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Produkttest

M6 Mac Mini im Test: Der Kleine wächst über seine Zielgruppe hinaus

Apples Einstiegs-Mac kostet satte 50 Prozent mehr als früher. Dafür bietet der neue Chip so viel Leistung, dass viele Leute sie kaum ausschöpfen werden. Es wird Zeit für einen Mac Neo.

Im Mac Mini feiert Apples neue Chip-Generation ihr Debüt. Der M6 ist das erste System on a Chip (SoC) der Kalifornier, das im 2-Nanometer-Verfahren gefertigt wird. Damit soll er noch energieeffizienter arbeiten. Ansonsten ändert sich am Mini wenig gegenüber dem Vorgänger. Der LAN-Anschluss der Basisversion unterstützt neu 2,5 statt 1 Gbit/s. Für 100 Franken oder 110 Euro Aufpreis lässt er sich auf 10 Gbit/s aufstocken. Kabellos gibt es Wi-Fi 7 statt Wi-Fi 6 und Bluetooth 6 statt Bluetooth 5.3.

An der Rückseite finden sich Stromanschluss, Ethernet, HDMI 2.1 und dreimal USB-C (Thunderbolt 4, USB 4, 40 Gb/s). Vorne sind es zweimal USB-C (USB 3, 10 Gb/s) und eine Kopfhörerbuchse.
An der Rückseite finden sich Stromanschluss, Ethernet, HDMI 2.1 und dreimal USB-C (Thunderbolt 4, USB 4, 40 Gb/s). Vorne sind es zweimal USB-C (USB 3, 10 Gb/s) und eine Kopfhörerbuchse.

Die vielleicht wichtigste Änderung: Als 2024 der M4 Mac Mini auf den Markt kam, jubelte ich noch über seinen tiefen Startpreis von 599 Franken oder 699 Euro. Damit ist es vorbei. Zwei Jahre später kostet der günstigste Mini 899 Franken oder 1049 Euro. Als Grund nennt Apple die aktuelle Speicherkrise.

Damit sind die Kalifornier nicht alleine. Doch beim Mac Mini schmerzt die Preiserhöhung besonders. 300 Franken entsprechen einem Anstieg von satten 50 Prozent. Dabei kommt die günstigste Konfiguration weiterhin nur mit 16 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher (RAM) und 256 GB SSD. Auch die Upgrades werden teurer. Willst du zum Beispiel 32 statt 16 GB RAM, zahlst du dafür 400 Franken oder 440 Euro. Uff. Ist der Mini von günstig zu überteuert mutiert?

CPU: die schnellsten Kerne aller Zeiten

Das hängt davon ab, ob es für den höheren Preis auch mehr Leistung gibt. Der M6 erhält im Vergleich zum M4 und M5 je zwei CPU- und GPU-Kerne mehr. Laut Apple steigt die Multithread-Performance dadurch um 20 Prozent. Die GPU soll 30 Prozent mehr Leistung für KI bieten. Die Neural Engine verdoppelt die Anzahl der Kerne und ihre Spitzenrechenleistung gegenüber der vorherigen Generation.

Im M6 nutzt Apple erstmals alle drei CPU-Kern-Typen im gleichen Chip. Sie teilen sich in zwei Superkerne, vier Performancekerne und sechs Effizienzkerne. Je nach Last kommen andere davon zum Einsatz. Die Superkerne erreichen im Single-Core-Betrieb die höchste Leistung, die ich je gemessen habe (Folie 2 in der Grafik unten). Sie übertrifft diejenige der M5-Generation um 9 Prozent.

Laste ich alle Kerne aus, erreicht der M6 im Schnitt 19 Prozent höhere Punktzahlen als der M5 und 41 Prozent höhere als der M4 (Folie 1 in der Grafik oben). Damit macht Apples Basis-Chip zum wiederholten Male einen beachtlichen Leistungssprung innerhalb einer Generation. Zur Einordnung: Seine CPU ist fast so schnell wie die des M4 Pro (-14 %) und deutlich schneller als die des M3 Pro (+33 %).

