Deine Daten. Deine Wahl.

Wenn du nur das Nötigste wählst, erfassen wir mit Cookies und ähnlichen Technologien Informationen zu deinem Gerät und deinem Nutzungsverhalten auf unserer Website. Diese brauchen wir, um dir bspw. ein sicheres Login und Basisfunktionen wie den Warenkorb zu ermöglichen.

Wenn du allem zustimmst, können wir diese Daten darüber hinaus nutzen, um dir personalisierte Angebote zu zeigen, unsere Webseite zu verbessern und gezielte Werbung auf unseren und anderen Webseiten oder Apps anzuzeigen. Dazu können bestimmte Daten auch an Dritte und Werbepartner weitergegeben werden.

Unsplash/Bree Anne
Hintergrund

Wie und was lesen die Schweiz, Österreich und Deutschland?

Wer liest eigentlich noch Bücher? Mehr Menschen, als man denkt, aber längst nicht alle. Eine Studie der Universitäten Basel und Zürich hat über 6400 Personen in der Schweiz, Österreich und Deutschland befragt. Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen rund ums Lesen.

Heute interviewe ich mich selbst: Das sind die Fragen, die mich bei der Studie am meisten interessiert haben.

Wie viel lesen Schweizerinnen und Schweizer – und unsere deutschsprachigen Nachbarn?
Kurz gesagt: Das Lesen ist ungleich verteilt. Wenige lesen sehr viel, eine breite Mitte liest gelegentlich, und ein grosser Teil liest gar keine Bücher. Die grösste Gruppe (38 Prozent) liest ein bis zwei Stunden pro Woche. Knapp ein Viertel verbringt in einer typischen Woche keine Zeit mit Büchern. Es gibt auch Ausreisser nach oben, aber es sind nur wenige: 4 Prozent der Befragten, also 228 Personen, lesen elf oder mehr Stunden pro Woche.

Und wie viele Bücher sind das pro Jahr?
Am häufigsten werden zwischen drei und fünf Bücher gelesen. Danach wird es deutlich dünner: Nur rund 400 Personen kamen auf 21 bis 49 Bücher. Und gerade einmal 211 Personen lasen 50 oder mehr Bücher. 15 Prozent haben im letzten Jahr kein einziges Buch gelesen.

Warum greifen wir zum Buch – und warum nicht?
Gelesen wird vor allem für das eigene Wohlbefinden: Die Mehrheit liest, um abzuschalten oder zur Unterhaltung. Danach folgen Zeit für sich und Weiterbildung. Was vom Lesen abhält, ist vor allem die Zeit: 45 Prozent nennen Zeitmangel. Weit dahinter liegen fehlende Lust, andere Prioritäten und digitale Medien. Konzentrationsprobleme, Anstrengung und fehlender Zugang spielen kaum eine Rolle.

Welchen Einfluss hat das Vorlesen in der Kindheit?
Einen grossen. Wem als Kind häufig vorgelesen wurde, liest heute nur zu 8 Prozent gar nicht. Wem nie vorgelesen wurde, der liest zu 27 Prozent nicht, also mehr als dreimal so oft.

Dominiert das E-Book?
Nein. Das gedruckte Buch liegt in allen Altersgruppen vorn. Am stärksten ist es bei den Jüngeren: 71 Prozent dieser Gruppe greifen oft oder sehr oft zum gedruckten Buch, rund 8 Prozentpunkte mehr als in den älteren Gruppen. E-Books nutzen Jüngere zwar mehr als die älteste Gruppe, aber fast die Hälfte liest nie ein E‑Book. Am deutlichsten ist der Altersunterschied bei Hörbüchern: Bei den 18- bis 39-Jährigen hört rund ein Fünftel oft oder sehr oft Hörbücher, bei den über 60-Jährigen sind es rund 7 Prozent.

Wie unterscheiden sich Frauen und Männer?
Frauen lesen regelmässiger als Männer. 29 Prozent der Männer lesen in einer typischen Woche gar nicht, bei den Frauen sind es 17 Prozent.

