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Ramon Schneider
Produkttest

Legos Pokéball überzeugt erst beim Aufklappen

Lego packt Professor Eichs Labor, eine Kampfszene und zwei süsse Pokémon in einen grossen Pokéball. Der Aufbau fordert mich kaum. Dafür gefällt mir die Mechanik umso mehr. Das grösste Problem steht auf dem Preisschild.

In einem Pokéball steckt normalerweise ein Pokémon. Lego packt zusätzlich Professor Eichs Labor und eine kleine Kampfszene hinein. Das erklärt, warum dieses Exemplar nicht mehr in die Hosentasche passt. Mit Sockel misst der Pokéball 22 Zentimeter in der Höhe, 24 Zentimeter in der Breite und 22 Zentimeter in der Tiefe.

Die rote Oberseite, die weisse Unterseite und der schwarze Ring machen die Kugel sofort als Pokéball erkennbar. Auf dem grünen Sockel wirkt sie, als wäre sie im Gras gelandet. Schon geschlossen gefällt sie mir als Ausstellungsstück für Pokémon-Fans. Noch besser gefällt sie mir, wenn ich die rote Hälfte aufklappe und sich das Innenleben entfaltet.

Die Kugel steht auf einem ebenfalls aus Lego gebauten Grassockel.
Die Kugel steht auf einem ebenfalls aus Lego gebauten Grassockel.

Fünf Stunden ohne grosses Kopfzerbrechen

Lego richtet das Set an Erwachsene und nennt den Aufbau anspruchsvoll. Als alter Hase im Lego-Game baue ich den Pokéball aber entspannt in fünf Stunden zusammen. Ich traue das Set deshalb auch Leuten zu, die bisher wenig oder gar keine Lego-Sets gebaut haben.

Die Stabilität und Struktur erhält der Pokéball durch Technic-Teile.
Die Stabilität und Struktur erhält der Pokéball durch Technic-Teile.

Normale Lego-Steine und Technic-Elemente bilden unter der runden Hülle ein kantiges Gerüst. Sie tragen die Schale, das Labor und die bewegliche Konstruktion darunter. Dieses Innenleben zu entwerfen, war vermutlich schwieriger, als es nach Anleitung zusammenzubauen. Wer beim Bauen gerne tüftelt, dürfte sich hier unterfordert fühlen.

Wie bei anderen Lego-Sets stören mich auch hier die Aufkleber. Der Stickerbogen bleibt aber klein. Nur einige Details der Laboreinrichtung muss ich bekleben. Für Lego ist das in meinen Augen inzwischen schon ein Fortschritt.

Der Bildschirm im Labor bekommt seine Details per Aufkleber.
Der Bildschirm im Labor bekommt seine Details per Aufkleber.

Die Kugel wird zur kleinen Bühne

Der fertige Pokéball zeigt, wozu die Konstruktion im Inneren dient. Hebe ich die rote Hälfte an, fährt die Wiese in der unteren Hälfte nach oben. Gleichzeitig klappen die beiden Plattformen für die Trainerfiguren seitlich nach aussen. Eine Bewegung macht aus der geschlossenen Kugel eine kleine Bühne für einen Pokémon-Kampf.

Beim Anheben der roten Hälfte fährt die Wiese im Inneren nach oben.
Beim Anheben der roten Hälfte fährt die Wiese im Inneren nach oben.

Darüber liegt Professor Eichs Labor. Im Hintergrund stehen Computer und Bücher, vorne warten drei kleine Pokébälle auf einem Tisch. Dazu kommen zwei bedruckte Pokédex-Kacheln. Lego verbindet so den Start eines Pokémon-Abenteuers mit einer Kampfszene. Die Figuren wirken in der grossen Hülle entsprechend winzig. Genau das macht für mich den Reiz des kleinen Dioramas aus.

Professor Eichs Labor steckt in der oberen Hälfte des Pokéballs.
Professor Eichs Labor steckt in der oberen Hälfte des Pokéballs.

Die Mechanik überzeugt mich. Ich muss die einzelnen Plattformen nicht von Hand ausrichten, damit die Szene steht. Beim Öffnen bewegt sich alles gemeinsam. Beim Schliessen verschwindet die Szene wieder im Ball. So kann das Vitrinenmodell mehr, als nur hübsch herumzustehen.

