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Meinung

«Final Fantasy 7 Remake» und Co.: Die Zeit der «unmöglichen Switch-Ports» ist vorbei

Mit der Switch 2 hat Nintendo endlich wieder ein System am Start, das es mit der aktuellen Konsolengeneration aufnehmen kann. Ambitionierte Ports wie «Final Fantasy 7: Remake» deuten auf eine rosige Third-Party-Zukunft hin.

Seit dem Launch der Wii (2006) hat sich Nintendo vom teuren technologischen Wettrüsten im Konsolenkrieg verabschiedet. Statt grosser grafischer Fortschritte konzentriert sich das japanische Unternehmen seither erfolgreich auf Innovationen und Gimmicks. Der vorläufige Höhepunkt von Nintendos «Blue Ocean»-Strategie ist die Switch. Der Handheld-Hybrid schickt sich an, zur meistverkauften Konsole aller Zeiten zu werden.

Einen entscheidenden Nachteil hat der Verzicht auf State-of-the-Art-Technik jedoch. Nintendo-Fans müssen auf ihren Konsolen seit rund 20 Jahren ohne grafisch aufwendige AAA-Third-Party-Releases auskommen.

Mit der Switch 2 scheint dieses traditionelle Nintendo-Problem zu verschwinden. Ports von Games wie «Star Wars Outlaws», «Assassin's Creed Shadows» und dem heute erschienenen «Final Fantasy 7 Remake» beweisen, dass die kleine Tablet-Konsole mit den stationären «Big Dogs» von Sony und Microsoft mithalten kann.

Und das ist erst der Anfang.

Könntest du auf den ersten Blick erkennen, dass dieser Screenshot von «Final Fantasy 7 Remake» aus der Switch-2- und nicht der PS5-Version stammt?
Könntest du auf den ersten Blick erkennen, dass dieser Screenshot von «Final Fantasy 7 Remake» aus der Switch-2- und nicht der PS5-Version stammt?
Quelle: Square Enix

Die Ära der «Impossible Ports» auf der Switch 1

Um zu verstehen, wieso der aktuelle Third-Party-Support (und die Qualität der Ports) auf der Switch 2 so aussergewöhnlich ist, lohnt sich ein Blick zurück auf die Switch 1.

Nintendos erster Konsolen-Handheld-Hybrid ist schon zum Launch 2017 technisch hoffnungslos veraltet. In dem Tablet steckt ein Nvidia Tegra X1, der es nicht einmal mit damaligen Smartphones aufnehmen kann.

Dementsprechend rar war der Support von Drittherstellern – zumindest im AAA-Bereich. Grafisch aufwendige Games, die auf der PS4 oder der Xbox One laufen, können entweder gar nicht oder nur mit erheblichem Aufwand auf Nintendos veraltete Hardware portiert werden.

Ein Wunder, was viele Entwickler aus dieser alten Hardware gekitzelt haben. Hier: «Ace Combat 7» von Bandai Namco.
Ein Wunder, was viele Entwickler aus dieser alten Hardware gekitzelt haben. Hier: «Ace Combat 7» von Bandai Namco.
Quelle: Domagoj Belancic

Zu dieser Zeit entstand der in Gaming-Kreisen mittlerweile etablierte Begriff «Impossible Ports». Dabei handelt es sich um eigentlich unmögliche Portierungen grafisch komplexer AAA-Games, die mithilfe von schwarzer Magie (anders kann ich mir das nicht erklären) auf der Switch laufen.

Jeder «Impossible Port» wurde damals mit einem massiven medialen Echo begleitet und von der Fachpresse wie die erste Mondlandung gefeiert.

Ein grosser Schritt für die Menschheit, oder so. «Doom Eternal» auf der Switch.
Ein grosser Schritt für die Menschheit, oder so. «Doom Eternal» auf der Switch.
Quelle: Bethesda

Zu den bekanntesten und eindrucksvollsten «Impossible Ports» gehören unter anderem:

  • «Doom» (2017)
  • «Wolfenstein 2: The New Colossus» (2018)
  • «The Witcher 3: Wild Hunt» (2019)
  • «Doom Eternal» (2020)
  • «The Outer Worlds» (2020)
  • «Hogwart's Legacy» (2023)
  • «Kingdom Come: Deliverance» (2024)

Schaut man sich einzelne Games aus dieser Liste an, wird schnell klar, wieso diese Ports als «unmöglich» bezeichnet werden. Viele Titel mussten visuell bis zur Grenze der Unkenntlichkeit beschnitten werden. So zum Beispiel «The Witcher 3». Zu den Abstrichen gehören: eine stark reduzierte Sichtweite, reduzierte Komplexität und Objektdichte, komprimierte Texturen und Zwischensequenzen sowie eine Framerate, die oft südlich der 30-FPS-Grenze herumschwirrt.