Und das Alter?
Die Jüngsten lesen am seltensten gar nicht (17 Prozent). Der Anteil steigt dann bis zu den 50- bis 59-Jährigen auf 26 Prozent und sinkt danach leicht. In den mittleren Lebensjahren verschwindet das Buch also am häufigsten aus dem Alltag.

Welche Genres sind am beliebtesten?
Krimis und Thriller. 39 Prozent lesen sie oft oder sehr oft, und das in fast allen Gruppen. Einzige Ausnahme sind die 18- bis 29-Jährigen, bei denen Liebesromane und New Adult knapp vorn liegen. Dahinter folgen Liebesromane/New Adult, Fantasy, aktuelle literarische Romane und historische Romane. Bei den Sachbüchern führen die Ratgeber vor Biografien und historischen Sachbüchern.

Lesen Frauen und Männer unterschiedlich?
Ja, das Geschlecht prägt den Geschmack stärker als jedes andere Merkmal. Liebesromane und New Adult lesen 26 Prozent der Frauen, aber nur 5 Prozent der Männer. Auch Krimis und Thriller und aktuelle literarische Romane sind bei Frauen beliebter. Männer greifen dafür häufiger zu Science-Fiction, politischen Sachbüchern und historischen Sachbüchern.

Produktbild Die Psychiaterin – Wurde ihr der Job zum Verhängnis? (Deutsch, Freida McFadden)
Belletristik

Die Psychiaterin – Wurde ihr der Job zum Verhängnis?

Deutsch, Freida McFadden

Produktbild The Love Hypothesis – Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe (Deutsch, Ali Hazelwood)
Belletristik

The Love Hypothesis – Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe

Deutsch, Ali Hazelwood

Produktbild 1999 Meter über dem Meer (Deutsch, Hardcover, Caroline Wahl)
Belletristik

1999 Meter über dem Meer

Deutsch, Hardcover, Caroline Wahl

Produktbild Per Anhalter durch die Galaxis (Deutsch, Douglas Adams)
Belletristik

Per Anhalter durch die Galaxis

Deutsch, Douglas Adams

Produktbild Die Verkrempelung der Welt (Deutsch, Gabriel Yoran)
Sachbücher

Die Verkrempelung der Welt

Deutsch, Gabriel Yoran

Die Psychiaterin – Wurde ihr der Job zum Verhängnis? (Deutsch, Freida McFadden)

Die Psychiaterin – Wurde ihr der Job zum Verhängnis?

Deutsch, Freida McFadden

The Love Hypothesis – Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe (Deutsch, Ali Hazelwood)

The Love Hypothesis – Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe

Deutsch, Ali Hazelwood

1999 Meter über dem Meer (Deutsch, Hardcover, Caroline Wahl)

1999 Meter über dem Meer

Deutsch, Hardcover, Caroline Wahl

Per Anhalter durch die Galaxis (Deutsch, Douglas Adams)

Per Anhalter durch die Galaxis

Deutsch, Douglas Adams

Die Verkrempelung der Welt (Deutsch, Gabriel Yoran)

Die Verkrempelung der Welt

Deutsch, Gabriel Yoran

Liest man je nach Alter anders?
Ja, das sieht man insbesondere bei den Genres. Jüngere lesen mehr Liebesromane, New Adult, Fantasy und Science Fiction als die älteste Gruppe. Krimis und Thriller verlaufen in die andere Richtung, sie haben ihren Höhepunkt bei Lesenden mittleren Alters. Biografien, Ratgeber und historische Romane werden von der jüngsten und der ältesten Gruppe in etwa gleich oft gelesen.

