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«Ahsoka», Season 2 / Lucasfilm
Hintergrund

Diese D23 war völlig irre – das sind meine drei Highlights

Luca Fontana
17-8-2026

Neue X-Men, Avengers, «Star Wars», Pixar-Filme und sogar «Kingdom Hearts»: Disney hat die D23 mit Ankündigungen regelrecht überladen. Ich habe mich durchs Chaos gewühlt – und meine drei Highlights gefunden.

An der D23, Disneys hauseigener Fanmesse im kalifornischen Anaheim, feuert der Unterhaltungskonzern traditionell Trailer, Neuigkeiten und Überraschungen zu seinen grössten Marken ab. Marvel, Pixar, «Star Wars», Disney Animation, Games, Streaming – alles, was zum Maus-Imperium gehört, bekommt hier seine Bühne.

Aber so vollgepackt wie dieses Jahr habe ich die D23 selten erlebt. Darum erspare ich dir eine endlose Aufzählung. Stattdessen gibt's meine persönlichen drei Highlights der D23 etwas ausführlicher – und den Rest danach im Schnelldurchlauf.

Los geht's.

Platz 3: Dieser «Avengers: Doomsday»-Trailer macht endlich Lust auf mehr

Erst vor kurzem hat Marvel den ersten richtigen Trailer zu «Avengers: Doomsday» veröffentlicht. Mein damaliges Urteil: Nun ja. Ganz okay.

Richtig vom Hocker gerissen hat er mich nicht. Und wenn ich mir die Kommentarspalte unter meinem Artikel anschaue, ging es vielen von euch ähnlich. Dieser neue Trailer macht das besser. Weniger grosse, künstliche Effektschlachten, dafür mehr von Doom selbst – und vor allem mehr zwischenmenschliches Drama. Ein einziger Satz von Sue Storm reicht, um mir die Bedrohlichkeit näherzubringen, als es zehn Sekunden CGI-Schlacht je könnten: «I knew he was lost». Vor allem Robert Downey Jr. als Victor von Doom bekommt mehr Raum, und damit jener Mann, auf dessen Schultern dieses ganze irre Experiment vermutlich steht.

Fast zwei Jahrzehnte lang war Downey Jr. nämlich Tony Stark. Jetzt soll ich denselben Mann anschauen und in ihm Doctor Doom sehen – nicht Iron Man mit grüner Kapuze. Ob das funktioniert? Keine Ahnung. Aber zum ersten Mal habe ich richtig Lust darauf, es herauszufinden.

Passend dazu schliesst sich am gleichen Wochenende ein Kreis. Während die alten X-Men-Darstellenden – Patrick Stewart, Ian McKellen, Rebecca Romijn und weitere – in «Doomsday» als Multiversum-Echo nochmals auftauchen, verkündet Marvel-Studios-Chef Kevin Feige praktisch im selben Atemzug die komplette Neubesetzung für den kommenden «X-Men»-Film: Sadie Sink als Jean Grey, Kit Connor als Cyclops, Christopher Abbott als Professor X, Samara Weaving als Emma Frost, Inde Navarrette als Rogue und Maya Boyd als Storm.

Der grösste Aufreger aber ist Adam Driver, auch wenn er auf der D23-Bühne gefehlt hat. Angeblich wegen eines kleinen Missverständnisses: In einem vorproduzierten Video erklärt er, er sei davon ausgegangen, bereits am Set sein zu müssen. Dumm nur, dass es dort gerade ziemlich gottverlassen aussieht, schliesslich steht praktisch der gesamte Cast auf der D23-Bühne in Kalifornien.

Wenn er aber schon mal da sei, könne er wenigstens seine Rolle verraten. Magneto vielleicht? Schliesslich wurde er lange dafür gehandelt. Ups, nein. Der ist ja schon vergeben. Also wird Driver eben Nathaniel Milbury – besser bekannt als Mister Sinister, einer der grossen Bösewichte in den X-Men-Comics. Ein herrlicher Weg, monatelange Fan-Spekulationen mit einem Augenzwinkern zu beerdigen und gleichzeitig die nächste grosse Figur des neuen X-Men-Kapitels vorzustellen.

Wer Magneto letztlich spielen wird im neuen «X-Men»-Film? Keine Ahnung. Darüber hat man sich an der D23 ausgeschwiegen.

Platz 2: «VisionQuest» stellt eine verdammt gute Frage

«WandaVision» gehört für mich noch immer zum Mutigsten und Innovativsten, was Marvel fürs Fernsehen gemacht hat. Anfangs eine bizarre Reise durch Jahrzehnte amerikanischer Sitcom-Geschichte, entwickelte sich die Serie irgendwann zu einer herzzerreissenden Geschichte über Verlust, Trauer und die verzweifelte Unfähigkeit, loszulassen.

«What is grief, if not love persevering?» Verdammt, Marvel. Dieser Satz sitzt noch immer.

Selbst «Agatha All Along», die indirekte Fortsetzung, überraschte mich als wunderbar schräger Gruselspass. Umso gespannter bin ich auf den Abschluss dieser losen Serien-Trilogie: «VisionQuest». Vor allem wegen einer Frage: Wer zum Teufel ist Vision überhaupt noch?

