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Ann-Kathrin Schäfer
Produkttest

Kinder- und Hundehaushalt: Besteht der Bissell Spotclean Hydrosteam Pro den Fleckentest?

Trotz Hund und Kindern habe ich ein beiges Sofa und einen beigen Teppich – und inzwischen ein Fleckenproblem. Kann der Bissell Spotclean Hydrosteam Pro es lösen?

Das sind doch wir auf dem Verpackungsbild! Die Mutter, die liebevoll lächelt und strahlend aussieht, während sie tiefenentspannt mit links die gelben Flecken auf dem beigen Teppich entfernt. Zwei Kinder, die daneben harmonisch einen Snack essen. Der Hund, der sehr brav im Bettchen liegt. Sogar einen Gummibaum haben wir zu bieten! Und auch die Farbe von Teppich und Sofa stimmt mit der unseren überein: beige.

Ich gebe zu, die Kinder sind zum Testzeitpunkt abwesend.
Ich gebe zu, die Kinder sind zum Testzeitpunkt abwesend.

Der Bissell Spotclean Hydrosteam Pro mit diesem Werbebild auf der Verpackung will eindeutig zu uns. Zumal erwähntes beiges Sofa und der beige Teppich sogar noch mehr Flecken zu bieten haben. Diese Flecken müssen weg – sogar die Kinder haben das schon angemerkt. Die beige Polyesterdecke, mit der ich behelfsmässig versuche, die Sitzfläche des Sofas zu verdecken, verrutscht nämlich ab und zu. Und der Teppich sieht einfach übel aus, obwohl er erst ein Jahr alt ist.

Was soll ich sagen: Babys spucken ab und zu, der Hund auch. Manchmal kippt eine Hafermilch um. Oder auch ein hopfenhaltiges Getränk, wenn ich mich recht entsinne. Und zack, haben sich in den letzten paar Jahren Flecken aller Art ins Bild gedrängt.

Meine Hoffnung in dieses Gerät ist gross.
Meine Hoffnung in dieses Gerät ist gross.

Erste Annäherungsversuche

Ich packe den Bissell Spotclean Hydrosteam Pro aus und mein Hund beschnüffelt ihn interessiert. Das Gerät ist kleiner als ich dachte, quittiere ich wohlwollend. Grundsätzlich habe ich nicht gerne Geräte im Haus, weil ich nie weiss, wohin damit. Aber für diesen zierlichen Sauger findet sich vermutlich in einer Abstellkammer oder einem Putzschrank Platz. Das Rohr lässt sich platzsparend mit zwei Halterungen um das Gerät wickeln.

An Schritt 1 der Anleitung bleibe ich hängen. Was will mir das Bild sagen? Die Anleitung besteht nur aus Bildern, wohl um Übersetzungs- und Druckkosten zu sparen, und ich wünschte mir Text.

Was nur will das Bild 1 mir sagen? Eine Anleitung mit Text wäre mir lieber gewesen.
Was nur will das Bild 1 mir sagen? Eine Anleitung mit Text wäre mir lieber gewesen.

Ich beschliesse, Schritt 1 zu überspringen. Ab jetzt ist (fast) alles verständlich und ich muss nicht viel machen, um das Gerät in Betrieb zu nehmen – was tatsächlich auch ohne Schritt 1 funktioniert.

Als erstes bringe ich den grössten der drei mitgelieferten Bürstenaufsätze an. Dann fülle ich in einen der beiden Tanks –der andere fängt das Schmutzwasser auf – warmes, nicht heisses Wasser und das mitgelieferte Reinigungsmittel. Striche auf der transparenten Seite zeigen, wie viel Wasser ich im Verhältnis zu wie viel Reinigungsmittel einfüllen muss – für eine kleine und eine grosse Variante. Ich habe viele Flecken zu bearbeiten, deshalb fülle ich den Tank ganz.

Das Füllen mit Reinigungsmittel und Wasser ist selbsterklärend.
Das Füllen mit Reinigungsmittel und Wasser ist selbsterklärend.

