hyundai
The winner takes it all
Für die Auserwählten gibt es nicht nur Ruhm und Ehre, sondern auch einen Trip ans Turnier inklusive Match-Besuch. Da lassen sich die Fifa und Hyundai nicht lumpen. Der südkoreanische Fahrzeughersteller nennt die Aktion schliesslich «Be There With Hyundai».
Auf der Collage oben im Titel sind weitere Motive zu erkennen: Sie zeigen zum Beispiel den kolumbianischen Superfan «El Cole» in seinem geflügelten Kondor-Anzug, jubelnde Jordanier oder Arm in Arm vereinte Südkoreaner. Die Bilder sind so bunt wie die Welt; jedes trägt eine ganz eigene Handschrift und weicht vom Branding-Einheitsbrei ab. Davon gibt's immer noch genug: Ungefähr so werden die bedruckten Busse aussehen.

Quelle: Hyundai
Was früher auf den Bussen war
Die Aktion «Be There With Hyundai» gibt es seit 2006 – und seit damals füllten mehr oder weniger kreative Sprüche den Platz auf den Teambussen.
Die Nati reiste mit «2006, it's Swiss o'clock», «Final destination: 11 July 2010», «Final stop: Maracanã!» und «Four Languages, One Nation» auf dem Car. Das deutsche Team fuhr mit «A time to make friends», «On the way to get the Cup!», «One Nation, One Team, One Dream!» und «Together! Writing History!» durch die Turniere.
2022 gab es dann einen Slogan für alle. Er lautete: «cheer» und die Busse waren mit Nachhaltigkeitsbotschaften wie «reduce your energy consumption» gepflastert – was angesichts des nur angeblich klimaneutralen Turniers in Katar nach hinten losging. Es gab reichlich Kritik.
Verglichen damit ist die aktuelle Idee wirklich ausgezeichnet.
Einfacher Schreiber, zweifacher Papi. Ist gerne in Bewegung, hangelt sich durch den Familienalltag, jongliert mit mehreren Bällen und lässt ab und zu etwas fallen. Einen Ball. Oder eine Bemerkung. Oder beides.
Vom neuen iPhone bis zur Auferstehung der Mode aus den 80er-Jahren. Die Redaktion ordnet ein.
Alle anzeigen

