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Florian Bodoky
Produkttest

Bose QuietComfort Headphones (2nd Gen)vs. QuietComfort Ultra 2: Wo liegen die Unterschiede?

Bose spendiert dem QuietComfort ein Update mit Ultra-Genen: mehr Komfort, gutes ANC, aber auch Kompromisse bei Verarbeitung, Codecs und Akku.

Bose hat seiner QuietComfort-Reihe ein Update verpasst. Die zweite Generation des QuietComfort übernimmt einige Features der Edel-Variante QC Ultra 2nd Gen., bleibt aber leichter und günstiger.

Mehr Plastik, aber dafür gibt’s Gründe

Sobald du den Kopfhörer aus dem Case nimmst, merkst du: Gegenüber dem Ultra spart Bose beim Material. Das ganze Gehäuse besteht aus Kunststoff, genau wie beim Vorgänger. Im Vergleich dazu sorgen die Alu-Bügel mit dem glossy Finish und der leicht mattierte Kunststoff an den Ohrmuscheln bei der Ultra-Version für einen guten Eindruck. Allerdings ist das Gehäuse bei beiden Modellen weniger steif als bei Konkurrenten. Das kann sich – je nach Sorgsamkeit beim Umgang – negativ auswirken, sorgt aber für einen hohen Tragekomfort mit weniger Anpressdruck. Praktisch: Der Kopfhörer lässt sich für den Transport vollständig zusammenklappen.

Zusammenklappbar, aber anfällig auf Fingerabdrücke – Boses neue QC 2nd Gen.
Zusammenklappbar, aber anfällig auf Fingerabdrücke – Boses neue QC 2nd Gen.

Der Kunststoff des QC 2 hat einen zusätzlichen Vorteil: Mit nur 230 Gramm ist er angenehm leicht, vor allem bei langen Sessions. Auch die Polsterungen beim Kopfband und den Ohrmuscheln sind sehr grosszügig. Bei Ersterem hat Bose offenbar auch noch ein, zwei Gramm mehr Schaumgummi draufgepackt, was sich positiv auf den Tragekomfort auswirkt. Denn breiter ist die Polsterung zwar nicht – aber sie reicht weiter nach unten und sorgt so für mehr Auflagefläche.

Bei den ebenfalls aus Kunststoff gefertigten Bügeln verzichtet Bose auf Stufen beim Verstellen der Grösse. Je nachdem, wie präzise du das magst, kann das negativ sein. Wie auch schon bei den Ultras verzichtet Bose auf eine IP-Zertifizierung. In Sachen Wasser- und Staubdichtigkeit tappen wir also im Dunkeln.

Adieu, stressige Touch-Bedienung, hallo zu viele Tasten

Während Bose beim Ultra noch auf wenige Tasten und dafür eine zusätzliche Touchbedienung setzt, sind beim QC 2 physische Knöpfe Trumpf. Das begrüsse ich grundsätzlich. Im Winter mit Handschuhen und in der Dunkelheit ist es praktisch. Die zwar präzise, aber schmale Touchleiste der QC Ultra 2 hat bei meinen Fingern dann und wann zu Fehleingaben geführt. Allerdings sind es zu viele Tasten, nämlich vier plus ein Schiebeschalter – zudem noch verteilt auf beiden Ohrmuscheln. Bis du dich daran gewöhnt hast, dauert es einige Zeit. Welche Taste auf welcher Seite dient wozu? Könnte man das nicht auch mit weniger Tasten und mehreren Druck-Optionen lösen?

Die viele Tasten sind Gewöhnungssache, aber funktionieren gut.
Die viele Tasten sind Gewöhnungssache, aber funktionieren gut.

Immerhin gibt es die App. Diese ist aufgeräumt und übersichtlich. Du siehst den Akkustand, wechselst zwischen ANC und Transparenz, verwaltest Bluetooth-Verbindungen und findest sonst allerlei Features. Allerdings bietet der EQ nur drei Regler: Bässe, Mitte und Höhen sowie einige Presets. Einen Acht- oder gar Zehnband-EQ suchst du vergebens.

