
Dieser Printer soll jedes Material bedrucken – funktioniert das?
Ein UV-Drucker fürs Wohnzimmer, der Gemälde auf Leinwand zaubert und Fotos auf Magnete druckt? Ich habe den EufyMake getestet, mit Ferrero-Boxen, Handyhüllen und meinen eigenen Zeichnungen. Das Ergebnis überzeugt mich mehr, als ich erwartet habe.
Full Disclosure: Der EufyMake wurde mir von Jasando zum Testen zur Verfügung gestellt. Jasando hat jedoch keinen Einfluss auf das Testergebnis, meine Bewertung und das Testverfahren.
Eine Ferrero-Box, ein Hund mit Flügeln, ein Klick in der App und schon ist der Deckel dreidimensional bedruckt. Genau das verspricht der EufyMake, ein UV-Drucker fürs Wohnzimmer, von dem Redaktionskollege Lorenz Keller schwärmt, seit er ihn vor über einem Jahr bei der Vorstellung gesehen hat.
Nun haben wir den Printer endlich auch im Sortiment und ich darf ihn testen.
Unfassbar einfacher Einstieg
Laut Hersteller kann ich mit dem Gerät fast jede Oberfläche mit einem Wunschmotiv verzieren, das beständig hält, wasserfest ist und nicht im Sonnenlicht verblasst. Klingt vielversprechend. Ich packe aus: Schutzfolien abziehen, Strom anschliessen, Farb- und Waschpatronen einsetzen, Filter einklemmen, App herunterladen. Fertig. Ich drücke den Einschaltknopf und das Gerät gibt einen Signalton von sich. Es läuft. Innert zehn Minuten.
Wow.



Ich muss ihn aber noch einrichten. Und aus jahrelanger Erfahrung mit Office-Geräten weiss ich, wie lange das dauern kann. Tatsächlich: Erst schlägt die Verbindung zu meinem Smartphone via Wi-Fi fehl, aber dann erscheint der EufyMake auf dem Screen und ab da läuft’s. Die App erklärt mir die Sicherheitsvorkehrungen für den Druck. Schutzbrille anziehen, Raum verlassen, nicht ins Gerät blicken. Wie beim «komplett ungefährlichen» Röntgen beim Arzt also. Check.
Dann beginnt die «Initialisierungsphase». Das Gerät prüft den Farbstand, reinigt den Extruder und kalibriert die Kamera. Ich muss fast nichts dazu beitragen. Nach 20 Minuten meldet die App, dass der Testdruck abgeschlossen ist. Dann kalibriert der EufyMake die Kamera anhand des Testdrucks, was weitere 20 Minuten dauert. Die neue Benachrichtigung zeigt mir: Der EufyMake wartet auf seinen ersten Einsatz.

Testdruck via App
Ich schaue mich in der Wohnung nach Bedruckbarem um und finde die Ferrero-Rocher-Kiste, die als Haargummi-Box dient. Erst reinige und trockne ich den Deckel. Danach befestige ich ihn auf der Klebematte. Deckel zu und Griff zum Handy. In der App wähle ich ein Design und lege Material und Druckqualität fest. Dann erscheint ein Live-Foto mit einer blauen Umrandung um den transparenten Deckel. Ich ziehe einen Hunde-Engel, von der Gratis-Bibliothek drauf.
Am liebsten würde ich den Hund noch leicht drehen. Aber auf dem kleinen Touchscreen fehlt mir das Feingefühl und die entsprechenden Regler in der App dafür. Egal. Erster Versuch. Ich knalle einen rosa Text unter den Hund und starte meinen ersten Druckauftrag.

Der EufyMake rattert und ich verschwinde aus dem Zimmer. Die App zeigt mir an, wie weit der Druck ist. Nach 20 Minuten gibt sie mir ein Zeichen. Mein Testversuch ist geglückt. Auf dem Deckel glänzt jetzt ein Hunde-Engel.
Wau.

Die Textur fasziniert mich. Das Bild wirkt nicht nur dreidimensional, es ist dreidimensional. Die Oberfläche fühlt sich clean und sauber an. Jedes noch so kleine Detail hebt sich von der Umgebung ab, und egal wie fest ich versuche, den Hund abzukratzen, er bleibt an Ort und Stelle.
Beim näheren Betrachten bemerke ich kleine Mängel: Die Oberfläche der Box rund ums Motiv herum ist leicht zerkratzt und dadurch trüb und auf der Rückseite biegt sich der Kunststoff nach innen. Der Druck hat das Material verändert. Zudem habe ich eine schmale Schriftart gewählt, die fast nicht erkennbar ist.