Spielt die Bildung eine Rolle?
Die Studie zeigt in der Bildung die schärfste Trennlinie auf. Mit höherer Bildung wird deutlich mehr gelesen:

  • Von den Befragten mit niedrigem oder mittlerem Bildungsstand lesen je 27 Prozent in einer typischen Woche gar nicht, bei hoher Bildung sind es 15 Prozent.
  • Drei oder mehr Stunden pro Woche lesen 48 Prozent der Hochgebildeten, bei den anderen beiden Gruppen sind es 35 bis 36 Prozent.
  • Auch die Bücherregale sehen anders aus: 10 Prozent der Befragten mit niedrigem Bildungsstand besitzen kein einziges Buch, bei hoher Bildung sind es 1 Prozent.
  • Überraschend: Zeitmangel nennen mit 51 Prozent vor allem die Hochgebildeten (niedrige Bildung: 40 Prozent). Fehlende Lust ist dagegen bei niedrigem Bildungsstand häufiger (26 gegenüber 16 Prozent).

Besitzen viele Befragte Bücher zu Hause?
Die grösste Gruppe hat bis zu 50 Bücher im Regal. Je 15 Prozent haben bis zu 10 Bücher oder bis zu 200 Bücher. 407 Personen (6 Prozent) besitzen über 501 Bücher. Nur 5 Prozent besitzen kein einziges Buch.

Die Mehrheit der Befragten hat 11 bis 50 Bücher zu Hause. Nur rund 400 Personen haben 501 Bücher oder mehr.
Die Mehrheit der Befragten hat 11 bis 50 Bücher zu Hause. Nur rund 400 Personen haben 501 Bücher oder mehr.
Quelle: Studie «Das gelesene Buch.»

Wo kaufen die Befragten ihre Bücher?
Am häufigsten in grossen Buchhandlungsketten. Dicht dahinter folgt Amazon, danach die lokale Buchhandlung und übrige Online-Anbieter. Die lokale Buchhandlung ist in allen Altersgruppen gleich beliebt, sie ist also kein Ort nur für ältere Leserinnen und Leser. Und rund drei von zehn Befragten bekommen Bücher geschenkt oder leihen sie im Freundeskreis und bei Bekannten aus.

Wie lesen die Schweizerinnen und Schweizer im Vergleich zu den Nachbarländern? Die Schweiz schneidet beim Lesen etwas besser ab als ihre Nachbarn:

  • Weniger Nichtlesende: 18 Prozent lesen in der Schweiz wöchentlich gar nicht (Österreich: 21, Deutschland: 23 Prozent). 11 Prozent lasen im letzten Jahr kein Buch (Österreich: 13, Deutschland: 16 Prozent).
  • Moderate Leser: 44 Prozent lesen ein bis zwei Stunden pro Woche (Österreich: 42, Deutschland: 36 Prozent).
  • Papier vorn: 51 Prozent greifen sehr oft zum gedruckten Buch (Deutschland: 46 Prozent). Nur 5 Prozent tun das nie, in Deutschland sind es 10 Prozent.
  • Weltoffen: 52 Prozent lesen gern Bücher, die von anderen Ländern und Kulturen handeln (Deutschland und Österreich: je 39 Prozent). Die Autorinnen und Autoren der Studie führen das auf die Mehrsprachigkeit des Landes zurück.
  • Kleinere Bibliotheken: Mehr als 200 Bücher besitzen 12 Prozent der Befragten in der Schweiz (Deutschland: 15, Österreich: 19 Prozent)

Titelbild: Unsplash/Bree Anne

8 Personen gefällt dieser Artikel


User Avatar
User Avatar

Leidenschaftliche Leserin und laute Lacherin. Ein Buch darf in meiner Tasche nie fehlen, und ja, immer ein physisches. Von Taylor Jenkins Reid über Kristin Hannah, von Biografien bis hin zu Sci-Fi und Fantasy: Wenn dich die Welt der Bücher interessiert, dann bist du hier richtig. 


Hintergrund

Interessantes aus der Welt der Produkte, Blicke hinter die Kulissen von Herstellern und Portraits von interessanten Menschen.

Alle anzeigen

Weitere Beiträge aus dem Magazin

Alle anzeigen

Weitere Beiträge aus dem Magazin

Kommentare

Avatar