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Produkttest

Runde und eckige Mopps kombiniert: Putzt der Hutt 10 damit besser?

Der Hutt 10 kombiniert zwei Mopps – einen eckigen und einen runden. Das klingt nach einer cleveren Lösung für Fensterecken. Ist es aber nicht ganz.

Das Beste aus zwei Welten – das ist das Konzept hinter dem Hutt 10. Zumindest in der Theorie. Denn bei diesem Fensterroboter kombiniert der Hersteller zwei Putzmethoden, die ich bisher nur einzeln kannte.

So funktioniert das aussergewöhnliche System

Hutt stattet das Gerät mit zwei Mopps aus, die sich optisch unterscheiden: Einer ist rund, der andere quadratisch. Nicht nur das Design ist anders, auch die Funktion.

Runder Mopp: Ich stülpe einen Bezug aus gröberer Mikrofaser über. Der Mopp dreht sich bei der Reinigung und entfernt so den Schmutz. Ein Gebläse sorgt für Unterdruck.

Quadratischer Mopp: Der Bezug besteht aus feinerem Stoff und ist rechteckig. Ich befestige ihn per Klettverschluss. Der Roboter zieht das Textil über die Scheibe. Ein zweites Gebläse sorgt auch hier für Unterdruck, eine Raupe für den Antrieb.

Die zwei unterschiedlichen Mopps: Der runde dreht sich, der quadratische wird übers Glas gezogen.
Die zwei unterschiedlichen Mopps: Der runde dreht sich, der quadratische wird übers Glas gezogen.

Auch für den Hersteller selbst ist diese Kombination neu. Beim Einstiegsgerät DDC55PRO zum Beispiel baut Hutt zwei runde Mopps ein.

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Konkurrent Ecovacs wiederum nutzt ein quadratisches Textiltuch und zwei Raupen, um das Glas zu reinigen.

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Und wie putzt der Hutt 10 ein Fenster? Er fährt zuerst auf die linke Seite, dann hoch an die obere Kante. Diese putzt er mit dem runden Mopp. Danach dreht er sich und putzt jeweils eine Gerade mit dem runden Mopp, verschiebt sich am Rand etwas nach unten und reinigt wieder eine Gerade. Der quadratische Mopp poliert gleichzeitig oben den bereits gereinigten Bereich. So arbeitet sich der Roboter das Fenster entlang.

Wasser oder Reinigungsmittel?

Laut Bedienungsanleitung soll ich keine Reinigungslösung einfüllen, sondern nur Wasser. Das ist bei vielen Konkurrenten anders, dort wird ein spezielles Mittel mitgeliefert, das ich danach teuer nachkaufen muss.

Auf Anfrage sagt der Hersteller, dass als Alternative auch Glasreiniger genutzt werden kann. Aber nur im Verhältnis 1:10 – sonst verstopfen die Düsen.

Einen signifikanten Unterschied bei der Reinigungsqualität macht das nicht, wie der Test zeigt. Mit verdünntem Glasreiniger hat der Roboter etwas weniger Mühe bei verkrusteten Flecken – und es riecht danach sauber.

Mit der Plastikflasche kann ich den Roboter mit Flüssigkeit befüllen.
Mit der Plastikflasche kann ich den Roboter mit Flüssigkeit befüllen.

Im mitgelieferten Fläschchen befindet sich: nichts. Es dient nur als Hilfe, damit der Roboter ohne Sauerei mit Wasser befüllt werden kann.

Und nicht mal das funktioniert. Die Öffnung der Flasche ist so klein, dass beim Befüllen am Wasserhahn die Hälfte daneben läuft. Dazu kommt: Wasser und Glasreiniger direkt im Fläschchen zu mixen ist mühsam, da es nicht transparent ist. Ich sehe nicht genau, wieviel ich schon eingefüllt habe.

Immerhin: Mit der aufgeschraubten Spitze kann ich den Tank im Gerät schnell und unkompliziert füllen.

Wie gut putzt der Hutt 10?

