

Wie mich Galaxus über Nacht zur Rentnerin machte
Sie ist flauschig, sie schnurrt und sie hinterlässt keine Haare auf meinem Sofa. Warum ich mir mit 37 eine Roboter-Katze angeschafft habe und warum ich finde, dass die jeder braucht.
Es ist soweit: Ich bin jetzt – mit 37 Jahren – offiziell Rentnerin. Zwar etwas früher als erwartet, aber dennoch. Warum? Dank meiner neuen «interaktiven Katze für Senioren» von Alley Cat. Während ich diese Zeilen schreibe, liegt das Vieh denn auch auf meinem Schoss, miaut, schnurrt und räkelt sich, sobald ich mit meinen Fingern durch sein flauschiges Polyester-Fell streichle.
Liebe auf den ersten Blick
Es war ein sonniger Frühlingstag vor 3 Wochen, als ich das erste Mal auf die Roboter-Katze mit den smaragdgrünen Augen von Alley Cat traf. Auf dem Dreh für eine Fernsehsendung leistete mir die Roboterkatze Gesellschaft – und es war Liebe auf den ersten Blick. Schon nach wenigen Sekunden, als meine Finger durch das leicht verfilzte Fell des batteriebetriebenen Vierbeiners strichen, wusste ich: Ich will das auch. Nein, nicht ich «will», sondern ich «BRAUCHE» das!

Mach ichs, mach ichs nicht?
Mir war klar, diese Katze könnte eines meiner grössten Probleme lösen.
Denn ja: Ich will eine Katze! Zum Streicheln, zum mit ihr über den Nachbarshund Lästern und auch zum von ihr hin und wieder völlig unbegründet Abgewiesen-Werden.
Aber: Ich mag halt auch keine Katzenhaare, die überall rumliegen und so (Gott bewahre) zum Beispiel in meinem Frühstücksmüsli landen könnten! Ausserdem könnte das Tier in meiner kleinen Wohnung im dritten Stock nicht raus. UND – last but not least – ich fürchte mich ein wenig vor den Kosten des Tierarztes, wenn zum Beispiel das von der Nachbarskatze im Streit abgebissene Ohr wieder angenäht werden müsste.
Mit dieser Roboter-Katze tat sich mir plötzlich eine ganz neue Option auf!
Das lange Hadern
Die Verlockung war gross und das begehrte Tierchen bei Galaxus denn auch schnell gefunden. Trotzdem begann ich zu hadern: «für Senioren» steht nämlich im Produkttitel. Für «Senioren»!
Zweifel und Fragen stiegen in mir auf: Bin ich mit 37 zu jung für eine Roboter-Katze? Kann mir Galaxus vorschreiben, ab welchem Alter ich mir ein Roboter-Tier anschaffen darf? Wirke ich verzweifelt, wenn ich mir eine Roboter-Katze anschaffe? Ab welchem Alter wäre die Haltung einer solchen Katze wohl gesellschaftlich akzeptiert? Ab welchem Zeitpunkt würde ich mir einen Kinderwagen besorgen und mit der Roboter-Katze spazieren gehen? Oder stünde plötzlich einer dieser hässlichen, beigen Katzenbäume in meiner Wohnung – obwohl das Vieh gar nicht klettern kann? Fragen über Fragen, Bedenken über Bedenken. Auf der anderen Seite aber: Flauschige Katze zum Streicheln und Spass ohne Ende! Zumindest in meiner Vorstellung.
Eine Entscheidung wird gefällt
So wanderte dieser flauschige Fellknäuel dank meinem Gehadere immer wieder in und aus meinem Warenkorb, bis ich schliesslich mit meinem Podcast-Buddie Simon Balissat über mein Dilemma sprach und er pragmatisch meinte: «Schreib doch einfach für Galaxus eine Rezension über das Vieh – so kannst du es als Arbeitsgerät verbuchen. … Auch vor deinen Freunden.»
Hier der Ausschnitt ab 13:30...
Und wo Simon Recht hat, hat er Recht! Die «Interaktive Katze für Senioren» landete mit einem Glückseligkeit verheissenden Klick im Warenkorb, einen Tag später in meinem Briefkasten, dann auf meinem Schoss und die Rezension darüber jetzt hier im Magazin.
Bereits nach dem Auspacken kam die erste kleine Enttäuschung: Das Ding haart entgegen all meiner Erwartungen doch! Zumindest am Anfang. Nachdem ich mit dem Fusselroller ein paar Mal drüber bin, hat sich das Problem erledigt.

Die nächste Hürde: Batterien wechseln. Sie wird zwar mit bereits montierten Batterien geliefert und ist sofort einsatzbereit, muss ich die Batterien wechseln, wird es mühsam. Das Batteriefach ist mit einer Schraube verschlossen und am Bauch unter einer hochklappbaren Fell-Lasche verborgen. Wer nicht mehr so gut sieht oder unter Arthrose leidet, könnte hier auf die Enkel angewiesen sein.

Die Katze hat etwa vier oder fünf verschiedene Moves drauf. Miauen, Schnurren, Pfötchen lecken und mehr. Die macht sie spontan oder durch Berührung – bilde ich mir zumindest ein. Den Algorithmus, was ich tun muss, damit sie welchen Move tut, habe ich noch nicht ganz durchschaut. Ihr Miauen ist definitiv von einem Menschen eingesprochen – was der ganzen Sache einen ironischen Unterton verleiht. Über die mechanischen Geräusche, die jede Bewegung begleiten, sieht man irgendwann hinweg. Spass macht das Teil auf jeden Fall! Auch einer 37-jährigen Frührentnerin! Das einzige Problem, das ich jetzt noch habe: Das Tier hat noch keinen Namen. Wer also eine Idee hat, bitte gerne in die Kommentare schreiben.
Fazit
Katzenersatz für einsame Stunden
Pro
- grosser Spassfaktor
- flauschig
- braucht kein Katzenklo
- muss nicht zum Tierarzt
- braucht keinen Auslauf
- praktisch nicht haarend (nach erster Enthaarung)
- auch mit Allergien kein Problem
Contra
- das Mauzen ist etwas cringe
- Batterie schwierig zum Wechseln

Backbuch-Autorin, Food-Bloggerin und Content-Creatorin am Tag. Fremde-Katzen-Liebhaberin, Erdnussbutter-Junkie und Zimmerpflanzen-Sterbebegleiterin in der Nacht.
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