
Mein erstes (und vermutlich letztes) Mal Gel Printing
Auspacken und loslegen! Das ist doch die Devise von DIY-Sets. Oder habe ich da was falsch verstanden?
Eigentlich finde ich die vorgefertigten Bastel-Sets von Creativ Company genial. Sie erlauben es mir, ein neues kreatives Hobby auszuprobieren, ohne dass ich mir selbst mühsam das entsprechende Material zusammensuchen und -kaufen muss. Alles, was ich brauche, ist in der Kartonbox. Für gewöhnlich. Mit dem Gel Printing Tool Kit, das mir von der Brand zur Verfügung gestellt wurde, mache ich ausnahmsweise aber eine holprige Erfahrung.

Dabei sieht das Bild auf dem Verpackungs-Sleeve doch so vielversprechend aus: ein blauer Farbdruck, auf dem sich die Negativform einer Pflanze abzeichnet. Ich wittere viel experimentelles Potenzial und packe aus.
Der Lieferumfang wirkt mager:
- Gel-Druckplatte
- Roller
- Blumen-Stempel
- Muster-Schablone
- Anleitungsbogen für verschiedene Techniken

Einfach loslegen? Geht nicht. Denn es fehlen Acrylfarbe, Papier und eine Unterlage, auf der ich den Roller einfärben kann. Alles Dinge, die ich zum Glück griffbereit habe. Wer jedoch nicht regelmässig malt, müsste diese Utensilien erst noch besorgen. Um fair zu sein: Creativ Company weist auf der Verpackung auf das Fehlen von Papier und Farbe hin. Enttäuschend finde ich es trotzdem.
Die Grundidee beim Gel Printing: Du verteilst mit dem Roller Farbe auf dem Gel-Pad. Anschliessend drückst du ein Stück Papier darauf und erhältst einen Abdruck. Spannend wird's natürlich, wenn Muster, Pflanzenabdrücke, Farbkombinationen und so weiter ins Spiel kommen. The sky is the limit.

Los geht's
Anleitung
Ich studiere den Anleitungsbogen, auf dem mir verschiedene Techniken erklärt werden. Bild für Bild. Wie bei einer kleinen Foto-Love-Story. Meinen Augen und Hirnwindungen wird es dabei zu bunt. Die Anleitungen erfüllen zwar ihren Zweck, wirken aber sehr chaotisch.
Vielleicht schaue ich doch lieber das Anleitungsvideo, zu dem mich ein QR-Code führt? Da muss ich mich aber erst einmal mit Namen und E-Mail-Adresse anmelden. Die Stummvideos sind besser verständlich. Gesprochenen Kontext fände ich dennoch hilfreich. Gerade beim ersten Video misst die bastelnde Person wie wild etwas mit einem Lineal aus und ich frage mich: Was passiert hier?

Ich reime es mir schliesslich selbst zusammen: Die Person im Video versucht, mir einen Trick zu vermitteln, wie der Abdruck am Ende mittig auf dem Papier sitzt.
Roller
Für mein Erstlingswerk lege ich direkt die Schablone auf die Gel-Matte. Ich gebe etwas Acrylfarbe in einen Tiegeldeckel, den ich nicht mehr brauche, und benetze den Roller damit, indem ich immer wieder vor und zurück durch den Farbklecks fahre. Irgendwann wird mir das zu blöd – der Roller nimmt die Farbe nicht auf – und ich wechsle direkt auf das Gel-Pad, wo ich versuche, die Farbe ebenmässig zu verteilen. Das erfordert viel Geduld.

Ich entferne die Schablone. Auf dem Gel-Kissen hat sich ein Muster abgezeichnet. Das soll nun auf mein Papier.

Dazu drücke ich es mit der flachen Hand dagegen und ziehe es dann wieder ab. Cool. Die unregelmässige Farbverteilung, über die ich mich soeben noch aufgeregt habe, hat ihren Charme. Ich lasse alles gut trocknen, bevor es weitergeht.


Stempel
Mit der Blume möchte ich einen kontrastreichen Akzent setzen. Neonorange soll sie werden. Diesmal versuche ich, ihre Konturen mit einem Pinsel zu färben statt mit dem Roller. Damit gelangt aber etwas zu viel Farbe drauf.

Dann presse ich das Papier gegen den Stempel.

Gel-Pad und Roller wasche ich nach jedem Schritt direkt im Lavabo aus. Trotzdem sammelt sich eine Art Patina (und viel Staub) auf dem durchsichtigen, klebrigen Kissen. Lässt sich wohl nicht vermeiden.

Pflanzen
Eigentlich waren es ja die Pflanzenabdrücke auf dem Cover, die meine Neugierde für diese Technik geweckt haben. Irgendwo in meinem Schrank finde ich ein gepresstes Salbeiblatt aus dem letzten Urlaub. Es fällt meinem nächsten Experiment zum Opfer.

Ich rolle mit grüner Farbe darüber. Dabei übertreibe ich es mit der Menge. Und dem Druck. Die üppige Farbe schluckt bei meinem ersten Versuch die Blattstrukturen fast komplett. Beim zweiten und dritten Anlauf sieht das Ergebnis schon besser aus. Nur habe ich jetzt mein Salbeiblatt zu Tode gewalzt. Es ist ganz weich und schlaff.
R.I.P. kleiner Freund.

Bevor ich zum Fazit übergehe, findest du hier ein Set von Creativ Company, das ich wirklich empfehlen kann:
Mit fünf Sternen hat Kollegin Stefanie Lechthaler dieses Linoleum-Druck-Set bewertet:
Fazit
So richtig in Wallung komme ich mit diesem Set nicht
Pro
- Video-Anleitungen (leider stumm)
Contra
- keine Farben
- kein Papier
- nur eine Schablone
- hoher Preis für kleinen Lieferumfang
Als Disney-Fan trage ich nonstop die rosarote Brille, verehre Serien aus den 90ern und zähle Meerjungfrauen zu meiner Religion. Wenn ich mal nicht gerade im Glitzerregen tanze, findet man mich auf Pyjama-Partys oder an meinem Schminktisch. PS: Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse, sondern auch mich.
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