Wer sich einen Fensterputzroboter kauft, muss Erwartungsmanagement betreiben. Erhoffst du dir perfekt saubere Scheiben wie vom professionellen Putzinstitut? Dann ist so ein Gerät nichts für dich. Erwartest du, dass der Roboter dir ungeliebte Pflichten abnimmt und ein akzeptables Resultat liefert? Dann bist du der richtige Kandidat für so ein Produkt.

Eine Düse bespritzt das Fenster mit Wasser, dann schrubbt der Roboter los.
Eine Düse bespritzt das Fenster mit Wasser, dann schrubbt der Roboter los.

Der Hutt 10 ist da keine Ausnahme. Er entfernt Blütenstaub, Fingerabdrücke und Schlieren zuverlässig. Das Resultat ist deutlich sichtbar: Die Scheibe wirkt auf den ersten Blick sauber. Schaue ich genauer, fehlt es an Präzision in den Details. Ähnlich, wie wenn ich mit mässiger Motivation von Hand putzen würde.

An den Rändern sind ab und zu kleine Unsauberkeiten zu sehen. Rund ein Quadratzentimeter in der Ecke bleibt ungereinigt. Der runde Mopp kommt da physikalisch nicht hin. Das quadratische Wischtuch wäre prädestiniert dafür, wird aber dafür nicht eingesetzt.

Der runde Mopp kommt schlicht und einfach nicht in die Ecke.
Der runde Mopp kommt schlicht und einfach nicht in die Ecke.

Was ich auch feststelle: Bei starker Verschmutzung wie Blütenstaub hinterlässt der Roboter beim Ablösen einen runden Abdruck auf der Scheibe. Den wische ich dann von Hand weg.

In der Fläche putzt der Hutt 10 ähnlich gut wie die Konkurrenz, die nur auf eines der zwei Wischsysteme setzt. In den Ecken sind rechteckige Roboter im Vorteil, die runden Pads schrubben dafür stärker. Die Kombination von rundem und quadratischem Mopp bringt nicht die erhofften Vorteile – ist aber auch nicht schlechter.

Sicherungsakku und nicht so lange Leine

Der Roboter hat zwar einen kleinen Akku eingebaut, der hält aber das Gerät nur im Notfall für rund 20 Minuten am Fenster. Für den laufenden Betrieb schliesse ich den Hutt 10 an den Strom an. Das mitgelieferte Kabel ist mit fünf Metern für meinen Geschmack zu kurz – ich habe meist eine Verlängerung eingesteckt.

Nutzt du das Gerät an der Aussenseite, kannst du es mit einem Seil absichern. So fällt der Roboter nicht über mehrere Stockwerke in die Tiefe, falls es sich mal aus Versehen lösen sollte. Die Sicherung ist fest eingebaut, ich kann sie nicht abmontieren – auch wenn bei mir alle Fenster und Glastüren auf Balkone führen. So schleppt der Roboter immer Seil und Kabel mit, die sich gerne verheddern.

Der Hutt 10 wird in einer Tragebox geliefert, in der ich ihn verstauen kann. Darin liegen jeweils zwei runde und zwei quadratische Ersatzbezüge. Gut so: Denn ich muss die Mopps regelmässig wechseln. Bei starker Verschmutzung wandern nach rund zehn Quadratmetern die schmutzigen Bezüge in die Waschmaschine.

Ich habe aber regelmässig Mühe, den runden Mopp zu beziehen, da die Lücke zum rechteckigen Aufsatz sehr klein ist. Um das Textil darüberzuziehen, muss ich zwischendurch friemeln. Das passiert öfter – eine bessere Lösung wäre wünschenswert.

Die Lücke zwischen rundem und quadratischem Mopp ist klein, das ist mühsam, wenn ich den Bezug aufspannen will.
Die Lücke zwischen rundem und quadratischem Mopp ist klein, das ist mühsam, wenn ich den Bezug aufspannen will.

Die mitgelieferte Fernbedienung habe ich im Alltag kaum genutzt. Mit ihr kann ich den Roboter starten und stoppen, ihn manuell steuern oder auf Knopfdruck einen Bereich intensiver reinigen. Der Hutt 10 lässt sich aber auch ohne nutzen.

