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Square Enix
Hintergrund

Angespielt: «Dragon Quest Monsters: Die welkende Welt» ist Pokémon mit Toriyama-Charme

Kevin Hofer
8-9-2026

Ich liebe «Dragon Quest». Mit dem «Monsters»-Spin-off hatte ich bislang keine Berührungspunkte. Nach meiner Anspielsession auf der Gamescom ändert sich das bestimmt.

Ich fühle mich gleich wie zuhause: Der bunte Artstyle von Mangaka Akira Toriyama, die typische «Dragon Quest»-Musik, der helle Piepton, wenn ich etwas auswähle. Dabei sitze ich grade an der geschäftigen Gamescom mit hunderttausenden Leuten. Während meiner 45 Minuten mit «Dragon Quest Monsters: Die welkende Welt» vergesse ich den ganzen Trubel und begleite die Protagonistinnen Bianca und Nera ins Königreich Witherwood.

Ankunft in einer fremden Welt

Zunächst spiele ich den Anfang des Spiels. Ich sehe, wie es Bianca und Nera nach Witherwood verschlägt. Falls dir die Namen etwas sagen: Die beiden sind aus «Dragon Quest V: Die Hand der Himmelsbraut» bekannt. Dort sind sie potenzielle Ehefrauen des Protagonisten. In «Die welkende Welt» sind beide noch Kinder. Ihre Väter leiden an einer seltenen Krankheit. Auf der Suche nach dem Heilmittel begegnen sie dem Monster Fluffy, das sie nach Witherwood führt.

Die Introsequenz wird mir wie in einem Bilderbuch gezeigt. Darin landen Bianca und Nera in Witherwood.
Die Introsequenz wird mir wie in einem Bilderbuch gezeigt. Darin landen Bianca und Nera in Witherwood.
Quelle: Square Enix

Dort angekommen, wähle ich, wen ich spielen will. Ich entscheide mich für Bianca. Danach unterzieht mich Fluffy einem Persönlichkeitstest. Dieser entscheidet, was für ein Monster ich als Erstes erhalte. Wie relevant der Test ist, weiss ich nicht. Ich sitze mit drei anderen Typen am Stand von Square Enix. Wir alle entscheiden uns für Bianca und erhalten dasselbe Monster. Eine mit Schwert bewaffnete Kerze auf zwei Beinen mit dem klingenden Namen «Wax Murderer». Okay, was sagt das über meine Persönlichkeit aus – und die der anderen mit mir im Raum?

Ich entscheide mich, als Bianca zu spielen.
Ich entscheide mich, als Bianca zu spielen.
Quelle: Square Enix

Bianca und Nera sind ab sofort Monsterzähmerinnen. Sie können Monster rekrutieren und für sich kämpfen lassen. Pokémon im «Dragon Quest»-Universum.

Ich muss Witherwood retten

Danach erkunde ich erst einmal die nähere Umgebung und gerate in einen Kampf gegen das ikonische Schleim-Monster. Herrlich, ich werde mit den gleichen Sounds begrüsst wie in der Originalreihe. Der Kampf läuft typisch für «Dragon Quest» rundenbasiert ab. Da ich ganz am Anfang stehe, bleibt mir nichts anderes übrig, als einfach anzugreifen. Cool: Ich kann die Kampfgeschwindigkeit per Tastendruck beschleunigen. Ich absolviere ein paar Kämpfe, um Level zu gewinnen. Danach führt mich Fluffy aufs Schloss seines Königs.

Die Kämpfe sind am Anfang noch einfach. Hier siehst du leider nicht mein Team, sondern Pressematerial von Square Enix – ich durfte nicht selbst aufnehmen.
Die Kämpfe sind am Anfang noch einfach. Hier siehst du leider nicht mein Team, sondern Pressematerial von Square Enix – ich durfte nicht selbst aufnehmen.
Quelle: Square Enix

Hier treffe ich Debora, die dritte potenzielle Ehefrau des Protagonisten aus «Dragon Quest V», die im DS-Remake eingeführt wurde. Sie ist auch die Schwester von Nera – die Gang ist wieder zusammen. Wir erfahren, dass Witherwood früher eine blühende Welt und unter einem anderen Namen bekannt war. Mysteriöse Kristalle haben dafür gesorgt, dass die Welt welkt. Da helfen wir selbstverständlich.

Nach einem kurzen Dungeon treffe ich auf den ersten Boss, Barbarito – ein rundlicher Kaktus mit Armen und Beinen, der die Kristalle vehement beschützt. Da ich zuvor ordentlich gelevelt habe, stellt er keine grosse Herausforderung dar. Dennoch muss ich bei ihm taktischer vorgehen und Attacken einsetzen, gegen die er schwach ist. Genauso wie auch in den originalen «Dragon Quest»-Spielen.

