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Florian Bodoky
Produkttest

Scuf Omega im Test: Präzisionswerkzeug für Shooter

Leicht, präzise, ohne Vibration: Der Scuf Omega von Corsair ist ein offizieller PS5- und PC-Controller für kompetitive Spieler. Was er besser macht als der DualSense – und wo er klar schwächelt.

Der Scuf Omega ist Corsairs neuester Controller für PC UND die PS5. Für Sonys Konsole ist er offiziell lizenziert. Auf den ersten Blick sehe ich da ein wuchtigeres Gehäuse, kürzere Griffe und deutlich mehr Tasten als auf dem altbekannten Dual-Sense-Controller von Sony. Ob sich der Omega für dich lohnt, hängt stark davon ab, was du zockst. Denn für den Preis von 239 Franken musst du dir schon sicher sein, dass dies der richtige Controller für dich ist.

Leicht, durchdacht und mit sehr kurzem Travel

Obwohl sich der Omega optisch deutlich vom Dualsense unterscheidet, kommt er mir sofort vertraut vor. Haptisch erinnert er mich nämlich an den Controller der alten Xbox One – natürlich mit dem grossen Unterschied, dass der linke Stick und das Steuerkreuz jeweils vertauscht sind. Im Vergleich mit dem Dual Sense liegen die Bedienelemente näher zusammen. Trigger und Bumper sind darüber hinaus flacher. Für meine eher kleinen Hände ist das ein massiver Vorteil.

Die Griffe sind kürzer und erinnern mich an den alten Xbox-Controller.
Die Griffe sind kürzer und erinnern mich an den alten Xbox-Controller.
Quelle: Quelle

Auch am Grip gibt’s nichts zu meckern. Die Unterseite der Griffe ist rutschfest beschichtet, die Sticks sind gummiert. Dadurch muss ich nicht so fest zupacken, was vor allem bei längerer Spieldauer sehr angenehm ist. Einen weiteren grossen Unterschied spüre ich beim Gewicht: 230 statt 260 Gramm halte ich hier in der Hand. Mit der Zeit merkst du das auch in der Balance. Insbesondere im Zusammenhang mit dem fehlenden Grip beim Dualsense.

Der Omega setzt bei Aktionstasten, Bumpern und Steuerkreuz auf Mikroschalter von Omron statt auf herkömmliche Gummikontakte. Der Tastenhub liegt bei etwa einem Millimeter. Das fühlt sich ähnlich an wie ein Mausklick: kurz, klar spürbar und gleichmässig.

Obwohl der Travel sehr kurz ist, spüre ich ein kurzes «Eindrücken» vor dem Klick, jedenfalls bei den Schultertasten. Ich rede hier von Bruchteilen von Millisekunden. Von diesem extrem kurzen Travel profitieren das Steuerkreuz und die Actiontasten. Sie geben nicht so schwammig nach, sondern reagieren sauber und «zackig».

In Beat em up’s und Shootern gelingen Kombos oder In-Game-Reaktionen spürbar zuverlässiger als mit dem D-Pad des Dual Sense. Die Kehrseite: Der Omega fühlt sich viel härter an und ist definitiv für kompetitives Gaming gedacht. Für eine gemütlichen Ausritt bei «Red Dead Redemption 2» finde ich die weicheren Tasten angenehmer. Es kommt also auf den Einsatzzweck an.

Das fehlende Feedback

Bei den Sticks setzt Scuf auf TMR (Tunneling Magnetoresistance). Die Technologie erfasst die Position der Sticks mithilfe magnetischer Sensoren statt über den Potentiometer. Dadurch sollen sie sowohl weniger verschleissen als auch die Spielenden vor Stick-Drift bewahren.

Ein kleines Highlight sind für mich die Trigger. Denn Scuf bietet mir das Beste aus beiden Welten. Über einen kleinen Kippschalter wechsle ich zwischen einem langen, analogen Auslöseweg und einem kurzen Instant-Trigger. Letzterer fühlt sich wie ein Mausklick an.

Bei Shootern wie «Call of Duty» oder Ähnlichem nutze ich den kurzen Auslöseweg. Bei Racern wie «Forza Horizon» schalte ich zurück, um das Gas zu dosieren. Auch für den Effet bei Flanken oder Eckbällen bei «EA FC» brauche ich den analogen Modus. Beide Modi fühlen sich konsistent und knackig an, der Widerstand ist gut austariert.

Bei der Pollingrate musst du Kompromisse eingehen. Beim PC arbeitet der Controller mit 1000 Hertz (sowohl mit dem Kabel als auch im Dongle-Betrieb). Da bieten andere mehr. Bei der PS5 sind es fixe 250 Hertz.

Unter den Trigger-Buttons kannst du von kurzem Klick auf Analog umstellen.
Unter den Trigger-Buttons kannst du von kurzem Klick auf Analog umstellen.
Quelle: Quelle

Der grosse Haken kommt aber ebenfalls bei den Triggern: Der Omega verzichtet auf Vibrationsmotoren, haptisches Feedback und adaptive Trigger. Der Hersteller begründet das mit der Zielgruppe: Kompetitive Spieler und Spielerinnen wollen direkte, linerare Trigger und schalten die Vibration sowieso ab.

