
Hintergrund
Zu Besuch bei Dreame in China
von Michelle Brändle

China hat ganz eigene Prioritäten und Traditionen. Ob Powernaps am Flughafen oder schicke Privatgärten. Einige Dinge wünsche ich mir auch hierzulande.
Ich wurde vom Tech-Brand Dreame für ein paar Tage nach Suzhou und Shanghai eingeladen. Das hat gereicht, um einige spannende Konzepte zu erleben. Hier meine Top 5, in Klammern in Pinyin geschrieben, um ein bisschen Mandarin zu lernen.
Ich bin schon das eine oder andere Mal viel zu früh am Flughafen gewesen oder musste dank gecanceltem Flug einige Stunden überbrücken. Manchmal gibt es nichts Besseres, als die Zeit für ein Powernap zu nutzen.
Am Flughafen in Shanghai gibt es dafür kleine Nap-Stationen, die du mieten kannst. Ich finde die Idee äusserst sinnvoll. Gerade auch, weil man da noch schnell das Handy laden kann. Oder sich etwas von der Aussenwelt abschirmt, um die soziale Batterie zu laden.

Eine amüsante Begegnung mit chinesischer Technik habe ich in meinem Hotelzimmer. Das Milchglas, das mein Badezimmer vom Wohnraum trennt, besitzt einen Schalter im Bad. Drücke ich diesen, wird das Milchglas transparent.
Das sogenannte LC-Glas birgt Flüssigkristalle in einer Folie zwischen zwei Glasscheiben. Durch die Stromzufuhr wird das Glas transparent. Ohne die Spannung streuen die Kristalle das Licht, das Glas wird blickdicht. Genial.
Das ist nicht bloss Spielerei, sondern auch nützlich. Ich mag es, wenn Räume grösser wirken und ich alles sehen kann. Die Technik wird in China auch bei öffentlichen Toiletten genutzt, damit du gleich siehst, ob sie frei sind. Ethisch fragwürdig ist jene Mechanik, welche die Toiletten automatisch transparent macht, wenn du darin unerlaubt rauchst. Das könnte ganz schön peinlich werden…
Während wir hierzulande Fasching feiern, findet in China das Neujahrsfest statt. Ich besuche in Shanghai eines der Laternenfeste, die den Abschluss dieses Neujahrsfests bilden.
Obwohl die Tradition schon über 2000 Jahre alt ist, könnte die Umsetzung nicht moderner sein. Beim Spaziergang durch die Altstadt bewundere ich an jeder Ecke wunderschöne und extrem aufwändige Lichtinstallationen.


Ich bin überwältigt, wie liebevoll die Dekoration gestaltet ist. Viele der Installationen erzählen uralte Geschichten und zeigen Fabelwesen, die in China populär sind. Das Fest symbolisiert den ersten Vollmond des Jahres und steht für Familienzusammenhalt. Es wird aber auch als kleiner Valentinstag gesehen, bei dem sich junge Leute auf der Suche nach der grossen Liebe treffen.
Hoffentlich wirkt das gegen die Einsamkeit im Land. Die scheint nämlich immer grösser zu werden – nicht nur in China. Zuletzt hat eine chinesische Notfall-App für Schlagzeilen gesorgt. Diese fragt täglich nach, ob man noch lebt und soll so dafür sorgen, dass Menschen in Einzelhaushalten nicht unbemerkt sterben.

Ebenfalls sehr traditionell ist die Gartenkultur in Suzhou. Hier besuche ich einen Privatgarten, den ursprünglich ein wohlhabender Mann geschaffen und gepflegt hat – als Hobby. Aufgrund seiner Spielsucht verlor er ihn später an jemand anderen. Dies ging über die Jahrhunderte so weiter: Immer wieder wechselte der Garten bei Glücksspielen den Besitzer. Spielsucht sei in China ein grosses Problem, erzählt mir mein Guide vor Ort.

Den Garten gibt es immer noch. Die vielen Besucherinnen und Besucher finde ich zwar anstrengend, dass solche Orte immer noch existieren, finde ich aber faszinierend. Die Eintrittsgebühren finanzieren die Pflege. Win-win. Viele der Pavillons (亭, tíng oder xiè) erzählen zudem Geschichten und Traditionen aus einem China längst vergangener Tage.

Angetan bin ich von den vielen bunten Trinkflaschen überall. Allein in den Fabriken von Dreame habe ich die unterschiedlichsten Gefässe entdeckt. So macht die tägliche Hydrierung einfach doppelt und dreifach so viel Spass. Ich will auch!



Klein, aber fein: Bei den Wasserkochern, denen ich in Suzhou begegne, gibt es jeweils eine kleine Temperaturanzeige am Griff. Das ist nicht nur praktisch fürs Aufheizen des Teewassers. Die Anzeige verschwindet auch anschliessend nicht. So weiss ich eine halbe Stunde später, ob das Wasser noch heiss genug ist für eine zweite Tasse Tee. So einfach und doch so nützlich.

Apropos Tee und Wasser: Wasser selbst wird in China gerne warm getrunken, das soll besser für den Magen sein. Ich finde das jedenfalls angenehm. Und dann sind da noch am Flughafen die Wasserspender für gratis Wasser. In Shanghai gibt es die auch als heisse Version.

Auf den Strassen von Suzhou und Shanghai gibt es zahlreiche Autos. Statt des üblichen Einheitsbreis aus Grau und Schwarz sieht man hier oft knallige Farben und bunt folierte Gefährte. Liebe ich!


In Sachen spannender Smartphone-Konzepte ist China definitiv ein Vorreiter. Ein persönliches Highlight, das es leider noch nicht nach Europa geschafft hat, muss ich deshalb unbedingt in die Finger bekommen.
Dafür besuche ich den Huawei Store in Shanghai – und verliebe mich direkt in das faltbare Pura X. Es klappt etwas anders als bisherige Faltphones und lässt sich mit einem Stift benutzen. Huawei hat hierzulande einen schweren Stand wegen Restriktionen von Google-Diensten, die Konzepte gefallen mir dennoch.


Und wenn ich schon mal bei Huawei bin, muss ich den crazy Router angucken, über den ich vor einigen Monaten geschrieben habe. Während bei uns die Router hässlich sind, gibt sich Huawei mehr Mühe. Der X3 Pro gefällt mir vor Ort noch besser, als auf den Bildern.

In China sind niedliche Firmenmaskottchen keine Seltenheit. Bei meinem Besuch bei Dreame begrüsst mich beispielsweise ihr KI-Maskottchen direkt vor der Tür – ein einladender Empfang.
Auch banale Dinge wie Verkaufsautomaten oder Werbeplakate werden mit charmanten Tierchen aufgewertet. Ich finde, eine Marke wirkt dadurch sofort nahbarer und die Welt ein wenig bunter. Das ist natürlich nicht ganz der Realität entsprechend: In Shanghai erfahre ich nämlich, dass in China die Arbeitstage äusserst lang sind – mit nur wenigen Ferientagen im Jahr. Ob der Alltag der meisten Leute so bunt und einladend ist, wie die Maskottchen es suggerieren, sei deshalb dahingestellt.



Seit ich einen Stift halten kann, kritzel ich die Welt bunt. Dank iPad kommt auch die digitale Kunst nicht zu kurz. Daher teste ich am liebsten Tablets – für die Grafik und normale. Will ich meine Kreativität mit leichtem Gepäck ausleben, schnappe ich mir die neuesten Smartphones und knippse drauf los.
Interessantes aus der Welt der Produkte, Blicke hinter die Kulissen von Herstellern und Portraits von interessanten Menschen.
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