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Debora Pape
Hintergrund

Yarrrrr mit Hindernissen: Warum mich «Windrose» wie eine Piratin fluchen lässt

Debora Pape
29-4-2026

Ich habe «Windrose» angespielt und Piratenluft geschnuppert. Das Game kombiniert die Freiheit der Meere mit dem unerbittlichen Schwierigkeitsgrad eines Survival-Titels.

Geschützdonner hallt über das Wasser: Ein paar hundert Meter vor mir sehe ich, wie das gegnerische Piratenschiff eine Kanonensalve abfeuert. Kurz darauf krachen die Kugeln in den bereits schwer lädierten Rumpf meines Segelschiffs. Verdammt, verdammt! Ich reiße das Steuerrad hart nach Backbord und versuche, dem Gegner möglichst wenig Fläche zu bieten. Dann feuert er die nächste Breitseite ab. Und trifft. Mein Segelschiff geht in Flammen auf und sinkt. Fuck! Mein nagelneues Schiff! Wütend beende ich das Spiel. Und starte es wieder. Ich will Rache.

Das Piraten-Survival-Game «Windrose» hat mich in seinen Bann gezogen, obwohl ich noch am Anfang stehe. Ich mag die Seefahrer-Atmosphäre, das allgegenwärtige Rauschen von Wellen, das Gefühl von Freiheit auf dem Meer, die wunderschönen Sonnenuntergänge und die Vielzahl an Möglichkeiten, mein eigenes Freibeuter-Hafenstädtchen zu bauen.

Müsste ich dir «Windrose» anhand von anderen Games erklären, würde ich sagen: Stell dir die Schiffssteuerung von «Assassin’s Creed Black Flag» vor, gewürzt mit Survival- und Kolonie-Aufbau-Spielen wie «Valheim» und «Enshrouded». Nur in schwerer.

In «Windrose» muss ich mich reinbeißen. Das Spiel schickt mich öfter auf den «Du bist gestorben»-Screen, als mir lieb ist. Es ist das einzige Game, in dem es einfacher ist, ein versenktes Schiff am Meeresgrund zu reparieren, als ein Wildschwein im Startgebiet zu töten.

Aber von vorn.

Man reiche mir den Piratenhut!

In dem Open-World-Spiel, das sich auch im Koop zocken lässt, schlüpfe ich in die Rolle einer Piratenkapitänin im 18. Jahrhundert. Der selbsternannte Piratenkönig Blackbeard ist der unangefochtene Herrscher des karibischen Meers. Zu Beginn entern seine Männer mein Schiff, weil sie nach einem mysteriösen Artefakt suchen. Dann werde ich erschossen – und erwache allein und halbnackt, aber lebendig an einem gottverlassenen Strand. Was ist passiert, warum lebe ich noch und wie komme ich wieder an Schiff und Crew? Das sind Fragen für mein Zukunfts-Ich.

Zuerst tue ich das, was man in einem Survival-Game tut: Ressourcen sammeln, mir ein Dach über dem Kopf zimmern, was zu futtern suchen und bessere Ausrüstung herstellen. Während meiner ersten Streifzüge durch die nähere Umgebung treffe ich auf besagtes Wildschwein.

Nicht die schlechteste Aussicht aus meinem bescheidenen Domizil.
Nicht die schlechteste Aussicht aus meinem bescheidenen Domizil.

Das Souls-lite-Kampfsystem erzieht mich

Die Begegnung läuft ungefähr so ab: Ich schlage mit meinem rostigen Anfänger-Säbel auf das Vieh ein. Das Vieh rammt mich mit dem Kopf zu Boden. Ich bin tot und laufe von meinem Zelt am Strand, das als Respawn-Punkt dient, zurück zur Stätte meines Todes, um meine verlorenen Sachen wieder einzusammeln. Das Wildschwein grast friedlich an meinem Grab, hat aber dank meines Säbels eine etwas kürzere Lebensleiste. Diesmal komme ich gar nicht zum Zuschlagen: Es bemerkt mich und schickt mich sofort zurück zu meinem Zelt. Ich brauche sicher fünf Tode, bis das Wildschwein Geschichte ist.

