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Jan Johannsen
Produkttest

Surface Laptop im Test: Microsoft sperrt neugierige Blicke aus

F1 drücken und der Bildschirm wird für Sitznachbarn dunkel: Microsoft spendiert dem Surface Laptop einen Privatsphäre-Monitor. Für den Test bin ich mein eigener Sitznachbar geworden.

Eins gleich vorneweg: Nur die kleine Variante des Surface Laptop 8 for Business verfügt über den «Privacy Screen». Beim 15-Zoll-Modell des Notebooks lässt sich die Sicht auf den Bildschirm nicht einschränken. Das neue haptische Touchpad findest du aber in beiden Größen. Das gilt auch für die Chipsätze von Intel, die Microsoft nur noch in seinen Business-Modellen verbaut. Bei den Consumer-Modellen setzt der Hersteller auf Snapdragon-Chips von Qualcomm.

Ein großer Schritt für Microsoft, ein kleiner Schritt für Notebooks

Ich bin kein Spion, konnte aber bisher nicht verhindern, im Zug den einen oder anderen Blick auf Laptop-Bildschirme zu werfen. Ich hätte zum Beispiel viel über das Head-Up-Display eines noch nicht vorgestellten Autos erfahren können. Insofern ist der «Privacy Screen» des Surface Laptop für Firmenkunden in der richtigen Zielgruppe angesiedelt.

Die das Sichtfeld einschränkenden Privatsphäre-Bildschirme verhindern neugierige Blicke auf Firmeninterna oder private Nachrichten. Eine revolutionäre Neuheit sind sie nicht. Als ich vor sieben Jahren bei Galaxus anfing, konnte ich mit F2 das Sichtfeld meines HP-Laptops einschränken. Bei Surface-Geräten blieb bisher nur der Griff zu einer Schutzfolie, die dauerhaft die Sicht einschränkt.

Während die seit 2016 existierenden «SureView-Displays» von HP eine Technologie von 3M nutzen, funktioniert der «Privacy Screen» von Microsoft ähnlich wie das «Privacy Display» vom Galaxy S26 Ultra – nur mit einem größeren Bildschirm. Dabei werden gezielt einzelne Pixel gedimmt, um die Sichtbarkeit von der Seite zu reduzieren.

Für Microsoft ist der «Privacy Screen» etwas Neues. Anders als eine geklebte Sichtschutzfolie schränkt er meine Sicht auf den Bildschirm nicht dauerhaft ein. Er lässt sich mit dem Druck auf F1 ein- und ausschalten. Das ist wichtig, weil der Bildschirm auch aus normaler Perspektive dunkler wird. Die maximale Helligkeit sinkt von gemessenen fast 450 Nits – Microsoft gibt bis zu 600 Nits an – auf knapp über 100 Nits. Das reicht mir in den meisten Fällen immer noch. Aber ich bin froh, die Funktion abschalten zu können, wenn mir niemand über die Schulter schaut.

Ein kurzer Hinweis nach dem Einschalten.
Ein kurzer Hinweis nach dem Einschalten.

Der «Privacy Screen» ist für mich noch nicht am Ziel angelangt. Für mein Privatsphäre-Empfinden schränkt das Surface Laptop den Blickwinkel bei maximaler Helligkeit nicht genug ein. Die Person neben mir im Zug oder auch eine Sitzreihe hinter mir kann noch erkennen, was auf meinem Bildschirm passiert. Vor allem auf dem Displaybereich, der näher bei ihr ist.

Schöner 3:2-Touchscreen

Unabhängig vom Privatsphäre-Feature gefällt mir der Touchscreen des Surface Laptop. Mit einem Seitenverhältnis von 3:2 ist er nicht so schmal wie 16:10- oder gar 16:9-Modelle. Ich mag die höhere Fläche beim Arbeiten. Der Rahmen um den Monitor ist schmal, aber eine Kleinigkeit stört mich: Über dem Display ist der Rahmen breiter als an den Seiten.

Der Bildschirm gefällt auch ohne eingeschränktes Sichtfeld.
Der Bildschirm gefällt auch ohne eingeschränktes Sichtfeld.

Auf die Bildschirmdiagonale von 13,8 Zoll verteilen sich 2304 × 1536 Pixel und sorgen für eine scharfe Darstellung mit einer Pixeldichte von 201 ppi. Falls nötig, erhöht sich die Bildwiederholrate automatisch auf bis zu 120 Hertz.

