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Michelle Brändle
Produkttest

Das Honor Pad 20 ist solide, aber nicht konkurrenzlos

Das neue Android-Tablet von Honor punktet beim Preis-Leistungs-Verhältnis. Für Serien, Notizen und Casual Gaming reicht das Pad 20 gut – bei Gaming-Power, Akku und Updates zieht die Konkurrenz davon.

Bist du auf der Suche nach einem Tablet, das dein Smartphone ablöst, wenn der Bildschirm etwas grösser soll? Zum Videosgucken, Zeitunglesen und Notizenmachen ist ein grosses Display schliesslich weitaus angenehmer. Wenn du dafür nicht gleich einen Tausender hinblättern möchtest, wie für die Samsung Galaxy S-Tabs, dann könnte das Honor Pad 20 ein Kandidat sein.

Design und Display sind ganz ordentlich

Das Tablet hat kein aufregendes Design und eine noch langweiligere Farbe: Das Aluminiumgehäuse ist silbern. Das Pad 20 besitzt als Erkennungsmerkmal lediglich einen kreisrunden Kamerabuckel auf der Rückseite. Die Grösse kommt knapp an DIN-A4 ran: 27,7 × 18 Zentimeter. Zudem ist es nur 0,6 Zentimeter dünn und 525 Gramm leicht.

Ohne gross aufzufallen: das Design des Honor Pad 20.
Ohne gross aufzufallen: das Design des Honor Pad 20.

Das zwölf Zoll grosse IPS-Display hat eine Auflösung von 3000 × 1872 Pixeln. Es zeigt zwar keine so kontrastreichen Bilder wie OLED, das Bild ist aber scharf und die Farben knallig.

Dank der Helligkeit von bis zu 700 Nits sollte ich bei Sonnenschein genug sehen. Allerdings spiegelt das Display sehr stark, weshalb ich es eher in Innenräumen empfehle. Da bin ich schon eher im Team «Matte Displays», wie Huawei sie anbietet, um Reflexionen zu vermeiden.

Das Display spiegelt ganz schön heftig
Das Display spiegelt ganz schön heftig

Gute Hardware mit grossem Akku

Honor verbaut einen Snapdragon 7 Gen 3 im Tab 20. Der Mittelklasse-Chip macht sich ganz gut. Für Alltagsanwendungen bist du damit ausreichend gerüstet. Grafiklastige Games bereiten dem Chip allerdings Mühe. Bei «Genshin Impact» muss ich deshalb mit niedrigen Grafikeinstellungen leben, um flüssig spielen zu können.

Im Vergleich zum Galaxy Tab S11 Ultra (Mediatek Dimensity 9400+) und dem Huawei Matepad Air (Kirin T93B) steht es in meinem Benchmark (Geekbench 7) schlecht da.

Anders als Samsung verbauen Honor und Huawei lediglich acht statt zwölf Gigabyte Arbeitsspeicher. Auch hier: Für den Alltag reicht das. Möchtest du auf den KI-Zug aufspringen oder hast vor, Videos auf dem Tablet zu schneiden, dürfte es knapp werden. Intern stehen dir 256 Gigabyte Speicher zur Verfügung, einen microSD-Slot findest du nicht.

Auch beim Akku glänzt das Pad 20 weniger. Die 10 100 mAh reichen für knapp zehn Stunden. Der exakt gleich grosse Akku kommt im Huawei Matepad 12 X doppelt so lange aus. Das ist ein beachtlicher Unterschied, auch wenn die zehn Stunden weit über einen Arbeitstag ausreichen.

Bei den Kameras bleibt es unspektakulär. Sowohl für Videocalls (Selfiekamera) als auch zum Abfotografieren von Dokumenten und dergleichen (Rückkamera) halten jeweils acht Megapixel her. Die tun beide ihren Dienst, das war es dann auch. Ein Landschaftsfoto empfehle ich nicht.

Die Selfiekamera macht mich etwas bleich. Für einen Videocall würde die Linse aber reichen.
Die Selfiekamera macht mich etwas bleich. Für einen Videocall würde die Linse aber reichen.
Ausprobiert, damit du es nicht musst: ein Landschaftsbild mit dem Tablet. Würde ich nicht empfehlen.
Ausprobiert, damit du es nicht musst: ein Landschaftsbild mit dem Tablet. Würde ich nicht empfehlen.

Tastatur und Stylus sind nicht nur praktisch

Zum Honor Pad 20 kannst du dir eine passende Tastatur und einen Stylus zulegen – zur Zeit bekommst du die im Shop von Honor dazu geschenkt. Die Tastatur tippt sich angenehm, die Funktionstasten sind praktisch. Ein Touchpad hat Honor leider weggelassen.

Aufgefallen ist mir, dass das Keyboard nicht automatisch sperrt, wenn ich es nach hinten klappe. Das führt dann natürlich zu ungewollten Eingaben. Flach auf dem Tisch geht es zum Glück, weil die Tastatur einen leicht erhöhten Rahmen hat, der über die Tasten hinausragt.