Ausweichen, parieren, zur Not weglaufen – kurz: Ausdauer-Management und Timing. Das sind die Methoden, die ich während der folgenden Kämpfe zu perfektionieren versuche. Zum Glück kann ich schon bald meine Ausrüstung verbessern, aber übermächtig fühle ich mich trotzdem zu keinem Zeitpunkt. Das liegt auch daran, dass ich meistens nicht nur einem Gegner gegenüberstehe, sondern einer ganzen Rotte.

Das war ein zäher Kampf. Die roten Todesmarkierungen zeugen davon.
Das war ein zäher Kampf. Die roten Todesmarkierungen zeugen davon.

Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten Begegnungen der ersten Spielstunden vor allem im Nahkampf stattfinden. Ich habe zwar eine Muskete, die mit brennender Lunte und lautem Zischen ordentlich Wumms macht. Aber sie braucht Munition und Schießpulver. Beides kann ich zunächst nicht herstellen. «Windrose» lehrt mich, das Leben zu genießen, denn jeder vorbeigelaufene Dodo (ein großer Vogel) kann mich im Nu zurück zum Spawn-Zelt schicken.

Das Game lehrt mich auch, vor jedem Kampf ein Zelt aufzubauen und es als Respawn-Punkt zu definieren. Ich lerne mit mäßigem Erfolg. Immer wieder ärgere ich mich über mich selbst, weil ich den Zeltbau vergesse und laut fluchend kilometerweit zurück zu meinem Sterbeort laufen muss. Um denselben Fehler umgehend zu wiederholen. Gnaaah.

Als Landratte bin ich einfach schlecht.

Das X markiert die Stelle: Natürlich gibt es auch vergrabene Schätze im Spiel.
Das X markiert die Stelle: Natürlich gibt es auch vergrabene Schätze im Spiel.

Die «Mary Celeste», mein ganzer Stolz

Was wäre ein Piratenspiel ohne ein Schiff? Bis dahin dauert es allerdings ein paar Spielstunden. Zunächst bekomme ich ein kleines, quälend langsames Ein-Frau-Boot, mit dem ich zumindest zu den benachbarten Inseln übersetzen kann. Für eine Kapitänin ist das ein bescheidenes Downgrade. Deswegen setze ich alles daran, die Quests für ein ordentliches Segelschiff zu absolvieren.

Als mein erstes Schiff vor mir am Strand erscheint, bin ich überglücklich. Den generischen Namen meines Schatzes ändere ich in «Mary Celeste» und zu meiner Begeisterung erscheint der Name am Heckspiegel des Schiffs. Ab jetzt kann ich größere Distanzen überwinden und pflüge mit Stil über das Meer.

Ist die «Mary Celeste» nicht eine Schönheit? Es ist übrigens nicht empfehlenswert, wie hier auf Grund zu laufen, wenn vier gegnerische Schiffe Kurs auf dich nehmen.
Ist die «Mary Celeste» nicht eine Schönheit? Es ist übrigens nicht empfehlenswert, wie hier auf Grund zu laufen, wenn vier gegnerische Schiffe Kurs auf dich nehmen.

Das sich übrigens sehr realistisch anfühlt. Wer zu Seekrankheit tendiert, könnte zumindest mulmige Gefühle bekommen: In Ufernähe ist das Wasser ruhig. Auf offener See türmen sich Wellenberge auf, die mir den Blick auf den Horizont versperren und mir das Gefühl geben, in einer Nussschale zu sitzen. Gischt spritzt auf, wenn der Bug ins Wasser kracht, das Holz knarrt, die Segel schlagen. Und zu all dem skandiert meine Crew Shantys wie – natürlich – «What shall we do with the drunken Sailor». Wahnsinn!

