
Ratgeber
Nymphensittiche: Es ist Liebe! Und nun?
von Anika Schulz

Die Sittich-WG macht sich über meine Grünpflanzen her. Das «No-pick»-Spray von Versele-Laga soll Abhilfe schaffen. Zumindest in der Theorie.
Es ist Frühling. Für meine vier Nymphensittiche heißt das: Energie! Anarchie! Ihre aktuelle Lieblingsbeschäftigung besteht darin, Anikas Pflanzen anzuknabbern. Rio, Cookie, Pebbles und Finni sitzen wie kleine Landschaftsarchitekten in meinen Grünpflanzen: «Das Blatt hier ist an der falschen Stelle. Ich beiße es mal vorsichtshalber ab.»
Anfangs habe ich versucht, sie zu verscheuchen. Bringt alles nichts. Zwei Pflanzen sind bereits hinüber, mein Herz blutet. Und das ist nicht das einzige Problem: Viele Zimmerpflanzen sind giftig für Haustiere. Deswegen habe ich die meisten echten Pflanzen bereits gegen künstliche ausgetauscht. Doch meine Flauschis sind extrem beratungsresistent – und knabbern auch die Plastikdinger in Nullkommanichts kaputt. Mir reicht es.

Also habe ich mich in einschlägigen Sittich-Foren schlau gemacht. Dort empfahl eine Userin das «No-pick»-Spray von Versele-Laga. Dieses Bitterspray ist eigentlich dafür gedacht, Vögel davon abzuhalten, sich die Federn auszurupfen. Es soll aber auch gegen angeknabberte (künstliche) Pflanzen helfen.
Ich sprühe mir etwas «No-pick» auf die Hand und lecke es ab. Ürgsss… Der bittere Geschmack hängt mir noch eine Stunde später im Mund.
Ein Blick in die Inhaltsstoffe verrät: Das Spray besteht zum größten Teil aus Wasser. Als nächstes folgt direkt Denatoniumbenzoat. Der Stoff schmeckt bereits in sehr geringen Mengen super bitter und ist deswegen auch in Anti-Nagelkau-Lacken (bei Federlosen … äh, Menschen) drin. Wenn ich dieses Teufelszeug auf die Pflanzen sprühe, müsste das meine Nymphensittiche doch davon abhalten, sie anzuknabbern, oder? ODER??!
Als ich meine Zimmerpflanzen einneble, kriecht mir der bittere Sprühnebel von «No-pick» in Nase und Rachen. Zufrieden verlasse ich das Wohnzimmer und setze mich zum Arbeiten an den Computer. Bis ich wenig später schon wieder verdächtige Knabbergeräusche von nebenan höre. Finni sitzt mitten in der frisch eingesprühten Kunstpflanze und seziert die Blätter.

Ich gebe auf. Ich räume die Pflanze in die Küche und das «No-pick»-Spray in den Schrank. Frustriert recherchiere ich online nach Produktbewertungen. Und siehe da: Obwohl die meisten Vogeleltern mit dem Spray zufrieden sind, gibt es auch negative Rezensionen. «Interessiert meinen Sittich gar nicht», «Papagei kaut trotzdem weiter» heißt es da. Fühl ich.
Vielleicht funktioniert das Spray ja gegen Federrupfen wirklich besser. Who knows. Das Problem habe ich mit meinen Nymphies zum Glück nicht. Meine grüne Dekoration hat es jedenfalls nicht gerettet.

Also was tun? Sollten deine Sittiche auch verrückt nach Pflanzen sein, kannst du Folgendes versuchen:

Hast du Tipps, wie du Papageien davon abhältst, Pflanzen anzuknabbern? Schreib sie mir in die Kommentare!
Pro
Contra
Als Kind wurde ich mit Mario Kart auf dem SNES sozialisiert, bevor es mich nach dem Abitur in den Journalismus verschlug. Als Teamleiterin bei Galaxus bin ich für News verantwortlich. Trekkie und Ingenieurin.
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