Ein Touchpad mit Feedback

Die zweite größere Neuerung des Surface Laptop ist das haptische Touchpad. Der Cursor lässt sich mit ihm wunderbar bewegen und bei Klicks weist es nur einen geringen Hub auf. Der Clou ist aber, dass es vibriert – etwa wenn ich ein Fenster bis an den Bildschirmrand ziehe. Das dezente Feedback fällt kaum auf, ist aber hilfreich. Es ist eines dieser Dinge, die man erst vermisst, wenn sie nicht mehr da sind. In den Einstellungen kann ich die Intensität der Vibration in vier Stufen einstellen.

Das adaptive Touchpad ist angenehm groß.
Das adaptive Touchpad ist angenehm groß.

Als weitere Besonderheit kann ich die «adaptive Toucheingabe» aktivieren. Mit ihr reagiert das Touchpad auch auf Fingerknöchel, Handflächen oder andere Körperteile. Nur die Touchgesten sind dann deaktiviert. Mangels Nutzung vermisse ich sie allerdings nicht.

Die Tastatur hat einen kurzen Hub mit schwachem Druckpunkt. Das macht sie beim Tippen sehr leise. Auf einen Fingerabdrucksensor verzichtet Microsoft trotz der Business-Zielgruppe. Die Gesichtserkennung ist die einzige biometrische Option zur Nutzung von Passkeys oder zur Entsperrung des Geräts über Windows Hello.

Viel Power mit der neuesten Chip-Generation

Willst du ein Surface Laptop mit Intel-Chipsatz, musst du zu einem der Business-Modelle greifen. Mein Testgerät ist mit dem Intel Core Ultra X7 368H die leistungsstärkste Variante, die Microsoft anbietet, und verfügt über 32 Gigabyte Arbeitsspeicher. Die günstigeren Varianten verfügen über einen Core Ultra 7 366H oder den Core Ultra 5 335.

Als Vergleich ziehe ich den aktuellen Surface Laptop für Privatkunden, von dem wir nur die Variante mit dem schwächsten Snapdragon X zur Hand hatten, sowie das ein Jahr alte Surface Pro for Business (Core Ultra 7 268V) und das aktuelle Samsung Galaxy Book6 Pro (Core Ultra X7 358H) heran.

Bei der CPU-Leistung verzeichne ich gegenüber dem Snapdragon und dem Ultra 7 vorwiegend Zugewinne bei der Multi-Core-Leistung. In Single-Core-Tests liegt nur der Snapdragon zurück.

Größer werden die Unterschiede bei der Grafikleistung. Hier bietet der Intel-Chip des Business-Modells des Surface Laptops einen deutlichen Mehrwert gegenüber der Privatkunden-Variante. Dafür ist der integrierte Grafikchip Arc B390 verantwortlich. Das Galaxy Book6 Pro nutzt ihn ebenfalls. Das Vorjahres-Surface-Pro verfügt über den Arc 140V und die beiden Snapdragon-Geräte nutzen den Snapdragon X Adreno (X1-45).

Gute Akkulaufzeit

Der Akku des 13,8-Zoll-Surface-Laptops hat eine Kapazität von 54 Wattstunden (Wh). Damit hält das Notebook im Akkutest «Modernes Office» – 200 Nits Helligkeit, Wi-Fi und Co. deaktiviert – von PCMark 10 ordentliche 15 Stunden 12 Minuten durch. Bei der reinen Videowiedergabe erhöht sich die Laufzeit auf 19 Stunden 30 Minuten. Unter Gaming-Bedingungen hält die Batterie nur 1 Stunde 52 Minuten durch, was im Vergleich aber hervorragend ist.

Im Office-Betrieb hält der Akku fast zwei volle Arbeitstage durch.
Im Office-Betrieb hält der Akku fast zwei volle Arbeitstage durch.

Das Galaxy Book6 Pro von Samsung erreicht mit seiner größeren Batterie – 78 Wh – im Gamingtest nur 1 Stunde 40 Minuten. Dafür hält es im Office-Betrieb bei der Videowiedergabe länger durch. Der Surface Laptop geht zudem effizienter mit der Energie um, als das ein Jahr alte Surface Pro 11 mit fast identischer Akkukapazität von 54 Wh.

