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Youtube / tfm55x
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Nach Spionagevorwürfen: YouTuber reisst WLAN und Mikrofone aus seinem neuen LG OLED

Luca Fontana
6-10-2026

Ein YouTuber schraubt seinen frisch gekauften LG OLED G6 auf und entfernt WLAN, Bluetooth und Mikrofone. Damit reagiert er auf Berichte über Datensammlung und mögliche Spionageangriffe bei LG-Fernsehern.

Fernseher analysieren, was wir schauen. Sie durchsuchen unser Heimnetzwerk nach anderen Geräten. Und werden sie entsprechend kompromittiert, können ihre Mikrofone sogar zur Überwachung missbraucht werden. All das hat das US-Tech-Medium Gamers Nexus kürzlich bei LG-TVs untersucht – und damit offenbar einen Nerv getroffen.

Der YouTuber tfm55x zieht jedenfalls radikale Konsequenzen. In seinem Video «This LG G6 OLED Glass Belongs to Me!» schraubt er seinen neu gekauften LG OLED G6 auf, trennt das kombinierte WLAN- und Bluetooth-Modul vom Mainboard und entfernt die beiden winzigen Mikrofone aus der unteren Blende.

Dahinter steckt auch ein Satz, der im Zuge der Recherche für Aufsehen sorgte: «We own the glass» – «uns gehört der Bildschirm». Er stammt von einem Manager von LG Ad Solutions, der Werbesparte des Konzerns. Gemeint ist damit LGs Zugriff auf den Bildschirm als Werbefläche und Datenquelle. tfm55x nimmt den Spruch trotzdem beim Wort. Seine Antwort an LG: «Well, you don't own the glass on this one.»

Auch die Fernbedienung hat ausgedient, denn sie besitzt ein eigenes Mikrofon. tfm55x lässt schlicht die Batterien draussen. Der teure OLED-TV dient künftig nur noch als «dumb monitor», also als Bildschirm ohne Smart-Funktionen. Gesteuert wird er über Home Assistant.

Vom Nachmachen rät der YouTuber allerdings ab. Um die winzigen Mikrofone von der Platine zu lösen, verwendet er unter anderem eine Heissluft-Lötstation. Wer nicht weiss, was er tut, soll die Finger davon lassen.

Radikale Lösung für ein reales Problem

Ganz so dramatisch, wie der Umbau vermuten lässt, ist die Beweislage allerdings nicht. Gamers Nexus zeigte zwar, dass sich ein zuvor kompromittierter LG-Fernseher als Aufnahmegerät missbrauchen lässt – sogar bei schwarzem Bildschirm. Dass LG selbst heimlich Wohnzimmergespräche aufzeichnet und für Werbung an seine Server schickt, wurde aber nicht nachgewiesen.

Andere Datenschutzbedenken sind dagegen real. LG-Fernseher können über Automatic Content Recognition (ACR) erkennen, was gerade läuft, sogar über externe HDMI-Geräte wie Spielkonsolen oder Set-Top-Boxen. Zudem durchsuchen sie das lokale Netzwerk nach anderen Geräten. LG bestätigt beides, betont beim Netzwerkscan aber, dass dieser der Erkennung kompatibler Geräte diene und die gesammelten Informationen nicht für Werbeprofile verwendet würden.

Klar ist hingegen, dass hinter ACR ein Werbegeschäft steckt. LG betreibt mit LG Ad Solutions eine eigene Werbeplattform, die Informationen über das Sehverhalten für zielgerichtete Werbung nutzen kann. Bei aktiviertem ACR werden laut LG zudem WLAN-Daten verwendet, um den ungefähren Standort des Fernsehers zu bestimmen.

Wer das nicht möchte, muss allerdings nicht gleich zum Lötkolben greifen. ACR lässt sich in den Einstellungen deaktivieren; in Tests von RTINGS verschwand danach bei mehreren Fernsehern der entsprechende Datenverkehr.

Titelbild: Youtube / tfm55x

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Ich schreibe über Technik, als wäre sie Kino, und über Filme, als wären sie Realität. Zwischen Bits und Blockbustern suche ich die Geschichten, die Emotionen wecken, nicht nur Klicks. Und ja – manchmal höre ich Filmmusik lauter, als mir guttut.


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