Deine Daten. Deine Wahl.

Wenn du nur das Nötigste wählst, erfassen wir mit Cookies und ähnlichen Technologien Informationen zu deinem Gerät und deinem Nutzungsverhalten auf unserer Website. Diese brauchen wir, um dir bspw. ein sicheres Login und Basisfunktionen wie den Warenkorb zu ermöglichen.

Wenn du allem zustimmst, können wir diese Daten darüber hinaus nutzen, um dir personalisierte Angebote zu zeigen, unsere Webseite zu verbessern und gezielte Werbung auf unseren und anderen Webseiten oder Apps anzuzeigen. Dazu können bestimmte Daten auch an Dritte und Werbepartner weitergegeben werden.

Shutterstock/Iren_Geo
News & Trends

Prozess in den USA beginnt: Machen Social Media Kinder bewusst süchtig?

Debora Pape
28-1-2026

Google und Meta müssen sich gegen den Vorwurf verteidigen, Jugendliche abhängig zu machen und ihnen dadurch zu schaden. Der Prozess könnte zu Milliardenstrafen und strukturellen Änderungen bei Social-Media-Diensten führen.

Social Media kann laut Studien wie dieser Depressionen fördern und durch gefährliche Trends insbesondere Minderjährige schädigen. Deswegen führte Australien vor wenigen Wochen als erstes Land weltweit eine Social-Media-Sperre für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren ein. Sie dürfen Plattformen wie Tiktok, X, Facebook, Instagram und YouTube in dem Land nicht mehr nutzen.

  • News & Trends

    Australien erlässt Verbot für Social Media unter 16 Jahren

    von Samuel Buchmann

Damit, ob diese Dienste bewusst so gestaltet sind, dass sie junge Menschen abhängig machen, befasst sich ein erster großer Prozess in Los Angeles (USA). Der Fall einer heute 19-jährigen US-Amerikanerin mit den Initialen «KGM» gilt als wegweisender Prozess. Diese Woche wird die Jury ausgewählt. Der Prozess soll sich über mehrere Wochen hinziehen.

Der Vorwurf: Glücksspielmechanismen auf Social-Media-Plattformen

KGM macht die Unternehmen hinter Tiktok, Facebook, Snapchat und YouTube für ihre psychischen Probleme verantwortlich. Die Plattformen nutzten nach ihrer Argumentation ähnliche Mechanismen wie süchtigmachende Glücksspielsysteme. Sie förderten endloses Scrollen und regten mit häufigen Push-Benachrichtigungen an, die Apps immer wieder zu öffnen.

Das Ziel: die Jugendlichen möglichst lange im Feed halten und ihnen Werbung präsentieren. Gleichzeitig gingen die Dienste zu wenig gegen Cyber-Mobbing vor und schützten nicht ausreichend gegen schädliche Inhalte. KGM sei in jungen Jahren von Social Media abhängig gewesen und leide deswegen an Depressionen und suizidalen Gedanken.

Die Tech-Konzerne argumentieren jedoch, dass die bislang eingeführten Jugendschutzmaßnahmen ausreichen und psychische Probleme Jugendlicher nicht allein sozialen Netzwerken anzulasten seien. Google und Meta verweisen auf ihre bestehenden Sicherheitsmaßnahmen und argumentieren, sie seien nicht für Inhalte von Drittanbietern verantwortlich.

Insbesondere Meta dürfte sich nur schwer aus der Verantwortung ziehen können. In den 2021 geleakten «Facebook Files» ist zu lesen, dass das Unternehmen die schädlichen Auswirkungen von Social Media (in diesem Fall Instagram) kennt, aber nichts dagegen tut.

  • Hintergrund

    Daumen runter: Die Facebook-Enthüllungen dieser Woche sind gravierend

    von Coya Vallejo Hägi

Mehr als tausend weitere Klagen sind anhängig

Wenige Tage vor dem Prozess konnten sich Tiktok und Snap in einem außergerichtlichen Vergleich mit KGM einigen und drücken sich somit vor der Anklagebank. Zu welchen Konditionen die Einigung zustande kam, ist nicht bekannt. Verantwortliche von Google als Betreiberin von YouTube sowie Meta, der Facebook-Mutterkonzern, werden jedoch Rede und Antwort stehen müssen. Unter anderem wird eine Aussage von Metas Geschäftsführer Mark Zuckerberg erwartet.

In der Vergangenheit wurde Zuckerberg bereits vor dem US-Kongress zu Vorwürfen dieser Art befragt – echte Konsequenzen oder deutlich strengere Regulierungen gab es bislang aber nicht.

Das könnte sich ändern. Mehr als tausend weitere Klagen von betroffenen Eltern, Schulbezirken sowie fast allen US-Bundesstaaten liegen vor. In Kalifornien werden diese Verfahren nun gebündelt. Der aktuelle Fall dient als Testlauf, der Maßstäbe für alle folgenden Prozesse setzen könnte.

Das Urteil könnte weitreichende Folgen für Social Media haben

Sollte die Jury den Argumenten der Klägerseite folgen, drohen den Unternehmen Milliardenstrafen, strengere Jugendschutzauflagen, Transparenzpflichten für Algorithmen – und womöglich strukturelle Änderungen an den Plattformen selbst. Sarah Gardner, Geschäftsführerin einer Initiative, die für die Online-Sicherheit von Kindern eintritt, zieht einen drastischen Vergleich: Das Verfahren ähnele den früheren Tabak-Prozessen, in denen die gesundheitlichen Folgen von Tabakkonsum anerkannt und als Folge Tabakwerbung in der Öffentlichkeit annähernd verboten wurde.

Titelbild: Shutterstock/Iren_Geo

9 Personen gefällt dieser Artikel


User Avatar
User Avatar

Fühlt sich vor dem Gaming-PC genauso zu Hause wie in der Hängematte im Garten. Mag unter anderem das römische Kaiserreich, Containerschiffe und Science-Fiction-Bücher. Spürt vor allem News aus dem IT-Bereich und Smart Things auf.


News & Trends

Vom neuen iPhone bis zur Auferstehung der Mode aus den 80er-Jahren. Die Redaktion ordnet ein.

Alle anzeigen

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren

  • News & Trends

    Schluss mit Shorts: Youtube gibt Eltern mehr Kontrolle

    von Michael Restin

  • News & Trends

    Guardian-Recherche: GPT-5.2 greift auf Grokipedia als Quelle zurück

    von Kim Muntinga

  • Hintergrund

    «The Social Network II»: Das Drama hinter Zuckerbergs Imperium geht weiter

    von Kim Muntinga

7 Kommentare

Avatar
later