Für das Snapdragon-Modell des Surface Laptops steht nur der Video-Akkutest zum Vergleich zur Verfügung. Hier liegt das Consumer-Modell mit 18 Stunden 5 Minuten hinter der Business-Variante.

Schickes Aluminiumgehäuse mit den nötigsten Anschlüssen

Die kleinere Variante des Surface Laptop 8 for Business bringt 1,35 Kilogramm auf die Waage. Das Aluminiumgehäuse ist sauber verarbeitet und lässt das Notebook stabil wirken.

Surface-Logo auf dem Deckel.
Surface-Logo auf dem Deckel.

Das Surface Laptop verfügt über einen 3,5-mm-Kopfhöreranschluss sowie eine USB-A-Buchse (USB 3.2). Dazu kommen zwei USB-C-Buchsen, die USB 4 und Thunderbolt 4 unterstützen. Sie dienen nicht nur zum Laden des Akkus und zur Datenübertragung, sondern ermöglichen es auch, bis zu drei Monitore via DisplayPort 2.1 anzuschließen. Das sind zwar nur drei Anschlüsse, die aber für die meisten Zwecke genügen sollten. Auf der anderen Seite platziert Microsoft noch seinen proprietären Surface-Connect-Anschluss, für den es passende Netzteile gibt. So würden beide USB-C-Buchsen für andere Dinge frei bleiben.

Die Anschlüsse befinden sich auf der linken Seite des Surface Laptop.
Die Anschlüsse befinden sich auf der linken Seite des Surface Laptop.

Bei uns ist der Surface Laptop 8 for Business vorraussichtlich ab Ende Juli verfügbar.

CH-Tastatur

Microsoft Surface Laptop for Business 8th Edition, Privacy Screen (13.80", 512 GB, 32 GB, CH, Intel Core Ultra X7 368H)
Notebook

Microsoft Surface Laptop for Business 8th Edition, Privacy Screen

13.80", 512 GB, 32 GB, CH, Intel Core Ultra X7 368H

DE-Tastatur

Microsoft Surface Laptop for Business 8th Edition, Privacy Screen (13.80", 512 GB, 32 GB, DE, Intel Core Ultra X7 368H)
Notebook

Microsoft Surface Laptop for Business 8th Edition, Privacy Screen

13.80", 512 GB, 32 GB, DE, Intel Core Ultra X7 368H

Alle Ausstattungsvarianten des Surface Laptop 8 mit «Privacy Display» findest du hier.

Fazit

Damit würde ich sehr gerne arbeiten

Wenn die Firma den Aufpreis für die Geschäftskunden-Funktionen des Surface Laptop 8 for Business zahlt, würde ich ihn sofort als Arbeitsgerät nehmen. Leistung und Verarbeitung überzeugen mich und derzeit komme ich mit weniger Anschlüssen aus. Beim Display gefallen mir das Format und der «Privacy Screen», der vor neugierigen Blicken schützt. Er ist zwar weiterhin nicht perfekt, aber ich gebe nicht so viel Preis, wie mit klassischen Notebook-Bildschirmen.

Das haptische Feedback ist eine nette Zugabe beim Touchpad, von der man erst weiß, dass man sie braucht, wenn sie nicht mehr da ist.

Für die private Nutzung hoffe ich, dass Microsoft den «Privacy Screen» zukünftig auch in die Consumer-Version bringt. Bis dahin bleibt die deutlich höhere integrierte Grafikleistung der Intel-Chips das Hauptargument, mehr Geld auszugeben.

Pro

  • deutlich mehr Grafikleistung als Snapdragon-Geräte
  • ordentliche Akkulaufzeit
  • Privacy Screen hält neugierige Blicke fern
  • spezielle Dienstleistungen für Firmenkunden

Contra

  • vergleichsweise teuer
  • kein Fingerabdrucksensor
  • Privacy Screen macht das Display dunkler
Microsoft Surface Laptop for Business 8th Edition, Privacy Screen (13.80", 512 GB, 32 GB, CH, Intel Core Ultra X7 368H)
Notebook

Microsoft Surface Laptop for Business 8th Edition, Privacy Screen

13.80", 512 GB, 32 GB, CH, Intel Core Ultra X7 368H

Titelbild: Jan Johannsen

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Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Digitec und Galaxus. 


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