Barbarito stellt sich mir in den Weg.
Barbarito stellt sich mir in den Weg.
Quelle: Square Enix

Durch Synthese erschaffe ich neue Monster

Nach meinem kurzen Einblick in die Story darf ich die Synthese ausprobieren. Hierbei lassen sich später im Spiel zwei Monster zu einem neuen zusammenführen. Das tue ich an sogenannten Roots of Creation. Das ist eine Pflanze, die Bianca und Nera im Verlauf der Geschichte wiederherstellen. Das passt zum Untertitel des Ablegers «Die welkende Welt».

Durch die Synthese entstehen neue Monster.
Durch die Synthese entstehen neue Monster.
Quelle: Square Enix

Da sich dieser Spielstand später im Spiel befindet, ist meine Monster-Party bereits beachtlich gewachsen. Ich habe einen tollen Gen-Pool, mit dem ich herumexperimentieren kann. Ich sehe bereits im Vorfeld, was für Monster eine Synthese ergeben kann. Die gleichen Elternteile können unterschiedlichen Nachwuchs zeugen. Ich entscheide, welchen. Solche, die mit einem Stern versehen sind, sind besonders stark. Ich kann dem «Nachwuchs» auch Fähigkeiten der Eltern vererben, muss mich aber auf drei beschränken.

Ich experimentiere und schaffe mir vier neue Monsterchen, die alle mit einem Stern versehen sind. So viele kann ich aktiv in der Party haben. Insgesamt über 500 Monster packt Square Enix ins fertige Spiel. Hier der Prozess im Video.:

Danach watschle ich wild drauflos, um meine Truppe zu testen. Ein Fehler, wie sich herausstellt. Neu synthetisierte Monster übernehmen nicht etwa den Level der Eltern, sondern fangen ganz vorne an. Deshalb bekomme ich ordentlich aufs Maul, als ich auf meinen ersten Gegner treffe.

Nur knapp und nach Aufbrauchen aller Heilmittel schaffe ich es, den einzelnen Gegner aus dem Weg zu räumen. Ich merke: Kopflos synthetisieren ist nicht sinnvoll, ich muss auch bezüglich der Level eine ausgewogene Party haben. Monster auf Level 1 haben nicht nur wenig Lebensenergie und hauen schwach zu, sie haben auch noch wenig nützlicheFähigkeiten. Einzig mein Feuerschleim, der Feuermagie wirkt, ist zu Beginn schon brauchbar.

Neue Monster müssen erst trainiert werden, damit sie im Kampf von Nutzen sind.
Neue Monster müssen erst trainiert werden, damit sie im Kampf von Nutzen sind.
Quelle: Square Enix

Erst nach einer Trainingssession, die meine ganze restliche Zeit mit dem Game verschlingt, bin ich bereit, die Welt weiter zu erkunden. Schade.

Vertrautes Gefühl mit Suchtpotenzial

Nach 45 Minuten an der Gamescom weiss ich, dass «Dragon Quest Monsters: Die welkende Welt» sich anfühlt wie ein «Dragon Quest» – nur mit Monstern statt Heldentruppe. Der Artstyle, die Sounds, die rundenbasierten Kämpfe. Alles sitzt da, wo es hingehört. Die Synthese an den Roots of Creation ist der eigentliche Haken, an dem ich hängen bleibe. Weil ich vorab sehe, was aus zwei Monstern werden kann, und weil ich Fähigkeiten gezielt vererbe, plane ich meine Party, statt bloss zu sammeln.

In die Synthese werde ich wohl viele Stunden investieren.
In die Synthese werde ich wohl viele Stunden investieren.
Quelle: Square Enix

Genau das ist aber auch die Falle. Neu synthetisierte Monster starten auf Level 1, und das kostet Zeit – meine ganze restliche Demo-Zeit, um genau zu sein. Ob das im fertigen Spiel als motivierender Kreislauf funktioniert oder als Bremsklotz nervt, kann ich nach meiner Messesession nicht beurteilen. Mit über 500 Monstern dürfte es zumindest genug Gründe geben, es immer wieder zu versuchen.

Ich freue mich jedenfalls drauf. Als «Dragon Quest»-Fan, der das Spin-off bisher ignoriert hat, bin ich nach 45 Minuten überzeugt: Diesmal bin ich dabei.

«Dragon Quest Monsters: Die welkende Welt» erscheint am 3. Dezember 2026 für Nintendo Switch, Nintendo Switch 2, PS5, Xbox Series X/S und PC. An der Gamescom stand nur die englische Version zur Verfügung. Namen wie Witherwood, Roots of Creation oder Wax Murderer dürften in der deutschen Fassung anders lauten.

Titelbild: Square Enix

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