

Hält der Kleiderstempel Marky? Mein Fazit nach einem Jahr und x Wäschen
Er sieht infantil aus, will aber einen seriösen Job machen. Mit Marky beschrifte ich die Sachen meiner Kinder direkt oder per Klebe- und Bügeletiketten. Aller Anfang ist dabei schwer, doch am Ende lächelt nicht nur der Stempel.
«Schreibt bitte die Sachen eurer Kinder an», heisst es alle Jahre wieder zum Schul- und Saisonbeginn. Denn die Fundsachenkisten quellen über, von der Znünibox bis zur Winterjacke bleibt alles Mögliche liegen und ist selten zuzuordnen.
Jahrelang habe ich diesen guten Rat nur halbherzig befolgt. Ich war Team Textilstift, habe mir das Etikett im Kleidungsstück gesucht und mit viel zu dickem Filzer ein paar schwer leserliche Buchstaben über die Waschanleitung geschmiert.
Das ist schnell erledigt, sieht aber bescheiden aus. Wenn Sachen nicht gut sichtbar angeschrieben sind oder nicht markiert werden dürfen, brummen die WhatsApp-Gruppen.

Vor einem Jahr bin ich dann umgestiegen und habe Marky bestellt. In Blau – es gibt ihn auch in Rosa oder Grün. Nicht, dass ich den verspielt grinsenden Stempel schön finden oder gerne bügeln würde. Aber er war gerade verfügbar, versprach Waschgänge zu überleben und mit Bügeletiketten spielt die Kleiderfarbe keine Rolle mehr.
Marky bereitet mir anfangs Mühe
Da textiles Handwerken nicht zu meinen Stärken gehört, kann ich schon mal vorwegschicken: Wenn ich damit klarkomme, wirst du es auch. Neben dem Stempel wird folgendes Zubehör mitgeliefert:
- ein Meter Aufbügelband
- 20 spülmaschinenfeste Etiketten
- eine Pinzette
- ein Typenset
Ergänzend zu den Buchstaben sind Ziffern und kleinen Bilder dabei. Tiere, Sternchen, Herzen, Raketen oder ein Fussball – was jüngere Kinder neben ihrem Namen eben vielleicht noch gerne auf ihren Sachen haben. Diese Piktogramme sind doppelt so gross wie die nur vier Millimeter hohen Buchstaben, mit denen ich mich abmühen muss. Sie ergänzen also einen zweizeiligen Text. Vorname, Nachname, Bild daneben.

Einzelne Buchstaben sind drei- (zum Beispiel das Q) bis sechsmal (A) vorhanden, Zahlen und Sonderzeichen wie Ñ, Â, Ü, Ô, Ç gibt es ebenfalls. Unnützes Wissen: Diese Zusatzzeichen heissen Diakritika. Sie sind allerdings über den Vokalen so winzig, dass das Heraussuchen der richtigen einem Sehtest gleicht. Denn bevor ich mit dem Stempeln und Bügeln beginnen kann, muss ich mit Hilfe der Pinzette erstmal in Spiegelschrift den gewünschten Namen zusammenbasteln.
So wie Johannes Gutenberg, der vor bald 600 Jahren den Buchdruck mit beweglichen Lettern erfand. Er musste sich allerdings nicht mit weichem Kunststoff herumärgern. Beim Rausfummeln und Reindrücken habe ich den einen oder anderen Buchstaben so verbogen, dass das Resultat anfangs bescheiden aussah. Immerhin: Der Name war (mit etwas Fantasie) zu lesen.

Doch mal war der Druck schräg und mal so fett, dass Buchstaben wie das O oder A ihrer Hohlräume beraubt wurden. Die nächste Schwierigkeit folgte sogleich: Es ist nicht einfach, das schmale Bügelband mit dem breiteren Stempel an der richtigen Stelle zu treffen. Dafür habe ich mir mit Edding kleine Markierungen eingezeichnet.
Kurz: Es braucht etwas Übung, bis das Resultat ansehnlich ist.

Verwendest du die mitgelieferten Klebeetiketten für Brotdosen oder Trinkflaschen, musst du sie nur noch anbringen. Mich interessieren sie nicht, dafür habe ich eine bessere Lösung.
Für glatten Kunststoff hätte ich den Stempel nicht gekauft. Mein Problem sind die Kleider.
Aufbügeln für Anfänger
Da ich hauptsächlich dunkle Sportsachen beschriften muss, habe ich noch eine Packung Labels zum Aufbügeln bestellt. Bei ihnen ist rundherum aufgedruckt, wo ich den Stempel ansetzen muss. Dann stimmen die Abstände, sofern ich die Buchstaben mittig eingesetzt habe.