Reinigungsmittel schnell aufgebraucht

Dabei fällt mir auf, dass das mitgelieferte Reinigungsmittel knapp nicht reicht, um den Füllstand wie angegeben zu erreichen. Heisst: Nach einem vollen Tank braucht’s schon wieder ein neues. In der Anleitung steht, man dürfe nur das mitgelieferte, hauseigene Mittel Bissell Spot & Stain Pro Oxy verwenden, das bei Galaxus zum Testzeitpunkt mehr als 17 Franken kostet. Finde ich ein bisschen viel für einen einmaligen Reinigungsgang. Oder?

In der Redaktion diskutieren wir: Könnte man auch einen herkömmlichen Allzweckreiniger nutzen? Wahrscheinlich nicht, wie eine kurze Recherche ergibt. Viele herkömmliche Reiniger schäumen wohl zu stark und könnten Dichtungen oder Pumpen angreifen. Wenn, dann nur einen Tropfen dazugeben. Besser sei ein Polsterreiniger, der auch von einer anderen Firma sein könne. Der von Kärcher beispielsweise, vermutlich lässt sich irgendwo ein noch günstigeres No-Name-Produkt finden. Oder: Reinigungsmittel separat aufbringen, einwirken lassen – und dann nur mit Wasser absaugen. Aber nun erst mal weiter.

Ich schalte das Gerät ein. Es ist laut. Mich erstaunt, dass der Hund keine Miene verzieht. Er bleibt unbeeindruckt neben mir liegen, da wirkt der Hund auf dem Verpackungsbild also gestresster. Vielleicht hat «Anonymous» recht, der oder die bei der Produktbewertung meint: «Viele schreiben ja, dass die Bissellgeräte laut sind. Finde ich absolut nicht. Im Vergleich zum 1200W Miele Staubsauger, Fön oder Mixer, hält der Bissell sich im ähnlichen Pegelbereich auf.» Schön finde ich auch die Erklärung von «fratin»: «etwas laut (aber muss so, es saugt ja, gibt Dampf ab etc.)»

Finde nur ich den Sauger laut?
Finde nur ich den Sauger laut?

Ran an die Flecken

Bezüglich der verschiedenen Reinigungsmodi herrscht bei mir noch etwas Verwirrung. Warum wird für Haustierflecken (Pfotensymbol) Wasser statt Dampf empfohlen? Wenn ein Fleck richtig hartnäckig ist, sollte man dann nicht mit schweren Geschützen wie feuchter Hitze dahinter?

Vieles ist klar. Aber was ist das Bild mit der Hand, die etwas wegzuwischen scheint? Und wieso kein Dampf bei Tierschmutz?
Vieles ist klar. Aber was ist das Bild mit der Hand, die etwas wegzuwischen scheint? Und wieso kein Dampf bei Tierschmutz?

Ich halte mich zunächst an die Anleitung und verwende für meinen ersten Haustierfleck (gelbliches Erbrochenes) das Wassersymbol. Wie in der Anleitung beschrieben, drücke ich den Knopf an der Bürste und spritze so Seifenschaum auf den Fleck. Danach fahre ich mit dem Sauger rüber. Mehrfach, aber mit jedem Mal verschwindet der gelbliche Fleck etwas mehr. Und dann ist er einfach weg. Ich bin begeistert. Das hätte ich nicht gedacht.

Gerade war der Fleck noch gelb – und schon ist er weg.
Gerade war der Fleck noch gelb – und schon ist er weg.

Ich wende mich einem anderen, eher gräulich-dunklen Fleck zu, bin mit dem Ergebnis nur mit Wasser aber noch nicht zufrieden. Daher probiere ich den Dampfmodus aus. Um ihn zu aktivieren, muss ich 30 Sekunden warten, bis das Lämpchen blinkt. Das klappt gut. Zwischendurch muss ich dem Gerät ganz kurze Momente geben, um wieder aufzuheizen, komme aber gut voran. Die Flecken gehen erstaunlich gut weg. Nur einer scheint nach dem Trocknen doch wieder leicht gräulich durch, aber nur leicht.

Sieht aus wie neu!
Sieht aus wie neu!

Um den gesamten Teppich zu reinigen, eignet sich das Gerät nicht. Dazu wäre ein grösserer Borstenaufsatz nötig und vielleicht auch ein grösserer Tank. Aber für einzelne Flecken funktioniert die Reinigung gut. Ich bin mit dem Resultat zufrieden.

