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Siri Schubert
Produkttest

Der Viandar von Nola im Test: Retro-Look mit Outdoor-Power

Der Viandar-Rucksack des Schweizer Start-ups Nola kommt im Retro-Look daher. Im Praxistest erweist er sich aber als überhaupt nicht rückständig.

Moderne, ultraleichte Rucksäcke punkten nicht unbedingt mit stilvollem Aussehen. Umgekehrt sind Rucksäcke mit coolem Look bei Bergabenteuern nur bedingt tauglich. Das Schweizer Start-up Nola will mit dem Viandar diese Lücke schliessen.

Angenehm zu tragen

Den Viandar gibt es in verschiedenen Farben (Copper-Beige, Dark-Blue und Dawn-Green) und Grössen (35, 25 und 15 Liter). Ich habe beim Wandern die 35-Liter-Version getestet und bin mit dem vollgepackten Rucksack über mehrere Wochen hinweg jeweils zwischen zehn und 25 Kilometer pro Tag gelaufen. Der Viandar selbst ist nicht ultraleicht, aber mit 1350 Gramm immer noch im Rahmen für einen robusten Rucksack.

Was mir als erstes aufgefallen ist, ist der gute Sitz. Der Hüftgurt liegt wirklich auf der Hüfte und nicht irgendwo zwischen Taille und Oberschenkel. Auch beladen ist der Rucksack bequem zu tragen. Er zwingt mich nicht in eine unnatürliche Rückenlage und drückt auch nicht an den Schultern.

Im Video kannst du dir selbst ein Bild davon machen:

Viel Platz für alles, was ich unterwegs brauche

Schlafsack, Hängematte, Wechselkleidung, Isomatte: Bei Wanderungen mit einer Übernachtung sammelt sich schnell einiges an. Ich habe alles in den Rucksack gepackt und war überrascht, wie gut ich die Sachen unterbringen konnte.

Dank des Seitenreissverschlusses habe ich auch gleich im Blick, was sich wo befindet und kann selbst Dinge, die im Hauptfach unten liegen, mit einem Griff herausnehmen.

Sogar für eine extra Isomatte gibt’s eine Lösung, da sich der Rucksack durch das Schlaufensystem erweitern lässt.

Im Video siehst du, was ich eingepackt habe:

Nützliche Details

Neben dem grossen Fach hat der Rucksack viele kleine Taschen für Wasserflaschen, Stirnlampe und Snacks. So bleibt meine Ausrüstung organisiert und ich muss nicht lang kramen, wenn ich schnell einen kleinen Gegenstand brauche. Weiteres Stauraum-Plus: der Viandar hat ein Laptopfach. Das Fach brauche ich bei Wanderungen eigentlich nicht, aber wenn ich den Rucksack für Wochenendausflüge oder Arbeits-Kurztrips nutze, ist es sehr praktisch.

Das Material: weich und funktional zugleich

Das Obermaterial ist das, was den Retro-Look ausmacht. Es sieht aus wie Baumwolle und fühlt sich weich an, ist aber recyceltes Polyester. Innen ist es beschichtet, so dass es wasserabweisend ist. Ganz wasserdicht ist der Rucksack zwar nicht, aber einen Regenschauer hält er aus. Dabei ist er nach Angaben des Herstellers frei von Ewigkeitschemikalien (Perfluorcarbonen, PFC).

Leicht zu reparieren

Der Rucksack soll robust und, wenn etwas kaputt geht, leicht zu reparieren sein. Denn Hüftgurt, Rückenpolster und Schnallen lassen sich austauschen. So ist die Langlebigkeit praktisch schon eingebaut. Die Verschlüsse sind mit Schnüren und Ösen einfach gehalten. Der Reissverschluss an der Seite wirkt solide. Wie einfach er sich austauschen lässt, wenn er doch den Geist aufgibt, kann ich allerdings nicht beurteilen.

Wie die Marke Nola entstand

Gegründet wurde Nola von David Freitag, der zuvor viele Jahre als Entwickler für die Outdoor-Marke Bach tätig war. Als begeisterter Bergsportler testet er die Produkte selbst und legt grossen Wert auf Funktionalität, wie er mir im Interview erzählt.

Als Bergsportler hat Rucksackentwickler David Freitag selbst hohe Ansprüche ans Material.
Als Bergsportler hat Rucksackentwickler David Freitag selbst hohe Ansprüche ans Material.
Quelle: David Freitag

Inspiriert haben ihn alte Bergsteigerfotos seines Grossvaters aus den 1940er-Jahren. Besonders gefiel ihm, dass an Kleidung und Rucksäcken von damals alles reparierbar war. Statt moderner Schliesssysteme gab es Haken und Ösen. Viele Teile liessen sich austauschen, sollten sie mal kaputt gehen. Langlebigkeit war sozusagen schon im Design inbegriffen.

Es war auch sein Grossvater, der ihm die Liebe zu den Bergen vermittelte, erinnert sich David. «Meinem Grossvater ging es nicht darum, auf den höchsten Berg zu steigen oder Rekorde zu brechen. Für ihn zählte das Erlebnis, die frische Bergluft und die Zeit draussen zu geniessen.»

Fotos wie dieses aus alten Zeiten inspirierten David.
Fotos wie dieses aus alten Zeiten inspirierten David.
Quelle: David Freitag

Auch der Firmenname Nola stammt aus der Heimat seines Grossvaters, aus Graubünden. Dort gibt es den Wildbach Nolla – nur das eine «L» hat er gestrichen, um den Namen international leichter aussprechbar zu machen.

Gefertigt werden die Rucksäcke allerdings nicht in der Schweiz, sondern in Vietnam. Der Grund sei, dass er in der Schweiz niemanden gefunden habe, der in einem kurzen Zeitfenster 3000 Rucksäcke produzieren könne. In Vietnam gäbe es gut ausgebildete Näherinnen und Näher und zudem Zulieferer für Reissverschlüsse und Schnallen.

Fazit

Ein bequemer, stylischer und vielseitiger Rucksack

Der Viandar von Nola hat mich wegen seines Aussehens angesprochen. Vollends überzeugt hat er mich dann durch seine praktische Aufteilung, den Seitenreissverschluss und die vielen kleinen Taschen. Der Rucksack ist angenehm zu tragen und bietet Platz für so ziemlich alles, was ich bei meinen Touren mitnehmen möchte. Die Reparierbarkeit ist ein weiteres Plus.

Pro

  • angenehm zu tragen
  • Hüftgurt und Rückenplatte abnehmbar
  • Seitenreissverschluss und geräumiges Innenfach
  • praktische Taschen für Kleinkram
  • weiches, wasserabweisendes Material
  • Retro-Look
  • Reparierbarkeit
Titelbild: Siri Schubert

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Forschungstaucherin, Outdoor-Guide und SUP-Instruktorin – Seen, Flüsse und Meere sind meine Spielplätze. Gern wechsel ich auch mal die Perspektive und schaue mir beim Trailrunning und Drohnenfliegen die Welt von oben an.


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