

Pias Picks: Klappstühle, die alles andere als zweite Wahl sind
Klappstuhl klingt nach Campingplatz, wackeligem Gestell und dem leisen Verdacht, dass die Konstruktion jeden Moment aufgibt. Diese Designs haben meine Meinung geändert – und brauchen kaum Platz.
Das eigentliche Missverständnis war nie das Klappprinzip. Es war, dass wir Klappmöbel jahrzehntelang nicht ernst genommen haben – und die Hersteller ihnen lange keine Chance gaben, das zu widerlegen. Olivgrünes Stahlrohr, knallbunte Streifen, das charakteristische Quietschen bei jeder falschen Bewegung. Inzwischen sieht das anders aus.
Klappstühle in schön
Ein Klappstuhl, der gut aussieht, hat einen handfesten Vorteil: Er ist da, wenn Besuch kommt, und weg, wenn er nicht gebraucht wird. Kein Demontieren, kein Suchen nach Schrauben, kein schlechtes Gewissen wegen des Platzes. Ein Haken an der Wand und schon verschwindet er vom Erdboden.
Dass das möglich ist, wissen Designerinnen und Designer schon lange: Giancarlo Piretti entwarf den «Plia» bereits 1967 – transparent, auf drei Zentimeter flach zusammenklappbar. Er steht heute im MoMA und wird zahlreich zitiert, so wie von En.Casa. David Chipperfields «Piana» für Alessi ist die zeitgenössische Antwort darauf: minimalistisch, in verschiedenen Farben und aus verstärktem Kunststoff. Und wer lieber lacht als staunt, greift zum «Mouth Chair» von Seletti und Blow – ein Klappstuhl in Lippenform, der beweist, dass so eine praktisches Teil auch äusserst dekorativ sein kann.

Quelle: Alessi
Für draussen
Textil und Holz sorgen dafür, dass der Komfort nicht auf der Strecke bleibt und dass das Ding sogar auf dem Balkon glänzen kann. Zur Pflege brauchst du nicht viel: Holzgestelle freuen sich einmal pro Saison über etwas Öl, abnehmbare Stoffbezüge kommen einfach in die Waschmaschine. Das war's.

Quelle: Kave Home

Quelle: Kave Home

Quelle: House Nordic
Klappmöbel können noch mehr: Sie gehen mit. Zum Picknick, an den See, an den Strand – oder einfach vom Balkon in die Wohnung, wenn es zu kalt wird. Die Sitzgelegenheiten von Sunnylife sind genau genommen keine Möbel, aber gehen in eine ähnliche Richtung. Sie sind leicht, mit Tragegurt, in sechs Neigungspositionen verstellbar und aus wasserabweisendem, farbbeständigem Canvas.
Egal, welche Variante – beim nächsten Umzug machst du dir keinen Kopf: nichts zu demontieren, nichts zu polstern, einfach zusammenklappen und mitnehmen. Wer wenig Platz hat, drinnen wie draussen, muss nicht mehr zwischen Stil und Praktikabilität wählen. Du klappst einfach auf. Und wenn Besuch kommt, auch noch ein zweites Mal.
In der Serie «Pias Picks» siehst du regelmässig meine Lieblingsfunde, die ich nicht brauche, aber trotzdem anschmachte.
Wie ein Cheerleader befeuere ich gutes Design und bringe dir alles näher, was mit Möbeln und Inneneinrichtung zu tun hat. Regelmässig kuratierte ich einfache und doch raffinierte Interior-Entdeckungen, berichte über Trends und interviewe kreative Köpfe zu ihrer Arbeit.
Hier liest du eine subjektive Meinung der Redaktion. Sie entspricht nicht zwingend der Haltung des Unternehmens.
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