Hinzu kommt die grenzwertig niedrige Auflösung von bis zu 540p im Handheld- und maximal 720p im TV-Modus. Besonders auf einem grösseren Bildschirm verkommt die schöne «Witcher»-Welt zu einem verschwommenen Mischmasch.

Mit der visuellen Identität des Originals hat der Port nur noch ansatzweise was am Hut.

Als hätte ich meine Brille vergessen: «The Witcher 3» auf der Switch.
Als hätte ich meine Brille vergessen: «The Witcher 3» auf der Switch.
Quelle: GameXplain / Youtube

Neben optischen Abstrichen müssen einige Ports weitere Einschnitte hinnehmen. So werden in «Doom» oder «The Outer Worlds» grosse Objekte in der Spielwelt platziert, um die Sicht des Spielers einzuschränken. Die Open-World-Struktur von «Hogwart's Legacy» muss auf der Switch sogar mit Ladezeiten zwischen einzelnen Bereichen aufgeteilt werden, damit die Konsole nicht explodiert. Uff...

Versteh mich nicht falsch. Diese Ports sind technisch unglaublich beeindruckend – Chapeau an die Entwicklerteams. Ich würde aber niemandem empfehlen, ein Spiel wie «Kingdom Come: Deliverance» auf der Switch zu zocken, wenn er oder sie noch andere Möglichkeiten hat.

Beeindruckend, aber unschön: «Kingdom Come Deliverance» auf der Switch.
Beeindruckend, aber unschön: «Kingdom Come Deliverance» auf der Switch.
Quelle: Warhorse Games

Die Switch 2 ist auch nicht «State of the Art» – aber trotzdem zukunftssicher

Spulen wir vor in die Gegenwart. Mit der Switch 2 hat Nintendo das geliefert, was sich viele Fans jahrelang gewünscht haben: eine grössere und vor allem stärkere Switch.

«Stärker» bedeutet jedoch auch bei der Switch 2 nicht «State of the Art». Nintendo bleibt dem technologischen Wettrüsten, das dank PC-Handhelds mittlerweile auch im Mobile-Gaming-Markt angekommen ist, weiterhin fern.

So sieht es im Inneren der Switch 2 aus – zumindest gemäss dem Spiel «Nintendo Switch 2 Welcome Tour».
So sieht es im Inneren der Switch 2 aus – zumindest gemäss dem Spiel «Nintendo Switch 2 Welcome Tour».
Quelle: Domagoj Belancic

In der Konsole steckt ein spezieller Chipsatz (T239), der in Zusammenarbeit mit Nvidia entwickelt wurde. Die Fertigungstechnologie befindet sich mit 8 nm nicht auf dem neuesten und effizientesten Stand – aktuelle High-End-Chips in Smartphones werden auf 3 nm gefertigt. Die CPU kann gemessen an leistungsfähigen mobilen Geräten höchstens als «moderat» bezeichnet werden. Die GPU basiert auf Nvidias Ampere-Architektur, die mittlerweile schon fünf Jahre auf dem Buckel hat.

Trotz dieser Einschränkungen hakt die Switch 2 viele wichtige Punkte ab, die bei der Entwicklung und Portierung moderner Games wichtig sind – ein entscheidender Vorteil im Vergleich zur Switch 1. Nintendos Hybrid-Konsole hat eine für aktuelle Games genügend grosse Speicherbandbreite und mehr RAM als ihreVorgängerin, unterstützt moderne Grafiktechniken wie Raytracing und beherrscht mit einer speziell für die Hardware gefertigten DLSS-Version auch KI-Upscaling.

Kurzum: Auch wenn die Switch 2 nicht an aktuelle Top-Geräte (die oft ein Vielfaches kosten) herankommt, fühlt sich der Handheld im Gegensatz zur Switch 1 zukunftssicher an.

Die Switch 2 ist ein solides Paket. Auf dem Bild: «Assassin's Creed Shadows» von Ubisoft.
Die Switch 2 ist ein solides Paket. Auf dem Bild: «Assassin's Creed Shadows» von Ubisoft.
Quelle: Domagoj Belancic

«Final Fantasy 7 Remake» und Co.: Wow-Momente

Dass Nintendos kleines Tablet einiges auf dem Kasten hat, haben bereits mehrere Studios mit krassen Ports von Current-Gen-Games bewiesen. Einer der beeindruckendsten ist «Final Fantasy 7 Remake», das heute erscheint.

Ja, ich weiss. Streng genommen handelt es sich hierbei um einen PS4-Titel. Die Switch-2-Version basiert jedoch auf der PS5-Fassung, die mit einigen grafischen Upgrades – unter anderem: mehr Details und schönere Beleuchtung – daherkommt.

Jap, der Screenshot stammt von der Switch-2-Version, nicht von der PS5.
Jap, der Screenshot stammt von der Switch-2-Version, nicht von der PS5.
Quelle: Square Enix

Als ich das Game das erste Mal auf dem Switch-2-Screen sehe, habe ich einen dieser seltenen «Wow»-Momente. «Wow» im Sinne von: «Unglaublich, was heutzutage möglich ist». «Final Fantasy 7 Remake» sieht auf der kleinen, portablen Switch 2 fast so geil aus, wie auf meiner monströsen PS5.

