
Merrells MTL SpeedArc Peak ist ganz aufs Trailrunning ausgerichtet
Fünf Jahre hat Merrell am neuen Trailrunning-Schuh, dem MTL SpeedArc Peak, gearbeitet. Die Jury des European Outdoor Awards verlieh ihm schon vor dem offiziellen Marktstart im Sommer einen Preis.
Mit dem MTL SpeedArc Peak hat es sich Merrell nicht leicht gemacht: Sieben Prototypen wurden nach Angaben des Unternehmens im Labor und von Athleten auf schlammigen Waldwegen, Granitgestein, steilen Anstiegen und bei Wüstenhitze getestet. Herausgekommen ist Merrells «bislang fortschrittlichster Trailrunning-Schuh». Er wurde jetzt bei den Outdoor Business Days in Riva del Garda mit einem European Outdoor Award ausgezeichnet.
Zweischichtige Zwischensohle
Gemacht ist der MTL (das steht für Merrell Test Lab) SpeedArc Peak für schnelle, lange Läufe abseits der Strasse. Kernstück ist die zweiteilige Zwischensohle, die eine gegabelte Carbonplatte umschliesst.
Die obere Schicht besteht laut Merrell aus dem neuen sogenannten Float-Pro-Rennschaum auf PEBA-Basis. PEBA kommt in Wettkampf-Laufschuhen zum Einsatz und zeichnet sich durch geringes Gewicht und hohe Energierückgabe aus. Der Schaumstoff der unteren Sohle ist etwas härter, um bei langen Trailläufen die nötige Stabilität zu geben. Zudem schützt die untere die obere Sohle und soll den Schuh so robuster und langlebiger machen.

Die Aussensohle ist eine Vibram-Megagrip-Elite-Sohle, die erstmals beim Norda 005-Laufschuh eingesetzt wurde. Sie zeichnet sich durch sehr guten Halt auf nassen und trockenen Wegen aus und wurde für Leistungssportlerinnen und -sportler in anspruchsvollem Gelände entwickelt. Der MTL SpeedArc Peak hat vier Millimeter hohe Stollen. Die Aussparungen an Stellen, an denen die Sohle keinen Bodenkontakt hat, soll das Gewicht reduzieren.

Insgesamt beträgt die Fersenhöhe 32 Millimeter, am Vorfuss ist der Schuh 26 Millimeter hoch mit einer Sprengung von sechs Millimetern. Mit rund 300 Gramm ist der Schuh für einen Trailrunner leicht, aber nicht ultraleicht.
Obermaterial mit Dehnungszone
Wie fast alle modernen Trail-Race-Schuhe besteht das Obermaterial aus Kevlar-basiertem Matryx. Es soll besonders abriebfest sein und kein Wasser aufnehmen, was speziell an nassen Tagen und bei Bachüberquerungen auf der Rennstrecke ein Vorteil ist. Zwischen den beiden Matryx-Panels ist, quasi als Verlängerung der Zunge, weicheres Material eingefügt. Es soll sich dehnen, wenn die Füsse bei Ultra-Belastungen anschwellen.
Konsequenter Fokus aufs Trailrunning
Die Jury des European Outdoor Awards hob hervor, dass der Schuh von Grund auf fürs Trailrunning entwickelt wurde. Damit unterscheide er sich von anderen Trail-Schuhen mit Carbonplatte, die bis zu einem gewissen Grad adaptierte Strassenlaufschuhe seien. «Dieser Trailrunning-Schuh wurde spezifisch für die Anforderungen von technischem Gelände entwickelt und verbindet effizienten Vorwärtsschub mit Stabilität und Kontrolle», heisst es in der Begründung.
Tatsächlich zeigt der MTL SpeedArc Peak eine Entwicklung im Trailrunning deutlich auf: Trailschuhe werden immer technischer mit Materialien wie Carbon und Kevlar, um optimale Performance zu bieten. Da der Sport an sich immer kompetitiver wird, spielt auch das Material eine grössere Rolle. Neben dem Komfort auf ultralangen Strecken fallen Vortrieb und Energierückgabe durch Carbon und superkritischen Schaum (mit Stickstoff oder Kohlendioxid injezierter Schaumstoff) stärker ins Gewicht.
Wann und ob wir den MTL SpeedArc Peak im Sortiment haben werden, der voraussichtlich im August auf den Markt kommt, steht derzeit noch nicht fest.
Forschungstaucherin, Outdoor-Guide und SUP-Instruktorin – Seen, Flüsse und Meere sind meine Spielplätze. Gern wechsel ich auch mal die Perspektive und schaue mir beim Trailrunning und Drohnenfliegen die Welt von oben an.
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