Während des Baus klemmt die Mechanik einmal etwas. Ich korrigiere die Stelle. Danach öffnet und schliesst sich der Ball geschmeidig. Die kleine Panne trübt meine Freude am Mechanismus deshalb nicht.

Mega süss, aber ein Rivale fehlt

Pikachu und Evoli gefallen mir besonders gut. Eigene Formteile geben ihnen auch im Massstab der Minifiguren ihre charakteristische Gestalt. Pikachu zieht die Arme an den Körper und hat leicht unterschiedlich geneigte Ohren. Evoli hat grosse Augen und sogar rosa bedruckte Pfotenballen an den Hinterbeinen. Auf so wenig Platz steckt erstaunlich viel Charakter. Vor allem sind die beiden mega süss.

Pikachu und Evoli können in einer kleinen Kampfszene gegeneinander antreten.
Pikachu und Evoli können in einer kleinen Kampfszene gegeneinander antreten.

Lego legt ausserdem Rot (Red), Professor Eich und eine Picknickerin als Minifiguren bei. Die Auswahl sorgt für Diskussionen, weil Rots Rivale Blau (Blue) fehlt.

Die Picknickerin erinnert an die alltäglichen Trainerbegegnungen aus den Spielen. Diese Wahl kann ich nachvollziehen. Genauso verstehe ich den Wunsch der Fans, dass bei einem teuren Sammlermodell beide Rivalen hätten inkludiert werden müssen.

Von links: Rot, Professor Eich und die Picknickerin. Blau fehlt im Set.
Von links: Rot, Professor Eich und die Picknickerin. Blau fehlt im Set.

Vier Teile sitzen etwas locker

An der Unterseite meines Modells sitzen vier seitliche Teile locker und können beim Spielen abfallen. Ich nutze den Pokéball aber als Ausstellungsstück und kann den Mangel deshalb verschmerzen.

Eines der vier Teile, die an der Unterseite nicht besonders fest sitzen.
Eines der vier Teile, die an der Unterseite nicht besonders fest sitzen.

Brickset kritisiert Farbabweichungen zwischen einzelnen roten und weissen Teilen. Bei meinem Exemplar sehe ich keine störenden Farbunterschiede.

Beim Preis würde ich noch warten

Das grösste Problem steht auf dem Preisschild. Im Schweizer Lego-Shop kostet der Pokéball aktuell 289 Franken, bei Galaxus ist er etwas günstiger. Für diese Kugel ist mir aber auch das noch zu viel. Ich würde mit dem Kauf warten. In den kommenden Monaten könnte der Preis sinken.

Den Stickerbogen hat Lego für einmal erfreulich klein gehalten. Beim Preis wünsche ich mir dieselbe Zurückhaltung.

Fazit

Schön für die Vitrine, teuer im Einkauf

Legos Pokéball gefällt mir als Vitrinenmodell gut. Beim Aufklappen zeigt er ein kleines Diorama, und Pikachu und Evoli sind mega süss. Als alter Lego-Hase fühle ich mich beim Aufbau kaum gefordert. Ich traue das Set auch Leuten mit wenig Lego-Erfahrung zu.

Die vier lockeren Teile an der Unterseite kann ich bei einem Ausstellungsstück verschmerzen. Dass Blau fehlt, dürfte eingefleischte Fans stärker stören als mich. Beim Preis würde ich noch Geduld haben: Aktuell ist mir diese Kugel zu teuer.

Pro

  • gelungene und geschmeidige Öffnungsmechanik
  • schönes Vitrinenmodell, offen und geschlossen
  • süsse Figuren von Pikachu und Evoli
  • auch mit wenig Lego-Erfahrung gut baubar
  • wenige Sticker

Contra

  • hoher Preis
  • vier Teile an der Unterseite sitzen locker
  • Rivale Blau fehlt als Minifigur
Produktbild LEGO Pokéball mit Beeindruckenden Trainermomenten (72154)
LEGO
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LEGO Pokéball mit Beeindruckenden Trainermomenten

72154

Titelbild: Ramon Schneider

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Bezahlt werde ich dafür, von früh bis spät mit Spielwaren Humbug zu betreiben.


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