Dass die Segel meines Schiffs immer gut gebläht sind, egal, aus welcher Richtung der Wind weht, tut der Freude keinen Abbruch.

Links und rechts türmen sich Wellen weit über die Höhe meines Decks auf.
Links und rechts türmen sich Wellen weit über die Höhe meines Decks auf.

Schiffskämpfe ja ….

Ruhe und Einsamkeit finde ich auf dem Meer kaum. Ständig sehe ich gegnerische Piratenschiffe. Wie Wildschweine sind sie selten allein und zunächst bin ich leichte Beute. Bereits auf meiner Jungfernfahrt werde ich von einer Patrouille überrascht, ohne die Steuerung meiner «Mary Celeste» richtig erprobt zu haben. Zum Glück kann ich ein versenktes Schiff ohne großen Ressourcenaufwand wieder herbeirufen.

Schleichfahrt durch gegnerische Patrouillen.
Schleichfahrt durch gegnerische Patrouillen.

Durch das Upgraden meiner Rumpfverstärkung und der Bordkanonen ändert sich der Schiffskampf schnell zu meinen Gunsten und ich kann es allein mit mehreren Schiffen aufnehmen. Solche Schiffskämpfe sind zeitaufwendig, machen aber richtig Spaß. Das Kampfsystem lässt fast gleichzeitig das Feuern nach vorn und zu den Seiten zu: Mit der rechten Maustaste richte ich den Winkel der Kanonen aus und schieße. Durch das Auf und Ab der Wellen sowie die Flugzeit der Kanonenkugeln sind Treffer gar nicht so einfach, daher fühlt sich jeder wie ein kleiner Sieg an.

Der tut keinem mehr was.
Der tut keinem mehr was.

Nach einem kurzen Cooldown sind die Kanonen wieder einsatzbereit, und wenn ich die Ladezeit nutze, um die «Mary Celeste» in eine gute Position zu bringen, bekomme ich die Gegner schnell kampfunfähig geschossen. Sie wehren sich dann nicht mehr und können auch nicht fliehen. Das ist der Zeitpunkt zum Entern. Wenn ich denn wollte.

… Entern nein

Die meisten Schiffe versenke ich aber einfach mit einer gezielten Salve. Sorry, Lads. Das Entern ist trotz Hilfe durch meine Crew eine gefährliche Sache, denn zwei gegnerische Hits enden für mich tödlich. Im unübersichtlichen Gedränge passiert das schnell. Sterbe ich, spawne ich nicht etwa auf meinem Schiff, sondern an meinem letzten festgelegten Respawn-Punkt. Und der kann am Ende der Welt liegen. Das habe ich ein paar Mal gemacht und geflucht wie eine echte Seefrau.

Dem Enter-Getümmel gehe ich zukünftig lieber aus dem Weg. Ich spreche aus Erfahrung.
Dem Enter-Getümmel gehe ich zukünftig lieber aus dem Weg. Ich spreche aus Erfahrung.

Glücklicherweise kann ich die «Mary Celeste» jederzeit am Strand beschwören, aber der Weg zu meinem Sterbeort ist trotz Schiff meistens weit. Das Entern lohnt sich nur bei Schiffen, die tatsächlich fette Beute vermuten lassen, etwa eskortierten Lastschiffen. Die bringen mir ein paar Münzen extra ein. Den gefährlichen Nahkampf überlasse ich als Captain lieber meiner Crew und nehme die Gegner mit Schusswaffen von meinem sicheren Deck aus ins Visier. Ganz nach dem Motto:

🎶«Hey hey, blow the man down! Give me some time to blow the man down!» 🎵

Mein privates Piratennest

Mit dem Geld kann ich auf Tortuga sowie anderen Stützpunkten bei Händlern Baupläne für neue Schiffstypen oder meine Siedlung kaufen. Oder «Marinetaktiken», also neue Fähigkeiten für mein Schiff. Oder Schnittmuster für Rüstungen, neue Skins und vieles mehr. Zudem gibt es aktuell sechs rekrutierbare Handwerker-NPCs, die das Herstellen von Gegenständen effizienter machen. Sie fordern eine einmalige Zahlung und beleben dann meine kleine Hafensiedlung.

