
Minimalistische Funktionen, protziges Design: Faber Pro Deluxe
Sie ist gross, schwer und sieht schick aus: die Faber Pro Deluxe Maschine für ESE-Pads. Aber leistet sie auch, was ihr Aussehen verspricht?
Grün lackiertes Metall, goldene Armaturen und ein Stier auf der Front. Das ist kein von Robert Geissen geschmacklos individualisierter Ferrari, sondern der neueste Wurf des italienischen Herstellers Faber. Und der ist nicht gerade für zurückhaltendes Design bekannt. Während andere Maschinen für ESE-Pads klein, schlicht und aus Kunststoff sind, lässt es Faber beim Design richtig krachen.

Vieles fehlt und das ist gut so
Die Maschine selbst ist schnell erklärt: Ein Kippschalter für den Strom und ein Kippschalter für den Bezug von Kaffee reichen. Dazu zwei LEDs, die mir sagen, dass die Maschine läuft und aufheizt. So pompös die Aufmachung, so minimalistisch die Bedienung. Milchgetränke? Fehlanzeige. Tasten für «Ristretto», «Espresso» oder «Lungo»? Vergiss es. Das liebe ich. Kein Touchscreen, auf dem ich mich ständig vertippe. Keine von der Marketingabteilung erfundene Innovation mit klingendem Namen wie «Fusion Coffee Break Routine». Und vor allem: keine Künstliche Intelligenz!

Lege ich ein Pad in die Maschine, muss ich den Hebel rechts herunterdrücken, als wäre ich in einer Stanzerei. Der Kippschalter bestätigt mir mit einem bejahenden Klick, dass bald ein Rinnsal dunklen Kaffees aus dem kleinen goldenen Metallrohr fliessen wird. Die Maschine schnurrt und rackert. Faber bedeutet auf Lateinisch «Handwerker» oder «Schmied». Das ergibt Sinn.


Glas statt Kunststoff
Weil ESE ein Standard ist, ist das Resultat bei den meisten Maschinen identisch. Ich kann nur den Druck einstellen, mit dem das Pad in der Maschine eingespannt wird. Dazu schraube ich am oberen Teil der Presse. Je höher der Druck, umso langsamer fliesst das Wasser. Mit etwas Übung gelingen mir so anständige Espressi, die um Längen besser sind als bei gewohnten Kapselsystemen. Frisch gemahlenen Kaffee kann dieses System aber nie ersetzen.
Punkten kann Faber mit zwei schlauen Designentscheidungen. Zum einen ist das Stromkabel nicht fest verbaut. Die Maschine hat einen Kaltgerätestecker, wie er etwa bei PC-Netzteilen üblich ist. So kann ich die Kabellänge anpassen und ein defektes Kabel einfach austauschen.
Der Wassertank begeistert mich sogar noch mehr – wobei «Tank» hier der falsche Begriff ist. Das Wasser kommt aus einer Glasflasche, die ich im hinteren Teil der Maschine in einem Fach verstecke, samt Schlitz auf der Seite, um den Wasserstand zu prüfen. Genial! Schliesslich sind die Kunststofftanks in Kaffeemaschinen schnell schmuddelig und lassen sich nur mühsam reinigen. Glas kann ich einfach in den Geschirrspüler geben.

Wer mit dem Gedanken spielt, auf ESE-Pads umzusteigen und den nötigen Platz hat, kann bei Faber bedenkenlos zugreifen. Dank diverser Farbvarianten dürfte für alle etwas dabei sein.
Fazit
Minimalistisches und cleveres Ungetüm
Pro
- viel Metall und Glas, wenig Kunststoff
- normierter Kaltgerätestecker
- Glasflasche statt Wassertank aus Kunststoff
- simple Bedienelemente mit richtigen Schaltern
Contra
- vergleichsweise gross für eine ESE-Maschine
Als ich vor über 15 Jahren das Hotel Mama verlassen habe, musste ich plötzlich selber für mich kochen. Aus der Not wurde eine Tugend und seither kann ich nicht mehr leben, ohne den Kochlöffel zu schwingen. Ich bin ein regelrechter Food-Junkie, der von Junk-Food bis Sterneküche alles einsaugt. Wortwörtlich: Ich esse nämlich viel zu schnell.
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