GPU: mehr Leistung für KI-Modelle

Sowohl die Grafikleistung (Folie 1 in der Grafik unten) als auch die der Neural Engine (Folie 5) steigen im Schnitt um 27 Prozent gegenüber dem M5. Besonders im KI-Benchmark von Geekbench ist die GPU des M6 deutlich schneller (Folie 4). Der M6 Mac Mini dürfte sich für den Betrieb lokaler Sprachmodelle wieder grosser Beliebtheit erfreuen. Beim Vorgänger führte die hohe Nachfrage gegen Ende des Produktezyklus zu Lieferengpässen.

Praxisanwendungen: auf früherem Pro-Niveau

In echten Programmen liegt die Leistung des M6 irgendwo zwischen dem M3 Pro und dem M4 Pro. Gegenüber dem Vorgängerchip M5 macht er besonders dort Leistungssprünge, wo die GPU beansprucht wird. Das zeigt sich etwa bei meinem Test-Export in DaVinci Resolve (Folie 1 in der Grafik unten) oder in Blender (Folie 3). Beim Lightroom-Export von 200 RAW-Bildern (Folie 2) ist der RAM der Flaschenhals. Die Bearbeitung selbst läuft aber deutlich flüssiger. Besonders bei KI-gestützten Filtern spüre ich einen Unterschied.

Auch Games profitieren von der stärkeren GPU. Meine beiden Benchmark-Titel («Cyberpunk 2077» auf Folie 4, «Shadow of the Tomb Raider» auf Folie 5) laufen beide 36 Prozent besser als mit dem M5. Gegenüber dem M4, der im letzten Mac Mini steckte, hat sich die Leistung sogar verdoppelt. Eine Gaming-Rakete ist der M6 absolut gesehen trotzdem nicht. Willst du aktuelle Titel wirklich geniessen, brauchst du am besten einen Mac Studio oder ein MacBook Pro mit M5 Max.

Der M6 Mac Mini liefert für seine Grösse und seinen Preis ordentlich Grafikleistung.
Der M6 Mac Mini liefert für seine Grösse und seinen Preis ordentlich Grafikleistung.

Trotz der höheren Leistung bleibt der Mac Mini im Betrieb leise und energieeffizient. Sein winziges Gehäuse nimmt zudem kaum Platz auf dem Schreibtisch ein. Alles weitere zu Design und Anschlüssen findest du im Review des Vorgängers.

Fazit

Für vieles schon schneller als nötig

Der Mac mini kostet mehr als früher. Dafür macht er mit dem M6 auch einen Leistungssprung. In den meisten Anwendungen ist der Basis-Chip nicht viel langsamer als der M4 Pro in der letzten Version. Den normalen M4 lässt er meilenweit hinter sich. Besonders gross sind die Fortschritte bei der Grafikleistung. Auch anspruchsvolle Bildbearbeitung mit KI-Funktionen ist mit dem neuen Chip kein Problem mehr. Erst für Workflows wie professionellen Videoschnitt solltest du zur Version mit M5 Pro oder einem Mac Studio greifen.

Upgrades von RAM und SSD sind kostspielig. Es lohnt sich deshalb noch mehr als früher, beides so klein wie möglich zu halten. Den Speicherplatz kannst du problemlos mit externen SSDs erweitern. Für viele Anwendungen reichen auch die 16 GB RAM.

Im aktuellen Marktumfeld der Speicherkrise gebe ich dem M6 Mac mini trotz seines höheren Preises die volle Punktzahl. Er ist ein hervorragender kleiner Computer für fast alles. Genau genommen hat Apple das gleiche Problem wie beim MacBook Air: Der Einstiegs-Mac ist für vieles bereits Overkill. Es würde mich deshalb nicht wundern, wenn wir bald einen Mac Neo sehen.

Pro

  • M6 macht einen Leistungssprung
  • gute Auswahl an Anschlüssen
  • leise und energieeffizient
  • sehr kleiner Formfaktor

Contra

  • deutlicher Preisanstieg
  • winzige Basis-SSD
  • teure RAM- und SSD-Upgrades
Produktbild Apple Mac Mini – 2026 (256 GB, 16 GB, M6, Apple M6 12-Core)
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Apple Mac Mini – 2026

256 GB, 16 GB, M6, Apple M6 12-Core

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Mein Fingerabdruck verändert sich regelmässig so stark, dass mein MacBook mich nicht erkennt. Der Grund: Sitze ich nicht vor einem Bildschirm oder stehe hinter einer Kamera, hänge ich oft an den Fingerspitzen in einer Felswand.


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