Nun mache ich mich ans Sofa. Decke weg und ran an die Flecken. Das Sofa wird durch den Einsatz des Nasssaugers deutlich feuchter als der Teppich, und die Flecken kommen so richtig zur Geltung. Sauger und ich geben alles, bis das Sofa recht nass ist. Nach ein paar Stunden ist alles getrocknet und die Flecken sind ausgeblichener. Zufrieden bin ich aber noch nicht.

Diese Flecken auf dem Sofa sind aber auch eine harte Nuss und schon ein Weilchen vorhanden. «Vielleicht ist der Fleck das Problem und nicht das Gerät», schrieb JenniferH754 in ihrer Bewertung. Das trifft’s wohl. Wir haben bisher nicht mehr gemacht als mit einem Lappen und etwas Spülmittel versucht, die Flecken wegzuputzen. Einmal habe ich auch Natron nachts einwirken lassen. Mit mässigem Erfolg. Ich denke, das Gerät käme viel weiter, wenn die Flecken frisch wären.

Die alten Fleckenränder verbleichen, ganz weg bekomme ich sie aber nicht.
Die alten Fleckenränder verbleichen, ganz weg bekomme ich sie aber nicht.

Wanderschuhe fast wie neu

Mit dem Rest der verbliebenen Tankfüllung möchte ich testen, wie gut der Nasssauger Schuhe reinigt. Auch das wird auf der Verpackung angepriesen. Als Testobjekt dienen die Wald- und Wanderschuhe meines Kindes: schön dreckig mit eingetrocknetem Schlamm. Ich setze den kleineren Bürstenaufsatz auf, den der Hersteller für Schuhe empfiehlt. Ein bisschen kommt es mir vor wie mit Kanonen auf Spatzen zu schiessen. Das Gerät brummt lauthals, Schmutzpartikel fliegen durch die Luft, das Wasser durchnässt die Schuhe in Sekunden. Aber das Ergebnis lässt sich sehen.

Volle Punktzahl!
Volle Punktzahl!

Ich wusste gar nicht mehr, dass die Schuhe mal so gelb waren. «Wow», ruft mein Kind, als es heimkommt. «Die Schuhe sehen ja aus wie neu!» Den Schuhtest hast du bestanden, lieber Bissell-Reiniger.

Da ist ordentlich was zusammengekommen. Schönes Gefühl, die Plörre wegzukippen.
Da ist ordentlich was zusammengekommen. Schönes Gefühl, die Plörre wegzukippen.

Ich bin gespannt: Kannst du mir erklären, was auf Schritt 1 der Anleitung abgebildet ist? Und welches Reinigungsmittel nutzt du, wenn das mitgelieferte aufgebraucht ist?

Fazit

Super gegen kleine Flecken

Vor allem frischere Flecken gehen mit dem Bissell aus dem beigen Hochflor-Teppich raus wie von Zauberhand. Grandios, finde ich! Auch die Schuhe sehen dank dem Nasssauger fast aus wie neu.

Punktabzug gibt es von mir, weil ältere Flecken und ihre Ränder vor allem auf dem Sofa nicht ganz wegzubringen sind. Und weil ich das Reinigungsmittel, das ich gemäss Hersteller nutzen soll, nach nur einem Füllgang schon wieder nachkaufen muss.

Pro

  • frische Flecken gehen gut raus
  • für kleine Flecken gut geeignet
  • kompakt zu verstauen
  • Preis-Leistung ok
  • mein Hund findet die Lautstärke ok
  • schnell in Betrieb

Contra

  • alte Flecken(ränder) bekomme ich nicht ganz weg
  • Reinigungsmittel nach einem Füllgang leer
  • ich finde es laut
Titelbild: Ann-Kathrin Schäfer

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Eigentlich bin ich Journalistin, in den letzten Jahren aber auch vermehrt als Sandkuchenbäckerin, Familienhund-Trainerin und Bagger-Expertin tätig. Mir geht das Herz auf, wenn meine Kinder vor Freude Tränen lachen und abends selig nebeneinander einschlafen. Dank ihnen finde ich täglich Inspiration zum Schreiben – und kenne nun auch den Unterschied zwischen Radlader, Asphaltfertiger und Planierraupe. 


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