Klar, einige Texturen sind nicht so knackig wie auf Sonys stationärer Konsole. Auch die Sichtweite ist auf der PS5 besser, ebenso die Framerate und Auflösung. Aber das sind verkraftbare Abstriche, die sich nicht signifikant auf die visuelle Identität des Titels auswirken. Kein Vergleich zu den brutalen Cuts, die für Games wie «The Witcher 3» auf der ersten Switch gemacht werden mussten.

Ebenso beeindruckend: Auch im TV-Modus auf meinem 83-Zoll-Samsung-OLED sieht das Game dank Upscaling gut aus. Vorbei sind die Zeiten von grausigem 720p-Matsch. Halleluja und gelobt sei DLSS.

Kein Vergleich mit den «Impossible Ports» von damals.
Kein Vergleich mit den «Impossible Ports» von damals.
Quelle: Domagoj Belancic

Ähnlich überzeugt haben mich auch die Ports «Cyberpunk 2077», «Assassin's Creed Shadows» und «Star Wars Outlaws». Alle drei Titel zeigen eindrücklich, dass die Switch 2 auch Umsetzungen moderner Open-World-Spiele ohne grössere Konzessionen beherrscht.

Besonders hervorzuheben ist der letztgenannte Port. Ubisoft hat es mit «Star Wars Outlaws» nämlich geschafft, hardwarebeschleunigtes Raytracing für Licht, Schatten und Reflexionen in der Switch-2-Version zu implementieren.

Lass dir das noch einmal auf der Zunge zergehen. Raytracing. In einem riesigen Open-World-Spiel. Auf einem Nintendo-Tablet, das im Handheld-Modus gerade mal 10 Watt verbraucht, während stationäre Konsolen über 200 Watt verschlingen. Wahnsinn.

Ich kann nicht glauben, dass «Outlaws» auf der Switch 2 so gut aussieht.
Ich kann nicht glauben, dass «Outlaws» auf der Switch 2 so gut aussieht.
Quelle: Domagoj Belancic

Und das war erst der Anfang

Das erste Halbjahr im Lebenszyklus der Switch 2 lässt auf eine rosige Third-Party-Zukunft hoffen. Auch ein Blick auf den Release-Kalender 2026 stimmt optimistisch. Dieser füllt sich allmählich mit hochkarätigen AAA-Games von Drittherstellern.

«Resident Evil Requiem», «Pragmata», «007: First Light», «High on Life 2» und «Indiana Jones and the Great Circle» sind nur einige der grafisch beeindruckenden Current-Gen-Spiele, die ihren Weg auf Nintendos Hybrid finden. Es scheint so, als würde es keine «Impossible Ports» mehr geben. Oder: Auf der Switch 2 ist so gut wie nichts «unmöglich».

Ähnlich optimistisch sind auch die Kollegen von Digital Foundry, die nach einem Gespräch mit Ubisoft zum Switch-2-Port von «Assassin's Creed Shadows» noch «viele weitere anspruchsvolle Switch-2-Ports» in dieser Konsolengeneration erwarten. Nicht zuletzt, weil die Switch 2 bei vielen zukünftigen Multiplattformtiteln direkt als Target-Plattform eingeplant wird. Aufwändige Nachoptimierungen entfallen somit. Die Spiele werden von Anfang an für die Switch 2 optimiert, um noch mehr aus dem Chipsatz der kleinen Konsole herauszukitzeln.

«Resident Evil» kommt zurück zu Nintendo. Das weckt Erinnerungen an gute alte «Resident Evil 4»-Zeiten.
«Resident Evil» kommt zurück zu Nintendo. Das weckt Erinnerungen an gute alte «Resident Evil 4»-Zeiten.
Quelle: Capcom

Bleibt nur die Frage: Wie lange bleibt die Switch 2 in dieser für Nintendo-Fans ungewöhnlichen Third-Party-Situation? Schliesslich häufen sich die Hinweise, dass Sony schon 2027 oder 2028 mit der nächsten Playstation um die Ecke kommt.

Wenn die aktuelle Konsolengeneration (PS5, Xbox Series X/S) ein Anhaltspunkt ist, besteht noch kein Grund zur Sorge. Schliesslich sehen wir auch im fünften Jahr der PS5 immer noch namhafte Games, die als Cross-Gen-Releases auch auf der PS4 erscheinen. Bis «echte» Next-Gen-Exclusives erscheinen, die auch mit dem Einsatz von schwarzer Magie nicht auf der Switch 2 laufen, sollte es also noch eine Weile gehen.

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Meine Liebe zu Videospielen wurde im zarten Alter von fünf Jahren mit dem ersten Gameboy geweckt und ist im Laufe der Jahre sprunghaft gewachsen.


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