
Samsung bringt smarte Brille – aber nur in Länder mit wenig Datenschutz
An der grossen Smartphone- und Smartwatch-Keynote hat Samsung eine smarte Brille gezeigt. In die USA und nach England kommt sie zuerst – dort sind die Datenschutz-Bedenken kleiner.
Wie bringe ich die Kategorie Smart Glasses zum Erfolg? Für die technische Seite hat Samsung Lösungen. Die zusammen mit Google entwickelten Smart Glasses unterscheiden sich kaum von konventionellen Brillen. In der ersten Generation verzichtet der Hersteller noch auf einen Bildschirm, der kommt dann voraussichtlich in der nächsten Generation. Stattdessen setzt das Unternehmen auf Sprachsteuerung, Gestensteuerung und Googles KI-Assistenten Gemini. Dafür sind Mikrofone, Lautsprecher und eine Kamera eingebaut.
Die Brille ist für Funktionen wie Live-Übersetzung, Navigation, Aufzeichnung von Fotos, Videos oder Sprachnotizen und den Zugriff auf KI-Assistenten gedacht.

Quelle: Samsung
Samsung hat vier unterschiedliche Brillen-Designs vorgestellt und will bis Ende Jahr ein ganzes Portfolio an Formen und Farben anbieten. Die Smart Glasses sind für den Alltagsgebrauch gedacht, daher hält der Akku rund neun Stunden. Im Ladecase lässt sich das Gerät sieben Mal aufladen. Damit ähnelt das Modell sehr den Brillen von Meta und Ray Ban – und bringt dieselben Probleme mit sich.

Quelle: Samsung
Aufnahme-Licht lässt sich nicht abschalten
Wohl kein Zufall: Samsung bringt die smarte Brille zwar noch dieses Jahr auf den Markt, sie hat sie aber bisher nur für die USA und England angekündigt. Der Hersteller bestätigt das zwar nicht, aber es liegt nahe, dass für die EU und auch die Schweiz zu viele Fragen offen sind.
Hält so eine Brille alle Datenschutz- und Privatsphäre-Regeln ein? Wie wird Missbrauch verhindert? Wie schaffen die Hersteller Vertrauen, dass solche Gadgets auch gesellschaftlich akzeptiert werden?
Samsung versucht die Fragen zumindest teilweise zu beantworten. So wird die Kamera nicht versteckt – im Gegenteil: Ist sie aktiv, leuchtet eine LED auf. Sollte diese abgedeckt oder anderweitig manipuliert werden, schaltet sich die Kamerafunktion ab. Aufnahmen funktionieren zudem nur, wenn die Brille im Gesicht getragen wird. So jedenfalls das Versprechen des Herstellers. Gesichtserkennung will Samsung nicht integrieren, auch wenn es technisch problemlos möglich wäre. Der Hersteller spricht sich aber strikt gegen solche Funktionen aus.

Quelle: Samsung
Widerstand gegen «Perversling-Brille»
Ob das reicht? Beobachten lässt sich der gegenläufige Trend bereits heute: Wer eine smarte Brille trägt, läuft Gefahr, dafür angegangen oder gar beschimpft zu werden. Die Geräte gelten als «Perversling-Brille», auch weil einige Männer Meta Smart Glasses nutzen, um unerlaubt Frauen zu filmen und für die sozialen Medien unangenehme Flirtversuche zu dokumentieren.
Verhindern lässt sich ein solcher Missbrauch wohl nie – aber erschweren. Das nicht deaktivierbare Aufnahme-Licht von Samsung ist ein erster, kleiner Schritt. In Korea gilt beispielsweise seit dem Aufkommen von Handys mit Kamera eine gesetzliche Pflicht: Alle Geräte, die Fotos oder Videos aufzeichnen können, müssen einen Shuttersound abspielen. In Japan einigten sich die Telekomunternehmer freiwillig auf ähnliche Regeln.
Was hälst du von smarten Brillen? Welche Regelungen wären sinnvoll, um Missbrauch zu verhindern? Schreib es in die Kommentare.
Gadgets sind meine Passion – egal ob man sie für Homeoffice, Haushalt, Smart Home, Sport oder Vergnügen braucht. Oder natürlich auch fürs grosse Hobby neben der Familie, nämlich fürs Angeln.
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