Wie in Survival-Games üblich, bietet auch «Windrose» jede Menge Möglichkeiten zum Bau einer kreativen Basis oder gar Siedlung. Zu Beginn stehen mir Holz- und Blätter-Bauelemente zur Verfügung. Mit genügend Kleingeld kaufe ich mir das Wissen, wie ich beim Hausbau Lehm und Marmor einsetze. Neue Baupläne finde ich manchmal auch als Beute oder wenn ich ein mir bislang unbekanntes Material einsammle.

Noch gibt es hier nicht so viel zu sehen. Mein Piratenkönigreich ist noch im Aufbau.
Noch gibt es hier nicht so viel zu sehen. Mein Piratenkönigreich ist noch im Aufbau.

Mit Dekorationen verschönere ich mein Zuhause, was ganz wie in «Enshrouded» meinen Ausgeruht-Buff für schnellere Ausdauer-Regeneration verlängert. Und das Beste: Das Deko-Level meiner Siedlung gilt auch auf der «Mary Celeste». Das Schiff ist ein beweglicher Teil meines Zuhauses und verleiht mir den Ausgeruht-Buff auch weit weg von den heimischen Gewässern.

Fazit: Schon im Early Access macht «Windrose» viel Bock

Obwohl ich erst zwei Handvoll Spielstunden angesammelt habe, zieht mich das Piratendasein in seinen Bann. Ich liebe die Seefahrer-Atmosphäre und freue mich schon jetzt darauf, mehr Baupläne für mein Piratennest zusammenzurauben und zur Piratenkönigin aufzusteigen. Den Koop-Modus habe ich bisher nicht ausprobiert. Mit verbündeten Freibeutern hätten Wildschweine sicher gar nichts mehr zu melden.

Der Schwierigkeitsgrad im Nahkampf ist hoch. Ein taktischeres Vorgehen, statt schon nach kurzer Zeit alles kurz und klein zu hauen, finde ich auch mal okay. Manchmal fluche ich aber trotzdem. Ein ungeschicktes Ausweichmanöver, ein vermasseltes Parieren oder ein ungünstiges Festhängen können meinen Tod bedeuten.

Diesen Screen sehe ich in «Windrose» ständig. Sterben gehört zum Leben dazu.
Diesen Screen sehe ich in «Windrose» ständig. Sterben gehört zum Leben dazu.

Nervig ist dann, dass ich immer wieder vergesse, vor Kämpfen einen Respawn-Punkt zu definieren. Oder ich komme ungewollt in einen Kampf und sterbe – häufig bedeutet das weite Wege, um meine verlorenen Siebensachen wieder aufzulesen. Besser fände ich, wenn nach dem Betreten einer Insel automatisch ein Respawn-Punkt gesetzt wird.

Demgegenüber steht die Freiheit, die mir mein eigenes Schiff bietet. Ich segle durch Wind und Wetter, erlebe schöne Sonnenaufgänge und schunkle zum Shanty-Chor meiner Crew. In diesem Sinne:

🎶«Heave away, an' with a will boys, for Tortuga we will steer!»🎵

«Windrose» erschien am 14. April 2026 im Early Access für PC.

Titelbild: Debora Pape

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Fühlt sich vor dem Gaming-PC genauso zu Hause wie in der Hängematte im Garten. Mag unter anderem das römische Kaiserreich, Containerschiffe und Science-Fiction-Bücher. Spürt vor allem News aus dem IT-Bereich und Smart Things auf.


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