

Britax Römer Jockey Pro im Test: solider Kinderfahrradsitz mit kleiner Schwäche bei der Montage
Sicher, bequem und alltagstauglich – das verspricht Britax beim «Römer Jockey Pro». Ich habe den Kinderfahrradsitz getestet.
Meine Enkelin Leia ist mit drei Jahren noch zu klein für ihr eigenes Fahrrad und auf ihrem Laufrad wird sie schnell müde. Für längere Wege mit Opa oder Mama auf dem Rad braucht sie einen Kinderfahrradsitz. Britax hat mir den «Römer Jockey Pro» für einen Test zur Verfügung gestellt.
Auspacken und erster Eindruck
Schon beim Auspacken denke ich: Das passt. Im Karton finde ich den Kindersitz, die Rahmenhalterung und die Gurtpolster. Dazu kommt eine Anleitung. Mehr brauche ich für den Anfang nicht.

Der Sitz misst 72 × 44 × 43 Zentimeter und bringt 5,1 Kilogramm auf die Waage. Damit wirkt er auf mich stabil, ohne klobig zu sein.
Bevor du zugreifst, lohnt sich ein kurzer Blick auf dein Fahrrad. Der Jockey Pro ist laut Hersteller für runde Rahmenrohre mit 28 bis 40 Millimeter Durchmesser zugelassen. Du brauchst 80 Millimeter freien Platz am Rahmenrohr für die Montage. Auch die Radgröße sollte zwischen 26 und 28 Zoll liegen. An E-Bikes ist der Sitz nur erlaubt, wenn die Unterstützung bei maximal 25 km/h endet. Nicht geeignet ist er für Fahrräder mit Hinterradfederung, für Karbonrahmen und Faltfahrräder sowie für Mofas, Roller oder andere motorisierte Zweiräder.
Der Sitz ist für Kinder ab neun Monaten bis sechs Jahre gedacht. Was sich von selbst versteht: Dein Kind sollte den Kopf schon selbstständig halten können. Und natürlich braucht es einen passenden Helm.
Die Montage
Die Anleitung ist gut verständlich und führt mich Schritt für Schritt durch den Aufbau. Mein Fahrrad erfüllt die nötigen Voraussetzungen. Am Sattelrohr montiere ich mit vier Inbusschrauben zunächst die Halterung, die später den Sitz trägt. Am Gepäckträger muss ich nichts befestigen. Diese Befestigungsart erhöht laut Hersteller den Komfort für das Kind. Erschütterungen bei der Fahrt übertragen sich nicht, wie bei anderen Modellen, über den Träger auf den Sitz.

Ganz reibungslos läuft der Einbau bei mir trotzdem nicht. Das liegt weniger am Sitz selbst als an meiner Fahrradgeometrie und daran, dass Leia sehr tief sitzt. Die Halterung am Sitzrohr lässt sich dadurch nicht so bequem anbringen, wie ich es mir wünsche. Wenn du wenig Platz am Rahmen hast, brauchst du etwas Geduld, bis alles wie gewünscht passt.

Ist der Sitz erst einmal fest montiert, macht er auf mich einen robusten Eindruck.
So fährt es sich mit dem Jockey Pro
Bei so einem Praxistest zählt auch, ob das Kind den Sitz akzeptiert. Sitzt es gern drin und verläuft das Reinsetzen stressfrei, schont das die Nerven aller Beteiligten. Leia findet den Sitz schön und meint, sie sitze bequem darin. Aus Sicht der Erwachsenen sitzt sie auch sicher.

Gut finde ich die verstellbaren Fußrasten. Sie sorgen dafür, dass Leias Füße nicht in die Speichen geraten können. Für mich bedeutet das weniger Sorgen beim Fahren. Auch das Sitzmaterial macht einen praktischen Eindruck. Es soll Wasser abweisen, damit das Kind nicht gleich mit nassem Hosenboden ankommt, wenn es zuvor geregnet hat. Ausgerechnet im Test in Norddeutschland blieb der große Schauer bisher aus. Ein echter Regeneindruck fehlt also, auch wenn das Material dafür grundsätzlich passt.

Beim Fahrverhalten zeigt sich der Sitz unauffällig im positiven Sinn. Das Fahrrad lässt sich auch mit montiertem Kindersitz gut fahren. Das Fahrgefühl mit Kindersitz kannte ich nach drei eigenen Kindern schon. Einen Unterschied beim Fahren bemerke ich im Vergleich mit anderen Sitzen nicht. Allerdings waren diese Sitze seinerzeit mit dem Gepäckträger verbunden und schepperten auf den in meinem Ort häufig vorhandenen Pflastersteinen. Der Jockey tut das nicht.
Ich brauche einen neuen Fahrradständer
Der montierte Sitz verändert den Schwerpunkt des Fahrrads. Die Folge in meinem Fall: Das Rad kippt leichter um. Dein Kind sollte nur im Jockey sitzen, wenn du das Fahrrad mit einer Hand festhältst. Je nach Untergrund finde ich das Anschnallen etwas schwer, weil mein Fahrrad schnell wegrutscht. Abhilfe ist aber schon in Sicht. Mit einem Zweibeinständer sollte das nicht mehr passieren.

Zur Sicherheit des Sitzes im engeren Sinn kann ich in diesem Praxistest nichts sagen. Die Stiftung Warentest verlieh dem Sitz im Jahr 2025 in der Kategorie «Sicherheit» die Note «gut». Das bestätigt meinen Eindruck im Alltag. Der Sitz vermittelt Stabilität, die Gurte wirken solide verarbeitet und auch die erwähnte Fußführung trägt zur Sicherheit bei.
Ein netter Bonus: Wenn du den Sitz nicht nur fest an einem Fahrrad, sondern auch an den Rädern anderer Familienmitglieder nutzen möchtest, sind zusätzliche Halterungen sinnvoll. Die montierst du an den vorgesehenen Velos und kannst den Sitz dann schnell dort anbringen.
Fazit
Ein guter Kindersitz fürs Velo
Pro
- gute Verarbeitung und alltagstauglich
- sinnvoll geschützter Fußraum
- bequemes Sitzgefühl für das Kind
Contra
- Montage kann bei wenig Platz fummelig werden

Hamburger, Leseratte, Eishockey-Fan. Papa und Grosspapa. Bastelt ständig an seinem Smarthome herum. Interessiert an DIY, Outdoor, Mode und Kosmetik.
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