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Phil Spencer tritt nach 40 Jahren zurück – KI-Chefin übernimmt Xbox-Leitung
von Philipp Rüegg

Microsoft stoppt die Entwicklung von KI-Funktionen für die Xbox. Verantwortlich dafür ist die neue Xbox-Chefin.
Die neue Xbox-Chefin Asha Sharma sorgt mit einem Post auf X für Aufsehen. Sie kündigt an, dass Microsoft die Entwicklung von KI-Funktionen für die Xbox einstellt.
Sharma schreibt: «Xbox muss schneller werden, unsere Verbindung zur Community vertiefen und bestehende Hürden für Spieler und Entwickler abbauen.» Die ersten Schritte dieser Neuausrichtung stehen schon fest: «[...] wir beginnen damit, Funktionen einzustellen, die nicht zu unserer zukünftigen Ausrichtung passen. Wir werden Copilot auf Mobilgeräten schrittweise auslaufen lassen und die Entwicklung von Copilot für Konsolen einstellen.»

Die Xbox-Version von Microsofts KI-Assistenten Copilot kündigte das Unternehmen im März vergangenen Jahres an. Angepriesen wurde «Copilot for Gaming» als «ultimativer Gaming-Sidekick, der Spielern dabei helfen soll, schneller ins Spiel zu kommen, ihre Fähigkeiten durch Experten-Coaching zu verbessern und ein sozialeres Spielerlebnis zu geniessen.»
Konkret bedeutet das: Du kannst die KI jederzeit nach Tipps und Tricks zum aktuellen Spiel fragen. Je nachdem meldet sich der Copilot auch proaktiv, wenn er merkt, dass du elender Noob nicht weiterkommst. Bei Games, die du länger nicht gespielt hast, gibt dir die KI eine Zusammenfassung, damit du dich erinnerst, wo du bist und was du zu tun hast. Auf Wunsch kann dir der Copilot auch Mut zusprechen («du schaffst das!») oder dich mit Trashtalk nerven («get good!»), wenn du gerne erniedrigt wirst.
Auf Mobile und PC wurden bereits erste Beta-Versionen ausgerollt. Der Konsolen-Launch wäre für 2026 geplant gewesen.

Dass gerade Asha Sharma die gross angekündigte KI-Revolution bei Xbox killt, erstaunt.
Sharma wurde erst im Februar zur neuen Xbox-Chefin ernannt. Zuvor leitete sie Microsofts Core-AI-Abteilung, in der das Fundament für Microsofts KI-Strategie und KI-Produktintegration erarbeitet wird.
Bereits zu ihrem Amtsantritt versuchte Sharma auf die Sorgen der Community einzugehen und Vertrauen aufzubauen. Sie kündigte an: «Während sich Monetarisierung und KI weiterentwickeln und die Zukunft beeinflussen, werden wir nicht nach kurzfristiger Effizienz streben oder unser Ökosystem mit seelenlosem KI-Schund überschwemmen. Spiele sind und bleiben Kunst [...].»

Dass Sharma ihren Worten nun Taten folgen lässt, wird von Xbox-Fans in sozialen Medien gefeiert. Die Xbox-Chefin wird von vielen gar als Heilsbringerin der angeschlagenen Gaming-Marke gesehen. Das hat auch mit Sharmas restlichen radikalen Entscheidungen in den vergangenen drei Monaten zu tun.
Seit ihrem Amtsantritt hat Sharma bereits mehrmals für Wirbel gesorgt. Im Rahmen ihrer «Rückkehr zur Xbox» kündigte die Xbox-Chefin im März Microsofts Next-Gen-Konsole «Project Helix» an und stoppte die unbeliebte «This is an Xbox»-Kampagne. Im April verkündete sie, dass «Microsoft Gaming» nur noch «Xbox» heisst und verpasste der angeschlagenen Marke einen neuen visuellen Auftritt. Zudem senkte Sharma den Preis für Game Pass und verbannte neue «Call of Duty»-Games aus dem Abo.

Zuletzt hat Sharma angedeutet, dass Microsoft-intern zumindest über eine Rückkehr zu exklusiven Xbox-Games nachgedacht wird. Zur Erinnerung: In den vergangenen Jahren hat sich Microsoft zunehmend vom traditionellen Konsolen-Businessmodell verabschiedet und ehemals exklusive Franchises auf PS5 und Switch (2) veröffentlicht.
Für noch mehr Wirbel dürften zahlreiche Änderungen in der Xbox-Führungsriege sorgen. Im Rahmen der Xbox-Copilot-Ankündigung schreibt Sharma: «Heute haben wir [...] neue Stimmen ins Unternehmen geholt, die uns dabei helfen sollen, uns weiter voranzubringen. Diese Balance ist wichtig, um das Geschäft wieder auf Kurs zu bringen».
Bei diesen «neuen Stimmen» handelt es sich mehrheitlich um ehemalige Mitarbeiter aus Sharmas Core-AI-Team.

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