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Produkttest

Logitech MK880 im Test: gutes Paket, fragwürdige Polsterung

Kevin Hofer
4-6-2026

Die Signature Comfort Plus Combo MK880 von Logitech verspricht mehr Komfort im Büro mit gepolsterter Maus und ergonomischer Tastatur. Die Tastatur überzeugt, die Maus beantwortet eine Frage, die ich nie gestellt habe.

Logitech preist die MK880 als Duo für alle, die lange Arbeitstage angenehmer gestalten wollen. Im Mittelpunkt steht eine Maus mit Polsterung auf der Oberseite – ein Novum in dieser Produktkategorie. Dazu kommt eine ergonomisch geformte Tastatur mit integrierter Handballenauflage. Das klingt nach einer durchdachten Lösung für Menschen, die täglich stundenlang tippen und klicken.

Nach intensiver Nutzung sage ich: Das Maus-Feature braucht es nicht. Die Combo ist aber ganz in Ordnung.

Die Polsterung der Maus löst ein Problem, das ich nicht habe

Logitech bewirbt die gepolsterte Oberseite der Maus intensiv – als angeblich erster Hersteller, der so etwas anbietet. Ich weiss auch, warum: Wenn ich meine Hand auf die Maus lege, spüre ich keinen Unterschied zu einer normalen Maus.

Die Polsterung gibt zwar nach, wenn ich draufdrücke. Im Gebrauch spüre ich das aber nicht.
Die Polsterung gibt zwar nach, wenn ich draufdrücke. Im Gebrauch spüre ich das aber nicht.

Ich nutze seit Jahrzehnten Computermäuse, oft viele Stunden am Tag. Noch nie hatte ich das Gefühl, dass meine Handfläche unter der Last leidet. Die Polsterung wirkt wie ein Marketing-Gag, der ein Problem sucht, das es nicht gibt. Das ist schade, denn abgesehen davon ist sie eine solide Maus.

Das Design richtet sich an Rechtshänder. Die Seitenkontur passt perfekt unter den Daumen, die gummierte Oberfläche mit Mikrostruktur gibt sicheren Halt. Die sechs Tasten – zwei Haupttasten, Scrollrad, zwei Seitentasten und eine weitere Taste oben – sind spürbar gedämpft. Das trifft nicht meinen Geschmack, aber immerhin fühlen sich die Tasten nicht so schwammig an wie bei früheren Modellen. Nur die Seitentasten klingen etwas schärfer, fügen sich aber ins leise Gesamtbild ein.

Grundsätzlich ist die M850L eine solide Büromaus.
Grundsätzlich ist die M850L eine solide Büromaus.

Das Smart Wheel arbeitet wie erwartet: Langsam drehen für präzises Blättern, schnell drehen für rasantes Scrollen durch lange Webseiten. Wer das Magspeed-Aluminiumrad aus der MX-Serie kennt, spürt hier einen Unterschied. Das Smart Wheel wirkt gröber. Für den Büroalltag reicht es aber völlig.

Die Tastatur: Ruhe für die Handballen

Wo die Maus mit ihrem Hauptfeature enttäuscht, punktet die Tastatur: Sie macht vieles richtig, ohne zu protzen.

Das Layout ist vollständig – Nummernblock, Pfeil- und Navigationsblock, alles sitzt dort, wo ich es erwarte. Als Tastaturfan finde ich das langweilig, aber für die meisten im Büro ist das ideal. Niemand muss sich umgewöhnen.

Dank der Handballenauflage tippt es sich ganz angenehm auf der Tastatur.
Dank der Handballenauflage tippt es sich ganz angenehm auf der Tastatur.

Die leicht gebogene Wellenform des Gehäuses ist dezent, aber spürbar. Die Hände ruhen natürlich, und zusammen mit der integrierten Handballenauflage entsteht ein angenehmes Tippgefühl über längere Zeit. Ich tippe zwar lieber auf einer selbstgebauten mechanischen Tastatur, aber für Menschen mit Karpaltunnelsyndrom oder anderen Handproblemen dürfte die Tastatur eine Wohltat sein.

Die Wellenform der Tastatur ist von der Seite sichtbar.
Die Wellenform der Tastatur ist von der Seite sichtbar.

Die Auflage ist weicher als bei anderen Logitech-Modellen – im direkten Vergleich merke ich den Unterschied, beim ersten Ausprobieren weniger. Der Druckpunkt der Tasten ist für eine Kaugummitastatur gut definiert und fühlt sich befriedigend an. Der Tastenhub ist relativ lang, was mir gefällt. Wie die Maus klingt auch die Tastatur gedämpft. Empfindliche Kollegen werden das schätzen.

