
Logitech Mobi Fold im Test: für Trackpad-Geplagte, nicht für alle
Logitech bringt mit der Mobi Fold seine erste faltbare Maus auf den Markt. Sie richtet sich an alle, die unterwegs nicht auf das Trackpad angewiesen sein wollen. Die Umsetzung überzeugt – aber die Zielgruppe ist klein.
Wer viel mit dem Notebook reist, nutzt oft das Trackpad. Es ist praktisch, weil es immer dabei ist – aber auf Dauer anstrengend und ineffizient. Logitech will mit der Mobi Fold Abhilfe schaffen. Die Maus passt zusammengeklappt in jede Hosentasche und soll Trackpad-Nutzende zur Maus bekehren. Das könnte gelingen: Die Mobi Fold erledigt ihre Aufgabe gut, erfordert aber etwas Eingewöhnung.
Faltmechanismus: praktisch und durchdacht
Die Maus lässt sich einfach falten. Das Auf- und Zuklappen fühlt sich gut an. Die Verarbeitung überzeugt. Zusammengeklappt ist die Mobi Fold so gross wie ein Ladeetui für Bluetooth-Kopfhörer. Besonders praktisch: Aufklappen schaltet die Maus ein, Zusammenfalten schaltet sie aus. Ein versehentlich geleerter Akku gehört damit der Vergangenheit an. Wer die Maus jedoch abends einfach auf den Tisch legen möchte, ohne sie zu falten, vermisst einen separaten Ausschalter.

Das Scharnier soll tägliches Falten 15 Jahre lang aushalten. Wie oft man täglich falten darf, verrät Logitech allerdings nicht.
Sensorfeld: funktioniert, erfordert aber Präzision
Statt eines Mausrads setzt Logitech auf ein Sensorfeld. Ein sanfter Wisch scrollt langsam, ein kräftiger bringt die Seite ans Ende. Das klappt zuverlässig. Seitliches Scrollen – nützlich etwa in Excel – fehlt jedoch.

Zwei frei belegbare Tasten sitzen vorne und hinten im Sensorfeld. Sie sind praktisch, weil sie Funktionen übernehmen, die sonst auf Seitentasten liegen. Doch sie lassen sich nicht ertasten. Beim Wechsel zwischen den Tasten muss ich den Finger bewusst anheben, sonst wische ich ungewollt über das Feld.
Handhabung: klein, aber überraschend komfortabel
Auch nach mehreren Stunden Arbeit bleibt die Mobi Fold angenehm – überraschend für eine so kompakte Maus. Selbstverständlich bietet sie nicht den Komfort einer ergonomischen Maus: Der Daumen greift ins Leere. Nach kurzer Eingewöhnung lege ich ihn jedoch intuitiv auf die Vorderkante der Maus, was sich schnell gut anfühlt.

Die Maus ist für kleinere Hände gemacht. Wer mehr Halt braucht, kann den Faltwinkel anpassen – die Maus funktioniert in jeder Position. Allzu stark drücken darf ich dann aber nicht, sonst klappt sie sich mehr aus.
Lautstärke: nicht ganz leise
Logitech bewirbt die Mobi Fold als leise Maus. Das stimmt – zumindest für die Haupttasten, die gedämpft sind. Die Tasten im Sensorfeld klicken jedoch auffällig.
Der Schutz vor unbeabsichtigten Klicks ist nicht perfekt. Beim Anheben deaktivieren sich zwar die Haupttasten, das Sensorfeld bleibt jedoch aktiv. Wer beim Zusammenfalten nicht aufpasst, löst leicht ungewollte Befehle aus.
Akku: stark, aber nicht perfekt
Eine Akkuladung hält laut Logitech einen Monat. Nach einer Minute Ladezeit sind wieder 22 Stunden Nutzung möglich. Geladen wird per USB-C. Den Akku kann man selbst tauschen – Ersatz gibt es über iFixit.

Zwei Schwächen trüben den Eindruck: Beim Laden liegt die Maus auf dem USB-C-Anschluss, was sie wackelig macht. Drahtloses Laden fehlt – dabei hätte es sich angeboten, die zusammengefaltete Maus einfach auf eine Ladestation zu legen.
Konnektivität und Software: solide, aber eingeschränkt
Die Mobi Fold verbindet sich per Bluetooth oder Logi Bolt und wechselt zwischen bis zu drei gekoppelten Geräten. Die Umschalttaste dazu sitzt innen und ist im zugeklappten Zustand vor versehentlichem Drücken geschützt – eine clevere Lösung.

Den Bolt-Dongle gibt es nur in der Business-Version. Für ein Produkt dieser Preisklasse ist das fair – anders als bei manchen anderen Logitech-Bundles.
Die Software Logi Options+ bietet viele Anpassungsmöglichkeiten, inklusive KI-Werkzeugen und ist intuitiv bedienbar. Sie läuft jedoch nur unter Windows und macOS. Linux- und iPad-Nutzer und -Nutzerinnen gehen leer aus.
Fazit
Eine Maus mit klarer Zielgruppe
Die Mobi Fold ist, was sie sein will: eine Maus, die in die Hosentasche passt und unterwegs nicht stört. Der Faltmechanismus ist durchdacht und im Alltag ein echter Vorteil.
Doch der Preis von 80 Franken / Euro ist hoch – vor allem für eine Maus ohne Mausrad, deren Sensorfeld Eingewöhnung erfordert. Für unter 30 Franken / Euro gibt es die Logitech Signature M650 mit klassischem Mausrad und ergonomischem Design. Wer die Maus ohnehin im Rucksack transportiert, spürt den Grössenvorteil der Mobi Fold kaum.
Die Mobi Fold löst ein echtes Problem – nur haben es vermutlich weniger Menschen, als Logitech hofft.
Pro
- zuverlässige, gut verarbeitete Falt-Maus
- passt in die Hosentasche
- schaltet sich beim Falten automatisch ein und aus
- austauschbarer Akku
- funktioniert in jedem Faltwinkel
Contra
- Sensorfeld-Tasten nicht ertastbar
- kein drahtloses Laden
- teuer im Vergleich zu Alternativen
Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, ist meine Leidenschaft.
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