Die Tastatur geht in Ordnung, ist aber nicht immer praktisch.
Die Tastatur geht in Ordnung, ist aber nicht immer praktisch.

Den Stylus verbinde ich via Bluetooth. Ich kann ihn allerdings nicht am Tablet magnetisch befestigen. Geladen wird er über ein USB-C-Kabel. Da macht es die Konkurrenz weit besser. Bei Huawei und Samsung kann ich die Stifte ans Tablet packen und auch dort laden.

Den Stylus muss ich mit meinem USB-C-Kabel laden, das nervt.
Den Stylus muss ich mit meinem USB-C-Kabel laden, das nervt.

Beim Notizenmachen und Skizzieren bin ich nicht ganz überzeugt vom Stylus. Er erkennt zwar Druck und Neigung, aber nicht sehr detailreich. Er reagiert mal zu stark und mal zu schwach. Die glänzende Displayoberfläche ist zudem weniger geeignet für den Stift, der Grip fehlt. Honor bietet diesbezüglich zwar eine Paperlike-Edition an, allerdings nicht bei uns. Die wäre schon eher mein Fall. Für Notizen reicht das hier zwar insgesamt aus, beim längeren Zeichnen werde ich aber nicht glücklich damit.

Die Strichführung des Stylus ist mir fürs Zeichnen zu ungenau.
Die Strichführung des Stylus ist mir fürs Zeichnen zu ungenau.

Software macht nicht lange mit

Honor liefert das Pad 20 mit Android 16 und eigener Benutzeroberfläche (MagicOS 10) aus. Der Hersteller packt sehr viele Apps zu den eigenen und denen von Google obendrauf. Mir ist das etwas zu viel Bloatware, immerhin lässt sich der Kram auch deinstallieren.

Was aber wirklich nicht geht, sind die Updatezeiträume. Der Hersteller bestätigt lediglich zwei Android-Updates und drei Jahre für die Sicherheit. Honor schreibt zwar «mindestens», aber für ein Tablet, das man gerne möglichst lange nutzt, ist das schwach. E-Banking und sonstige Dinge mit Sicherheitsrisiken kannst du also nicht lange darauf erledigen.

Das ganze Netflix- und Facebook-Gedöns müsste nicht sein.
Das ganze Netflix- und Facebook-Gedöns müsste nicht sein.

Eigene KI-Funktionen bietet Honor wenig. Das soll mir recht sein, und die Leistung des Tablets ist auch nicht darauf ausgelegt. Die Möglichkeiten für automatische Untertitel, Transkriptionen und eine Erkennung für KI-Deepfakes und Stimmklonen sind zudem tatsächlich sinnvoll und praktisch. Und ich muss für jede davon meine Zustimmung erteilen. Sehr sympathisch.

Honor spart bei den KI-Funktionen.
Honor spart bei den KI-Funktionen.

Fazit

Das Pad 20 ist nicht die beste Option

Das Honor Pad 20 liegt im Vergleich zur Konkurrenz stets im unteren Bereich. Das Tablet ist zwar gut, kann aber weder Samsung noch Huawei das Wasser reichen. Einzig der Preis macht es zu einer Option. Wenn du es beim Shop selbst kaufst, kostet dich das Tablet 500 Euro (knapp 470 Franken) und du bekommst Stylus und Tastatur mit dazu. Bei uns bekommst du es aktuell nicht.

Persönlich mag ich Tablets mit matten Displays weitaus lieber, deshalb empfehle ich immer noch das Huawei Matepad 12X. Der Akku hält hier extrem lange, und für die Kunst findest du auch gleich ein geeignetes Programm auf dem Gerät. Es kostet mit 620 Franken (inklusive Tastatur) etwas mehr als das Pad 20.

Derweil ist Samsung mit dem Galaxy Tab S11 in den Benchmarks echt unschlagbar gut aufgestellt. Grafiklastige Games machen damit echt Spass und ich kann dem Tablet viel zumuten. Zudem ist es wasserfest. Dafür kostet das OLED-Tablet mit 950 Franken das Doppelte vom Honor (Stand 7. Oktober).

Pro

  • im Aktionsbundle mit Stylus und Keyboard ein guter Preis
  • praktisch für Videos, Notizen und Casual-Games
  • KI-Funktionen eher Beigemüse und einzeln aktivierbar

Contra

  • unterdurchschnittliche Leistung bei grafiklastigen Games
  • stark glänzendes IPS-Display
  • Akku eher schwach mit 10 Stunden
  • unpraktischer Stylus (nur per USB-C ladbar, etwas ungenau)
  • kurzer Support-Zeitraum (nur 2 Android-OS-Updates / 3 Jahre Sicherheits-Updates)
Titelbild: Michelle Brändle

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Seit ich einen Stift halten kann, kritzel ich die Welt bunt. Dank iPad kommt auch die digitale Kunst nicht zu kurz. Daher teste ich am liebsten Tablets – für die Grafik und normale. Will ich meine Kreativität mit leichtem Gepäck ausleben, schnappe ich mir die neuesten Smartphones und knippse drauf los. 


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