Vorbildlich leise, eher langsam

Der Hutt 10 saugt sich vergleichsweise leise ans Fenster: Mit 74 Dezibel (dB) messe ich den bisher tiefsten Wert. Das ist ähnlich laut wie ein Staubsauger. Wer sich im gleichen Raum befindet, fühlt sich gestört. Mit etwas Entfernung geht es dann aber.

Der Fensterputzroboter schiebt sich eher gemütlich übers Glas. Dieser Eindruck bestätigt sich bei der Messung: Am «Standardfenster» braucht er rund elf Minuten und 30 Sekunden. Das ist langsamer als Modelle mit quadratischem Mopp und Raupen, aber schneller als die hausinterne Konkurrenz mit zwei runden Mopps.

Glasdächer, Lücken, Extremsituationen

Grundsätzlich sind die Putzroboter für klassische Scheiben mit Rahmen gemacht. Der Hersteller sagt, dass alle Modelle von Hutt leicht schräge Flächen bis rund 20 Grad Neigung gut reinigen. Bei flachen Glasdächern schreibt Hutt: «schlecht/unzuverlässig».

Wie sieht es in der Praxis aus?

Hindernisse: Zwei Hindernisse musste das Modell bewältigen: einerseits eine Katzentüre, andererseits ein Scharnier. Beide umfuhr der Hutt 10 souverän. Bei der Katzentüre liess er einen fünf Zentimeter breiten Streifen direkt oberhalb ungepflegt.

Unebenheiten: Über angeklebte Fensterbilder rollt der Roboter einfach drüber. Manchmal aktiviert er das Gebläse etwas stärker. Kein echtes Hindernis.

Randloses Glas: Der Roboter fährt bei randlosen Scheiben etwas über den Rand, merkt das dann und korrigiert. Randlose Glastüren reinigt er problemlos.

Fliesen: Der Hutt 10 haftet auch auf anderen Materialien. Spiegel sind kein Problem – sogar Badfliesen nicht. Er hat meine Wand im Bad geputzt und fährt einfach über die Fugen.

Lücken: Ist das Glas nicht durchgehend, hat der Roboter ein Problem. Beim zweigeteilten Badezimmerspiegel mit drei Millimeter Zwischenraum stoppt der Hutt 10 und putzt nicht weiter. Die einzige Lösung: die Scheiben weit auseinanderziehen – wenn das möglich ist. Dann putzt das Gerät jeden Bereich separat, ich muss es aber von Hand umhängen.

Glasdächer: Mangels Wintergarten oder Glastisch habe ich einen grossen Spiegel flach auf zwei Stühle gelegt. Der Hutt 10 versagte vollständig. Er sog sich nicht mal ans Glas. In der Horizontalen funktioniert er nicht.

Der Hutt 10 ist für klassische Fenster gedacht – randlose Gläser und andere glatte Oberflächen sind kein Problem. Kleine Zwischenräume zwischen Scheiben und horizontale Flächen wie Glasdächer überfordern ihn. Das Gerät macht also alles, was der Hersteller verspricht – aber nicht mehr.

Fazit

Sauber gemacht, aber nicht überragend

Der Hutt 10 wischt und poliert die Fenster in akzeptabler Qualität – so gut wie es Roboter momentan schaffen. Dank rundem und quadratischem Mopp reinigt er die grosse Fläche überdurchschnittlich, in den Ecken aber unterdurchschnittlich. Die zwei Reinigungssysteme sind insgesamt nicht merklich besser als jene der internen und externen Konkurrenz.

Das Gerät ist im Alltag unkompliziert und im Betrieb angenehm leise. Es putzt aber eher langsam. Mit einem Preis von rund 280 Franken gehört der Hutt 10 zu den teureren Modellen des Herstellers. Der DDC55PRO ist 100 Franken günstiger und kaum schwächer.

Pro

  • leise im Betrieb
  • branchenübliche Reinigungsleistung
  • klein und kompakt
  • funktioniert ohne teures Putzmittel

Contra

  • putzt keine Glasdächer
  • Ecken schlecht gereinigt
  • langsam

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Gadgets sind meine Passion – egal ob man sie für Homeoffice, Haushalt, Smart Home, Sport oder Vergnügen braucht. Oder natürlich auch fürs grosse Hobby neben der Familie, nämlich fürs Angeln.


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