
Huawei Matepad Air: Pro-Stylus trifft auf mattes OLED-Display
Huawei kombiniert seine stärksten Elemente in einem Tablet: mattes OLED-Display, hohe Auflösung, lange Akkulaufzeit und einen vielseitigen Stylus. Eine grossartige Kombination für Kunst und Unterhaltung.
Bis vor Kurzem war das Huawei Matepad 12X mein Android-Favorit für die Kunst. Einziger Mangel: Mir fehlte das kontrastreiche OLED-Display, das Huawei bei anderen Tablets verbaut.
Nun präsentiert der Hersteller mit dem Matepad Air ein perfekt durchdachtes Gerät. Neben den ganzen positiven Punkten bleibt natürlich weiterhin der Workaround, wenn du Google-Services nutzen möchtest. Inzwischen klappt das aber schnell und unkompliziert.
Das Matepad Air hat mir Huawei zu Testzwecken zur Verfügung gestellt. Es kommt vorläufig nicht bei uns ins Sortiment, ist aber beim Hersteller selbst erhältlich.
Mattes Display, hell und kontrastreich
Huawei lässt sich beim Gehäuse immer wieder mal was Schickes einfallen. Das Matepad Air schimmert deshalb sanft, wenn Licht darauf fällt. Mein Testgerät, das ich von Huawei erhalten habe, glitzert blau. Das Tablet ist aber auch in rosa und weiss erhältlich. Der Kamerabuckel auf der Rückseite fügt sich gut in das Design ein und wirkt elegant.

Das Matepad Air hat mit 5,3 Millimetern Dicke und knapp 500 Gramm Gewicht einen passenden Namen. Es liegt leicht und angenehm in meinen Händen, auch dank abgerundeter Kanten.
Gut gewählt hat Huawei das Display: 12 Zoll gross, OLED, matt und mit einer Auflösung von 2800 × 1840 Pixeln. Damit zeigt es ein scharfes Bild mit hohen Kontrasten und ist immun gegen Reflexion. Mit der Spitzenhelligkeit von 1200 Nits kann dem Matepad Air nicht mal direkte Sonneneinstrahlung etwas anhaben. Das ist extrem hoch. Beim iPad Air sind es beispielsweise lediglich 500 Nits.
Und für ein flüssiges Bilderlebnis, gerade auch beim Zocken, sorgt die Bildwiederholrate von 144 Hertz.

Die Hardware läuft – zumindest für Alltagsarbeit
Das Huawei Matepad Air wird vom Kirin T93B angetrieben, dem neuesten Chip von Huawei. Meine Benchmarks liefen bisher über Geekbench 6. Nun gibt es nur noch Geekbench 7 – die Zahlen sind tendenziell tiefer als bei der alten Version. Deshalb kann ich nur bedingt vergleichen.
Zu den älteren Huawei-Tablets hat das neue Matepad Air wohl auch aus diesen Gründen einen grösseren Abstand. Zum aktuellen Tablet-Spitzenreiter, dem Samsung Galaxy Tab S11, schliesst es mit Geekbench-7-Resultaten erst recht nicht auf.
Im Alltag bemerke ich allerdings keine Abstriche. Das Matepad Air läuft flüssig, auch mit mehreren Apps nebeneinander und parallelem Zocken gibt es keine Probleme. Grafiklastige Spiele wie «Genshin Impact» bringen das Tablet aber ziemlich ins Schwitzen. Für ein flüssiges Spielerlebnis muss ich die Grafikleistung ganz runterdrehen.

Mit einer Akkukapazität von 10100 mAh liegen gemäss Huawei bis zu 16 Stunden Videowiedergabe drin. In meinem Benchmark mit PCMark komme ich auf 14,5 Stunden. Das reicht mehr als gut für lange produktive Tage. Anschliessend lade ich es mit bis zu 66 Watt in knapp 1,5 Stunden wieder auf. Damit ist es schnell genug wieder einsatzbereit.
Positiv überrascht bin ich von den sechs verbauten Lautsprechern. Sie klingen äusserst gut und auch an Lautstärke fehlt es ihnen nicht. Zusammen mit der hohen Auflösung eignet sich das Tablet damit optimal für Netflix und Youtube.

Die beiden verbauten Kameras tun, was sie sollen, aber auch nicht mehr. Bei der 12-Megapixel-Frontkamera (f/2.4) habe ich nicht mehr erwartet. Die 50-Megapixel-Hauptkamera (f/1.8) enttäuscht mich ein wenig. Nutzen würde ich sie deshalb nur für das Abfotografieren von Dokumenten.