Einfaches Design-Programm und eine grosse Community
Mein Dopaminlevel steigt und ich suche die Wohnung nach altem Zeugs ab, das unter den Verschönerungs-Laser soll. Jetzt fehlen mir nur noch die Ideen für Motive.
In der EufyMake-App werde ich fündig. Community-Mitglieder teilen dort ihre Kreationen, die ich direkt in die Handy- oder Computer-App für meine eigenen Projekte kopieren und bearbeiten kann. Ohrringe, Schlüsselanhänger, Visitenkarten, sogar Sticker für Nail Art. Von der Community für die Community.
Leider stechen mir zwischen den tollen Projekten auch ein paar andere ins Auge: KI-Kunst.
Das Programm hat aber auch guten Seiten
Alles in allem erinnert mich die EufyMake-App an Bildbearbeitungsprogramme wie Canva oder Adobe Express, mit leichter, intuitiver Bedienung, schneller Lernkurve und coolen Ergebnissen. Die Funktion «Hintergrund entfernen» zum Beispiel lässt bei meinem Selbstporträt einzelne Haare zurück, so bleibt die Kopfform natürlich. «Vektorisieren» verwandelt das Bild in Sekunden in eine Vektordatei, die sich verlustfrei beliebig skalieren lässt. Aus kostenlosen Textvorschlägen und witzigen Elementen baue ich einfache Collagen. Für komplexe Anpassungen brauche ich aber weiterhin Photoshop, Affinity oder ein anderes Profi-Programm.

Quelle: Screenshot EufyMake Studio
Und jetzt: Lasst die Druck-Spiele beginnen
Ich lege einen der mitgelieferten Keramikmagneten auf das Flachbrett. Ihn will ich mit einer Collage schmücken, für die ich fünf AI-Coins opfere. Von denen bekomme ich ja, wie du oben in der Infobox nachlesen kannst, 200 pro Monat geschenkt.

Quelle: Screenshot EufyMake Studio


Bis auf einen kleinen Rand auf der Klebeplattform landet alles auf dem Magnet und zwar so, wie beabsichtigt. Anders sieht es bei den zwei Handyhüllen aus, die ich rumliegen habe.
Ich frage mich, ob der EufyMake zwei Objekte auf einmal bedrucken kann? Kurz gesagt: Ja, kann er. Aber dafür braucht er richtig viel Zeit. Im Fall der beiden Hüllen sind das eine Stunde und 40 Minuten. Danach hole ich sie schockiert aus dem UV-Drucker.


Quelle: Screenshot EufyMake Studio

Der UV-Drucker hat die Hüllen mitsamt den Motiven verzogen. Nicht sehr tragisch, weil es alte Hüllen waren. EufyMake erwähnt, dass Materialien nicht bedruckt werden dürfen, die brennbar sind, anfällig für chemische Reaktionen oder schädliche Gase unter UV bestrahlung abgeben. Ausserdem unterscheiden sich verschiedene Materialien in der Oberflächenstruktur und der Aufnahmefähigkeit und Reaktion auf die UV-Farben. Das wiederum wirkt sich auf die Haftung, Aushärtung und das Farbergebnis aus.
Deswegen empfiehlt Eufy vorgängig, einen Testdruck in einem kleinen Bereich zu machen. Alles klar – ab jetzt mache ich das so.


Es geht weiter: Ich verschönere ein altes Kopfhörercase mit einem Hotdog, bedrucke eine Leinwand mit einer meiner Ölmalstift-Gemälde, setze eine andere Malerei auf ein Keramik-Magnet und scheitere am Versuch, Sticker zu drucken.







Ich komme zum Schluss: Dieses Gerät vollbringt Wunder – aber ich muss mich noch tiefer hineinfuchsen und mehr Dinge ausprobieren, bevor ich ein abschliessendes Urteil fällen kann. Dafür möchte ich aber deine Hilfe.
Welche Materialien soll ich als nächstes ausprobieren? Schreib es in die Kommentare.
Die Wände kurz vor der Wohnungsübergabe streichen? Kimchi selber machen? Einen kaputten Raclette-Ofen löten? Geht nicht – gibts nicht. Also manchmal schon. Aber ich probiere es auf jeden Fall aus.
Praktische Lösungen für alltägliche Fragen zu Technik, Haushaltstricks und vieles mehr.
Alle anzeigen




