Deine Daten. Deine Wahl.

Wenn du nur das Nötigste wählst, erfassen wir mit Cookies und ähnlichen Technologien Informationen zu deinem Gerät und deinem Nutzungsverhalten auf unserer Website. Diese brauchen wir, um dir bspw. ein sicheres Login und Basisfunktionen wie den Warenkorb zu ermöglichen.

Wenn du allem zustimmst, können wir diese Daten darüber hinaus nutzen, um dir personalisierte Angebote zu zeigen, unsere Webseite zu verbessern und gezielte Werbung auf unseren und anderen Webseiten oder Apps anzuzeigen. Dazu können bestimmte Daten auch an Dritte und Werbepartner weitergegeben werden.

Ilia O.
News & Trends

Saugroboter ohne Spionage: Community bastelt Roboter aus dem 3D-Drucker

Debora Pape
1-7-2026

Warum nicht einen modularen Saugroboter selbst entwickeln? Ein Robotik-Bastler aus den USA stellt einen DIY-Sauger vor, der komplett offline funktionieren soll. Interessierte sind eingeladen, mitzutüfteln.

Saugroboter-Hersteller versuchen, ihre Konkurrenz mit noch besseren Features auszustechen. Dafür setzen sie auf immer mehr Sensoren, mit denen sich die Geräte ein Bild ihrer Umgebung machen. Genau das bringt die Geräte jedoch in die Kritik, ihre Nutzer auszuspionieren. Datenschutzbedenken gibt es dabei nicht nur wegen verbauter Kameras, sondern auch durch Cloud-Funktionen, die oft auf Server außerhalb Europas angewiesen sind.

Aber es geht auch anders: Bau dir deinen Saugroboter doch selbst – ohne stetige Cloud-Anbindung. Genau diesen Plan hat Ilia O., ein Ingenieur aus Kalifornien. Im Juni präsentierte er sein jüngstes Vorhaben: Der DIY-Saugroboter Oomwoo ist ein reines Open-Source-Projekt und scheint den Kommentaren unter dem Bericht zufolge auf großes Interesse zu stoßen.

Auf seinem YouTube-Kanal «Maker’s Pet» ist zu sehen, dass Ilia bereits seit weit über einem Jahr an einem Roboter arbeitet, der selbstständig seine Umgebung erkundet und sie mithilfe des Laservermessungssystems Lidar kartiert.

Raspberry Pi ist das Gehirn des Saugroboters

Oomwoo setzt auf Einplatinenrechner wie den Raspberry Pi und nutzt 2D-Lidar-Sensoren für eine grundlegende autonome Navigation. Das Gehäuse lässt sich per 3D-Druck selbst herstellen. Oomwoo lässt sich in Home Assistant integrieren, das als zentrale Steueroberfläche dient. Für Sensoren und Motorsteuerung kommen unter anderem Mikrocontroller wie der ESP32 zum Einsatz.

Keine Daten verlassen dein Zuhause und du bezahlst nur für die Einzelteile, die Ilia auf Github auflistet. Die Kosten sollen sich je nach Ausstattung auf 200 bis 600 US-Dollar belaufen.

Blick in das mögliche Innenleben: Chassis, Gehäuse, Staubbehälter und Gebläse kommen aus dem 3D-Drucker.
Blick in das mögliche Innenleben: Chassis, Gehäuse, Staubbehälter und Gebläse kommen aus dem 3D-Drucker.
Quelle: Ilia O.

Das Problem: Aktuell gibt es noch keine Bauanleitung für den Oomwoo. Das Projekt befindet sich noch in einem frühen Stadium. Ilia möchte den Roboter ab jetzt in der Öffentlichkeit entwickeln: Andere Bastlerinnen und Bastler können auf der bereitgestellten Grundlage eigene Module und Varianten bauen – die erfolgreichsten Ansätze werden in das Projekt übernommen. Anders gesagt: Der Oomwoo ist eine Art Community-Saugroboter.

Der modulare Aufbau macht es Bastlern einfach

Durch zweidimensionales Lidar kann der Roboter den Raum nur auf der horizontalen Ebene in Höhe des Sensors vermessen. Objekte, die sich darunter befinden, kann Oomwoo mit dieser Messmethode nicht erkennen, etwa Kabel, Spielzeug und Socken. Bumper-Sensoren schlagen allerdings an, wenn der Roboter mit seinem Gehäuse gegen Objekte stößt. Eine Kamera, die zusammen mit KI die Umgebung analysiert, fehlt.

Eine Wischfunktion ist aktuell auch nicht geplant. Im Gegensatz zu einigen Herstellern soll der Oomwoo nicht durch möglichst hohe Saugleistungswerte (Pa) hervorstechen. Stattdessen setzt Ilia auf eine effiziente Luftführung im Gehäuse, das zudem möglichst luftdicht sein soll.

Wichtig hervorzuheben ist, dass der Oomwoo es nicht mit Top-Modellen kommerzieller Hersteller aufnehmen können wird. Wahrscheinlich auch nicht mit deren Mittelklasse-Geräten. Ziel ist, eine offene Plattform für interessierte Smarthome-Bastler zu bieten. Der Roboter soll modular aufgebaut werden, sodass jeder Mensch mit entsprechenden Kenntnissen den Oomwoo umbauen und erweitern kann. Von diesen Versuchen profitiert die gesamte Community.

Softwareseitig setzt Oomwoo auf typische Werkzeuge aus der Robotik: Für die Navigation kommt das Framework ROS 2 mit der Nav2‑Bibliothek zum Einsatz, die für Routenplanung und Hindernisumfahrung zuständig ist.

Angaben zur Akkulaufzeit, Saugleistung und Ladefunktion gibt es wegen des frühen Entwicklungsstands aktuell noch nicht. Noch ist Oomwoo eher Experiment als Produkt – aber genau das macht ihn für viele so spannend.

Titelbild: Ilia O.

4 Personen gefällt dieser Artikel


User Avatar
User Avatar

Fühlt sich vor dem Gaming-PC genauso zu Hause wie in der Hängematte im Garten. Mag unter anderem das römische Kaiserreich, Containerschiffe und Science-Fiction-Bücher. Spürt vor allem News aus dem IT-Bereich und Smart Things auf.


News & Trends

Vom neuen iPhone bis zur Auferstehung der Mode aus den 80er-Jahren. Die Redaktion ordnet ein.

Alle anzeigen

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren

2 Kommentare

Avatar
later