Lieber ist mir aber das simple Bügelband, das mit dem Stempel geliefert wird. Dieses kann ich so zuschneiden, wie es mir passt, und es ist weiss statt mit kindlichen Motiven verziert. Beim Bügeln muss ich aufpassen, es auf den Polyestershirts mit der Hitze nicht zu übertreiben und stets ein Backpapier unterzulegen.

Anfangs bin ich zu vorsichtig. Bei meinen ersten Versuchen lösen sich nach dem Waschen die Ecken ab. Inzwischen weiss ich, dass ich mit viel Druck vor allem die Ränder bearbeiten muss. Dann sieht das Etikett nach zehn bis 20 Sekunden fast so aus, als wäre es vom Hersteller angebracht worden.
Gut, die Schrift ist ein bisschen schräg – aber es wirkt, als wäre das Label auf gute Weise mit dem Stoff verschmolzen. Dieser Eindruck bestätigt sich im Laufe eines Jahres, in dem ich die Sachen ein- bis zweimal wöchentlich gewaschen habe. Zwar fransen die Ränder mit der Zeit etwas aus, aber das Label bleibt gut leserlich dort, wo es sein soll.

Ob Winter- oder Regenjacke, geriffelter Stoff oder glattes Polyester – ich bin auf allen Untergründen zufrieden mit dem Resultat und wüsste nicht, dass eines der Kleidungsstücke beim Aufbügeln Schaden genommen hat.
Direkt auf dem Stoff taugt er auch
Einen Zusatznutzen habe ich anfangs völlig übersehen: Auf hellen Textilien lässt sich der Stempel auch ohne Etikett verwenden. Ansetzen, draufdrücken, fertig. Das hilft mir inzwischen dabei, auch innerhalb der Familie den Überblick zu behalten. Wem gehört dieses Paar weisse Socken? Stempel auf die Innenseite unter den Bund, alles klar.
Bei 30 Grad soll die Farbe 50 Wäschen überleben, bei 60 Grad noch 25 und bei 90 Grad immerhin noch zehn. Noch ist der Stempel an allen Sachen zu sehen. Sobald er verblasst, werde ich ihn erneuern. Das Stempelkissen soll ungefähr 1000 Einsätze aushalten und lässt sich einfach austauschen.

Marky ist übrigens Österreicher: Hersteller Colop produziert in Wels, die verwendete Farbe ist dermatologisch getestet und das Unternehmen arbeitet CO₂-neutral. Gleiches gilt für den «Deine Dinge»-Stempel von Trodat, der ebenfalls aus Europas Stempelhauptstadt stammt und ähnlich zu sein scheint. Er wird mit etwas mehr Etiketten geliefert und ist auch sehr gut bewertet – ich würde an deiner Stelle auf den aktuellen Preis schauen.
Bei mir gehörte der bessere Preis zu den Details, die mir meinen Grinsestempel sympathisch gemacht haben. Ich nenne ihn liebevoll Marky Mark und denke an die Textzeile: «I rip when I gotta make dents, so I rock wit’ ease ...» Frei übersetzt: «Ich liefere mühelos ab, wenn ich Eindruck hinterlassen muss.» Passt, oder? Marky ist die erste Wahl für meinen Kleiderberg. Und hätte Mark Wahlberg 1992 einen Kleiderstempel gehabt, wäre er vielleicht nicht so oft mit freiem Oberkörper aufgetreten.
Fazit
Hält auch nach einem Jahr: Marky ist top
Die aufgebügelten Kleideretiketten halten, was der Hersteller verspricht. Selbst nach vielen Waschgängen sind sie noch gut leserlich und lösen sich nicht. Auf hellen Textilien und anderen Materialien wie Karton oder Papier macht der Stempel mit seiner hautverträglichen Tinte auch eine gute Figur. Die Klebeetiketten sind ebenfalls praktisch und das Stempelkissen lässt sich austauschen.
Nur die Handhabung ist anfangs etwas kompliziert: Es braucht Fingerspitzengefühl und gute Augen, um die vier Millimeter kleinen Gummibuchstaben mit der Pinzette gerade einzusetzen. Nach ein paar Versuchen klappt es dann und das Ergebnis sieht ordentlich aus.
Pro
- Bügelband für dunkle Kleider
- hält langfristig
- hautverträgliche Farbe
- Stempelkissen austauschbar
- Etiketten für Trinkflasche & Co.
Contra
- Buchstaben sehr klein und fummelig
- braucht etwas Übung
Einfacher Schreiber, zweifacher Papi. Ist gerne in Bewegung, hangelt sich durch den Familienalltag, jongliert mit mehreren Bällen und lässt ab und zu etwas fallen. Einen Ball. Oder eine Bemerkung. Oder beides.
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