Gut durchdachtes Zubehör mit Stylus und Keyboard
Die Tastatur befindet sich im Lieferumfang. Diese kann ich magnetisch befestigen, dann verbindet sie sich über Nearlink direkt mit dem Tablet. Diese Art der Verbindung stammt von Huawei selbst und ist eine zuverlässige Möglichkeit, Zubehör mit dem Tablet zu verbinden.
Das Tippen läuft reibungslos, Nachteile bemerke ich keine. Die Tastatur fühlt sich angenehm an, nur das ANSI-Layout irritiert anfangs: Z und Y sind vertauscht und die Enter-Taste schmaler, als ich es von meiner ISO-Tastatur kenne. Bei Huawei kann ich beim Kauf aber zwischen deutschem und englischem Layout wählen. Ansonsten hat das Keyboard dank Funktionstasten einige Vorteile, wie den direkten Zugriff auf Lautstärke, Helligkeit und Screenshots.

Den Stylus, M-Pencil Pro, muss ich separat erwerben und kostet 85 Franken. Das ist schon teuer genug, aber immer noch preiswerter als der Apple Pencil Pro mit 112 Franken. Er bietet die umfangreichen Vorteile eines Apple-Pencils plus drei verschiedene Stiftspitzen, zwei fürs Schreiben, eine fürs Zeichnen. Die weiteren Vorteile liegen bei der Druckstufenerkennung, Rotationserkennung, Druckgesten vorne und darin, dass ich ihn auf der Rückseite des Tablets laden kann. Die Gesten kann ich in den Einstellungen anpassen, damit ich bestimmte Apps damit öffnen kann, oder beim Zeichnen Zugriff auf spezielle Werkzeuge habe.

An Software findest du bereits eine ganze Palette
Das Huawei Matepad Air läuft ab Werk mit HarmonyOS 4.3. Möchtest du Google-Services nutzen, kannst du über den Huawei Appstore den «Aurora Store» herunterladen. Dabei bekommst du automatisch die Software «MicroG». Anschliessend kannst du über den Aurora Store alle gängigen Apps herunterladen. MicroG mimt dabei die Google Play Dienste, damit die heruntergeladenen Apps auch sauber laufen. Das ist alles keine Hexerei und funktioniert gut.

Ein starkes Plus finde ich die vorinstallierten Apps. An vorinstallierter Software packt Huawei zwar definitiv zu viel drauf, aber auch ein paar echt nützliche Sachen. Neben einer praktischen Notizapp bekomme ich auch GoPaint, die inzwischen vielgenutzte Kunstapp von Huawei. Auf dem matten Display mit dem Stylus zeichne ich extrem gern. Die Haptik des Screens und die Spiegellosigkeit erfreuen mich immer wieder aufs Neue.

Fazit
Das Matepad Air ist nahezu top ausgestattet
Das Huawei Matepad Air ist ein flexibles Arbeits- und Kreativgerät. Es glänzt nicht nur dank schickem Glitzerdesign, sondern auch mit dem entspiegelten OLED-Display, einer enormen Helligkeit und einer langen Akkulaufzeit. Besonders für digitale Kunst, Notizen und Medienkonsum bietet es eine starke Leistung. Nur in den Benchmarks liegt es hinter der Konkurrenz und versagt bei grafiklastigen Spielen. Zusammen mit dem (separat erwerbbaren) Stylus und vorinstallierten Apps wie GoPaint wächst es dennoch zu einer echten iPad-Air-Alternative heran.
Ein Haken bleibt das Fehlen nativer Google-Dienste ab Werk. Dank MicroG und Aurora Store lässt sich diese Hürde inzwischen zwar leicht und schnell umgehen, stellt aber weiterhin einen Extra-Schritt dar. Wer damit leben kann, bekommt ein hervorragend ausgestattetes Tablet – leider nicht ganz günstig: Bei Huawei kostet das Gerät zurzeit 800 Euro – zusammen mit Tastatur. Das liegt aber immerhin noch unter den Konkurrenten Samsung und Apple.
Falls du ein direkt bei uns erhältliches Huawei-Tablet suchst, kann ich dir als Alternative das Matepad 12X empfehlen, das allerdings noch mit IPS statt OLED ausgestattet ist.
Pro
- mattes, helles OLED-Display
- Top-Akkulaufzeit und Schnellladen
- starker Sound dank 6 Lautsprechern
- durchdachtes Zubehör mit NearLink-Tastatur und präzisem M-Pencil Pro
- Kreativ-Software inklusive: GoPaint-App inkl. neuer Animationsfunktion
Contra
- keine nativen Google-Services (erfordert Workaround via Aurora Store / MicroG)
- mässige Hauptkamera
- Prozessor-Leistung unter Konkurrenz
- viel Bloatware
Seit ich einen Stift halten kann, kritzel ich die Welt bunt. Dank iPad kommt auch die digitale Kunst nicht zu kurz. Daher teste ich am liebsten Tablets – für die Grafik und normale. Will ich meine Kreativität mit leichtem Gepäck ausleben, schnappe ich mir die neuesten Smartphones und knippse drauf los.
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