Immerhin: Es spart Gewicht. In den meisten Genres dürfte das höchstens Gewohnheitssache sein. Allerdings fehlt mir diese Wahrnehmungsebene schon. Vor allem bei Racern. Dort fühle ich die Strasse mit dem haptischen Feedback besser. Auch bei «EA FC» hat es mir am Anfang gefehlt. Bei anderen Genres konnte ich mich daran gewöhnen und schätze die Vorteile, die der Gewichtsverlust des Gamepads mit sich bringt. Für andere ist das ein Dealbreaker. Da musst du selbst entscheiden.

Ein weiterer, riesiger Vorteil ist die Akkulaufzeit, die sich ohne den Motor deutlich erhöht. Bis zu 17 Stunden gibt der Hersteller an, das kommt in etwa hin. Eine Ladestation liegt nicht bei, trotzdem brauche ich das Kabel deutlich seltener als beim Standard-Controller.

Modularität: vor allem für die Sticks nützlich

Das Frontsurface hält magnetisch und lässt sich ohne Werkzeug entfernen. Darunter komme ich an die Sticks sowie die Aktion-, Richtungs- und Seitentasten. Insgesamt lassen sich laut Scuf 18 Einzelteile austauschen. Einige Alternativen liegen bei, darunter flachere für einen noch kürzeren Hub. Farbige Komponenten kann ich separat kaufen.

Der Scuf Omega lässt sich zerlegen.
Der Scuf Omega lässt sich zerlegen.
Quelle: Quelle

Ich merke allerdings, dass vor allem bei den Seitentasten die Montage etwas fummelig ist. Die Teile sind eher dünn und spröde. Nach dem Einsetzen sitzen sie zwar fest, haben aber etwas Spiel. Wenn ich den Controller schüttle, höre ich ein leises Klappern. Da ich den Controller nur einige Wochen in Gebrauch habe, wirkt sich das noch nicht negativ aus. Ob das längerfristig ein Problem sein könnte, ist schwierig zu beantworten.

Zudem nervig im Alltag: Die Schalter für die Plattform (PS5/PC) sowie die Verbindungsart (Funk, kabelgebunden oder Bluetooth) befinden sich unter der Frontplatte. Du stellst zwar nie aus Versehen um, aber wenn du oft wechselst, nervt das ein wenig. Ausserdem darfst du beim Device-Wechsel nie vergessen, den Dongle mitzunehmen. Bluetooth ist hier nur für Tablets und Co. gedacht. Bis ich daran gedacht habe, habe ich meine PS5 verflucht.

Auch einschalten kannst du die PS5 mit dem Omega nicht. Dazu brauchst du weiterhin den Dual-Sense-Controller oder natürlich die Taste an der Konsole selbst. Am PC kommuniziert der Controller nur per Xinput.

Zum Umschalten musst du die Abdeckung abnehmen.
Zum Umschalten musst du die Abdeckung abnehmen.
Quelle: Quelle

Will ich die Tasten manuell belegen, die Totzonen verändern oder die Ansprechkurven wählen, mache ich das über die Scuf-App für iOS oder Android. Auch andere Dinge, wie Polling-Rate oder natürlich Firmware-Updates hole ich mir über die App.

Fazit

Für wen lohnt sich der Scuf Omega?

Der Scuf Omega ist kein Controller für die breite Masse. Wer an der PS5 kompetitiv spielt, bekommt ein leichtes, gut in der Hand liegendes Pad mit hervorragenden Druckpunkten, umschaltbaren Triggern, driftresistenten Sticks und starker Akkulaufzeit. Die vielen Zusatztasten und Module erlauben es, den Controller genau auf einen bestimmten Spielstil abzustimmen.

Dem Ganzen stehen fehlende Vibration und adaptive Trigger gegenüber. Ausserdem sind die versteckten Schalter etwas umständlich. Hinzu kommen die niedrigere Pollingrate an der PS5 und die fehlende Ladestation. Wenn dir direkte Eingaben und präzise Druckpunkte wichtiger sind als das zusätzliche Feedback des DualSense, könnte der Scuf Omega der richtige Controller für dich sein.

Pro

  • Leicht und ergonomisch, sehr guter Grip
  • Präzise Mikroschalter mit kurzem, klarem Druckpunkt
  • Umschaltbare Trigger (Klick oder analog)
  • TMR-Sticks gegen Stick-Drift
  • Viele Zusatztasten, teils abnehm- und abdeckbar
  • Rund 17 Stunden Akkulaufzeit

Contra

  • Keine Vibration, kein haptisches Feedback, keine adaptiven Trigger
  • Plattform- und Verbindungsschalter unter der Frontplatte
  • PS5: nur 250 Hz, Konsole lässt sich nicht einschalten
  • PC: nur 1000 Hertz Pollingrate, nur Xinput nur Xinput
  • hoher Preis
Titelbild: Florian Bodoky

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Seit ich herausgefunden habe, wie man bei der ISDN-Card beide Telefonkanäle für eine grössere Bandbreite aktivieren kann, bastle ich an digitalen Netzwerken herum. Seit ich sprechen kann, an analogen. Wahl-Winterthurer mit rotblauem Herzen.


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