Vom Ultra übernommen gibt es das Immersive-Audio-Feature. Sitzt du nur ruhig da – etwa in der Bahn – wählst du «Still»; wenn du dich bewegst, wählst du «Motion». Bei Letzterem gibt es einen Headtracking-Modus, der deine Kopfbewegung erkennt und den Sound danach ausrichtet.

Auch hast du in der App die Möglichkeit, die Geräuschunterdrückung stufenlos zu verstellen. Das ist insofern interessant, als die ANC-Stufe Null dann den Transparenzmodus aktiviert. Schaltest du die aktive Geräuschunterdrückung einfach nur aus, hörst du Geräusche um dich herum wegen der natürlichen Dämpfung noch immer eingeschränkt. Etwas umständlich, aber durchaus nützlich.

Das Headband ist gut gepolstert – bis über die Seiten.
Das Headband ist gut gepolstert – bis über die Seiten.

Warm, druckvoll und viel Bass

In der Standardabstimmung setzen die QuietComfort 2nd Gen auf einen warmen, bassbetonten Klang mit breiter, aber nicht besonders hoher Bühne. Die Bässe stehen im Vordergrund, auch wenn sie neutral und selten aufdringlich sind. Ansonsten gibt’s ein Bass-Boost-Preset in der App. Dieser verstärkt den Bass, aber nicht zuungunsten der restlichen Frequenzen.

Die Mitten sind in der Grundabstimmung eher zurückhaltend; Stimmen klingen teils in die zweite Reihe versetzt und weniger präsent. Hier lohnt es sich, den Immersive Mode zu aktivieren. Dann wird der Gesamtklang samt Stimmen energiereicher und du hörst mehr Details in den oberen Registern.

Bei den Höhen gibt es ein gemischtes Bild. Messungen verschiedener Experten zeigen einige kleine Ausreisser gegenüber der neutralen (Harman-)Kurve. Die Spitzen zeigen sich vor allem im Bereich zwischen 9 und 14 kHz. Das bedeutet vereinfacht gesagt, dass der Kopfhörer bei diesen Frequenzen lauter ist, als es die Kurve vorsieht. Der Frequenzbereich wird also leicht verstärkt wiedergegeben. Im Alltag hörst du das vermutlich nicht. Die Höhen werden nie schrill. Ebenfalls kannst du unter Umständen noch mehr Bass und leisere Mitten hören – nämlich dann, wenn du das ANC ausschaltest.

Viel Ruhe, wenig Codecs

In Sachen ANC ist Bose wie immer bei den Spitzenreitern zu finden. Vor allem im tiefen Frequenzbereich ist die Geräuschunterdrückung erheblich. Im Alltag herrscht selbst in lärmigen Bahnhöfen Stille – so habe ich im Zürcher-, aber vor allem auch im Berliner Hauptbahnhof meine selige Ruhe gehabt. Stimmen, aber auch einfahrende Züge, haben meinen Musikgenuss nicht gestört. Die Umwelt verschwindet akustisch fast komplett. Auch die natürliche Dämpfung – ohne aktivierte Geräuschunterdrückung – macht einen guten Job. Hochfrequente Klänge dringen zwar noch durch, insbesondere wenn sie plötzlich erklingen. Allerdings stört dies aufgrund der geringen Lautstärke kaum.

Mit aktiviertem ANC läuft der QC 2 bis zu 24 Stunden. Wenn du noch Immersive Audio einschaltest, sinkt der Wert auf 18 Stunden. Das reicht zwar für den Alltag – oder auch zwei Tage –, hinkt der Konkurrenz aber hinterher. Vor allem Akku-König Sennheiser Momentum 5 Wireless ist seinen US-Kollegen meilenweit enteilt – bis zu 90 Stunden sind es dort, wenn auch ohne ANC (57 Stunden mit ANC). Auch der QC Ultra 2 bietet 30 Stunden – und die Schnellladefunktion ist beim Ultra besser. 15 Minuten Ladezeit bringen dort vier Stunden. Nur zweieinhalb sind es beim QC 2 in derselben Zeit.