Praktisch sind die Sondertasten oberhalb des Nummernblocks: Mikrofon und Kamera lassen sich direkt stummschalten oder aktivieren – ideal für alle, die täglich in Videokonferenzen sitzen. Die KI-Taste daneben ist frei belegbar und lässt sich für beliebige Dienste oder Aktionen einrichten. Diese Tasten funktionieren unabhängig von der Fn-Belegung und sind immer erreichbar. Das ist durchdacht.

Sticker bei den Tastenkappen sind enttäuschend.
Sticker bei den Tastenkappen sind enttäuschend.

Was mich stört: Die Tastenbeschriftung ist aufgeklebt. Ich spüre die Buchstaben leicht unter den Fingern, das wirkt billig. Ausserdem fehlt die Hintergrundbeleuchtung. Wer abends im Halbdunkel arbeitet, tippt buchstäblich im Dunkeln.

Konnektivität: vielseitig, aber mit einem Haken

Beide Geräte verbinden sich per Bluetooth oder Logitechs Bolt-Standard. Per Easy-Switch wechsle ich blitzschnell zwischen bis zu drei gekoppelten Geräten. Die Maus hat dafür einen Schalter an der Unterseite, die Tastatur drei Tasten oberhalb des Navigationsblocks. Das klappt reibungslos und macht das Duo zum echten Mehrsystem-Werkzeug.

Mit den drei Tasten oberhalb des Navigationsclusters wechsle ich schnell zwischen den verbundenen Geräten.
Mit den drei Tasten oberhalb des Navigationsclusters wechsle ich schnell zwischen den verbundenen Geräten.

Der Haken: Ein Bolt-USB-Dongle liegt beim Endkunden-Bundle nicht bei. Nur die Business-Variante enthält einen. Wer bereits einen Bolt-Empfänger besitzt, kann ihn weiterverwenden und bis zu sechs Geräte koppeln. Alle anderen müssen ihn separat kaufen – für ein Produkt dieser Preisklasse eine fragwürdige Entscheidung.

Die Laufzeit überzeugt: Die Tastatur soll bis zu 36 Monate, die Maus bis zu 24 Monate mit frischen Batterien durchhalten. Logitech setzt hier auf handelsübliche AA- beziehungsweise AAA-Batterien. Kein proprietärer Akku, kein Ladekabel. Einerseits cool, weil ich sie so einfach tauschen kann. Andererseits ist ein Akku auch komfortabel, da ich den in der Regel im Gerät selbst laden kann.

Software: mächtig, aber nicht für alle

Logi Options+ bietet viele Anpassungsmöglichkeiten: Tasten umbelegen, Makros erstellen, Smart Actions einrichten. So lässt sich etwa mit einer Taste ein komplettes Arbeits-Setup starten – Browser, E-Mail, Videokonferenz-Tool. Das spart Zeit.

Die Maus lässt sich in der Software konfigurieren.
Die Maus lässt sich in der Software konfigurieren.

Auch der Logi AI Prompt Builder ist integriert: Texte umformulieren, Memos kürzen, E-Mails generieren – direkt aus dem laufenden Workflow. Das ist kein Gimmick, sondern für viele Bürojobs tatsächlich nützlich.

Der grosse Wermutstropfen: Options+ läuft nur unter Windows und macOS. Wer Linux oder ein iPad nutzt, geht leer aus.

Fazit

Die Tastatur trägt das Paket

Das MK880-Bundle ist ein solides Büro-Duo – aber auch nicht mehr. Die Tastatur ist das eigentliche Highlight: vollständiges Layout, angenehmer Druckpunkt, praxisnahe Sondertasten und eine wirklich nützliche Handballenauflage. Die Maus ist funktional und leise, aber ihre beworbene Polsterung bleibt im Test wirkungslos.

Was mich am meisten stört, ist die Bündelungsstrategie: Die Maus gibt es einzeln, die Tastatur nicht. Wer nur die diese möchte – und das könnte so mancher nach diesem Test – hat Pech. Das macht das Paket für Selektivkäuferinnen unattraktiv.

Für alle, die ein komplettes, leises und vielseitig verbindbares Büro-Set suchen und nicht auf Hintergrundbeleuchtung oder einen mitgelieferten USB-Dongle angewiesen sind, ist das MK880 eine sichere, wenn auch nicht günstige Wahl.

Pro

  • angenehmes Tippen
  • praktische Sondertasten
  • sehr leise Maus
  • flexible Mehrgeräte-Konnektivität
  • lange Batterielaufzeit ohne proprietären Akku
  • gute Software

Contra

  • Mauspolsterung ohne spürbaren Nutzen
  • Tastatur nur im Bundle erhältlich
  • kein USB-Dongle im Lieferumfang
  • keine Hintergrundbeleuchtung
  • aufgeklebte Tastenbeschriftung
  • Options+-Software nur für Windows und macOS

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