Weniger überzeugt hat mich Boses «Aware Mode». Der funktioniert zwar grundsätzlich gut. Aussengeräusche dringen angenehm natürlich und ohne künstlich angehobene Lautstärke ans Ohr. Die spitzen, sehr schrillen Klänge werden an den oberen Enden etwas gekappt, was das Ohr schont. Ein Schwachpunkt bleibt aber die Windempfindlichkeit, vor allem auf dem Fahrrad. Das stört beim Musikhören und Telefonieren. Zwar kannst du in der App eine «Wind Block»-Funktion aktivieren, wenn du einen benutzerdefinierten Modus erstellst. Dann musst du aber das ANC aktiviert lassen. Dann solltest du aber nicht unbedingt aufs Fahrrad steigen. Ein Kompromiss, mit dem du leben musst.

Bose verzichtet auf einen Klinkenport.
Bose verzichtet auf einen Klinkenport.

Die Hörer unterstützten Bluetooth 5.4 mit Multipoint. In Sachen Codec musst du dich allerdings mit AAC und SBC zufriedengeben. Das reicht im Alltag, aber gerade da zieht die Ultra-Version mit aptX Adaptive davon. Spannender wird’s auf der kabelgebundenen Seite. Bose verzichtet gänzlich auf den guten, alten Klinkenport. Aber das Unternehmen liefert sowohl ein reines USB-C- als auch ein Klinke-USB-C-Kabel. Dieses überträgt Audio verlustfrei mit bis zu 24 Bit / 48 kHz. Für Teams-Calls funktioniert das auch als Line-in. Du hörst und sprichst über dasselbe Kabel.

Fazit: Im Endeffekt gibt es wenige Gründe, die für ihn sprechen

Die Bose QuietComfort Headphones (2nd Gen.) machen es mir schwer. Sie sind bequem, haben ein starkes ANC und einen überzeugenden, warmen Klang für längere Sessions. Vor allem mit dem bequemen Kopfband und dem USB-C-Audio punkten sie zusätzlich. Auch die etwas komplizierte Bedienung beim ANC in der App und Immersive Audio gefallen mir. Nur: Reicht das wirklich, um sich gegen die edleren QC Ultra 2 durchzusetzen? Umso mehr, als diese preislich mittlerweile kaum mehr höher angesiedelt sind als die neuen QC 2nd Gen. Die Antwort ist einfach: Wenn du Touch nicht magst und dir der Komfort besonders wichtig ist, dann ja. Wenn die zusätzliche Akkulaufzeit und die Verarbeitung vorgehen, dann nein.

Fazit

So gut...und doch: Im Endeffekt gibt es wenige Gründe, die für ihn sprechen

Die Bose QuietComfort Headphones (2nd Gen.) machen es mir schwer. Sie sind bequem, haben ein starkes ANC und einen überzeugenden, warmen Klang für längere Sessions. Vor allem mit dem bequemen Kopfband und dem USB-C-Audio punkten sie zusätzlich. Auch die etwas komplizierte Bedienung beim ANC in der App und Immersive Audio gefallen mir. Nur: Reicht das wirklich, um sich gegen die edleren QC Ultra 2 durchzusetzen? Umso mehr, als diese preislich mittlerweile kaum mehr höher angesiedelt sind als die neuen QC 2nd Gen. Die Antwort ist einfach: Wenn du Touch nicht magst und dir der Komfort besonders wichtig ist, dann ja. Wenn die zusätzliche Akkulaufzeit und die Verarbeitung vorgehen, dann nein.

Pro

  • guter Sound
  • Kopfhörer sind bequem
  • interessante Features wie Headtracking

Contra

  • wenig Codecs
  • kein Klinkenport
  • Bei der Akkulaufzeit hinter der Konkurrenz
Bose QuietComfort 2nd Gen. (ANC, 24 h, Kabelgebunden, Kabellos)
Kopfhörer

Bose QuietComfort 2nd Gen.

ANC, 24 h, Kabelgebunden, Kabellos

Titelbild: Florian Bodoky

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Seit ich herausgefunden habe, wie man bei der ISDN-Card beide Telefonkanäle für eine grössere Bandbreite aktivieren kann, bastle ich an digitalen Netzwerken herum. Seit ich sprechen kann, an analogen. Wahl-Winterthurer mit rotblauem Herzen.


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