Kurzer Gedächtnisauffrischer: Der ursprüngliche Vision starb in «Avengers: Infinity War», als Thanos ihm den Gedankenstein aus der Stirn riss. In «WandaVision» erschuf Wanda innerhalb ihres Hex zwar einen neuen Vision. Allerdings nicht aus Fleisch, Vibranium und Kabeln, sondern aus ihren Erinnerungen, ihrer Trauer und Magie.

Parallel dazu setzte eine geheime Regierungsorganisation namens S.W.O.R.D. den leblosen Körper des echten Vision wieder zusammen. Heraus kam der komplett weisse Vision, der zunächst als Waffe gegen Wanda eingesetzt wurde. Am Ende übertrug Hex-Vision ihm die Erinnerungen seines früheren Ichs. White Vision erinnerte sich plötzlich wieder an Wanda, die Avengers, seinen Tod – an sein ganzes bisheriges Leben.

Dann flog er davon. Das war 2021. Jetzt ist er zurück. Und genau deshalb finde ich «VisionQuest» so spannend. Denn dieser Vision besitzt zwar den Körper des Originals und dessen Erinnerungen. Aber macht ihn das automatisch wieder zu Vision? Sind Erinnerungen genug, um aus einer Kopie wieder dieselbe Person zu machen? Oder ist er lediglich eine neue Persönlichkeit, die sich an das Leben eines anderen erinnert?

Ultron (James Spader) macht jetzt einen auf Sigmund Freud. Muss ich sehen.
Ultron (James Spader) macht jetzt einen auf Sigmund Freud. Muss ich sehen.
Quelle: LucasBooks

Das ist herrlich philosophischer Stoff für eine Marvel-Serie. Und dann wäre da noch Ultron. James Spader kehrt tatsächlich als jene künstliche Intelligenz zurück, die Vision einst überhaupt erst als neuen, unbesiegbaren Körper für sich selbst erschaffen wollte – bevor Tony Stark, Bruce Banner und J.A.R.V.I.S. aus dem geplanten Körper etwas anderes machten. Dass ausgerechnet Ultron nun wieder Teil von Visions Geschichte wird, dürfte kaum Zufall sein.

Vielleicht geht es in «VisionQuest» deshalb weniger darum, wer Vision ist. Sondern darum, herauszufinden, wer wirklich die Kontrolle über seinen Körper hat.

Platz 1: «Ahsoka» wagt sich an die ganz grosse «Star Wars»-Mythologie

Achtung: Falls du die erste Staffel von «Ahsoka» noch nicht gesehen hast, der Trailer zur zweiten Staffel spoilert bereits eine ziemlich grosse Überraschung aus Staffel 1. Lies also nur weiter, wenn du sie schon gesehen hast oder Spoiler dir egal sind.

Also: Hayden Christensen ist wieder da, und zwar als Anakin Skywalker. Nicht Darth Vader wie in «Obi-Wan Kenobi», sondern tatsächlich Anakin – als ehemaliger Meister Ahsokas in Force-Ghost-Gestalt und in Rückblenden während der Klonkriege. Für Fans wie mich ist das ein Fest. Und vielleicht auch ein kleines bisschen Genugtuung.

Christensen wurde nämlich nach der Prequel-Trilogie jahrelang für seine Darstellung von Anakin Skywalker verspottet und teilweise regelrecht angefeindet. Heute wird derselbe Mann bei jeder Rückkehr mit offenen Armen empfangen. Das hat natürlich auch mit einer Generation zu tun, die mit den Prequels aufgewachsen und inzwischen selbst erwachsen ist.

Trotzdem: Es ist schön, das zu sehen. Noch viel mehr freue ich mich aber darauf, wohin Dave Filoni diese Geschichte offenbar führen will. Denn als Fan der alten «Star Wars»-Romane und -Comics habe ich da so eine Ahnung. Und die ist verdammt vielversprechend.

Disney wirft die «Legends» weg – und bedient sich trotzdem daran

Lass mich etwas ausholen. Bevor Disney 2012 Lucasfilm kaufte, wurde die Geschichte von «Star Wars» längst ausserhalb der Filme weitererzählt. Romane, Comics und Games bauten über Jahrzehnte ein gigantisches sogenanntes «Expanded Universe» auf. Dann kam Disney. Um sich für neue Filme und Serien nicht an Jahrzehnte voller Geschichten halten zu müssen, erklärte Lucasfilm grosse Teile dieses Expanded Universe kurzerhand zu «Legends». Sie existieren weiterhin – nur eben nicht mehr im offiziellen Kanon.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Disney sie ignoriert. Ganz im Gegenteil. Immer wieder holt Lucasfilm Figuren, Ideen und Geschichten aus diesem alten Fundus zurück und interpretiert sie neu. Einer der prominentesten Fälle ist Grossadmiral Thrawn. Der blauhäutige Chiss stammt ursprünglich aus Timothy Zahns Roman «Heir to the Empire» von 1991. Darin übernimmt Thrawn einige Jahre nach dem Tod des Imperators die Überreste des Imperiums und bringt die noch junge Neue Republik beinahe zu Fall.

Alle drei «Thrawn Trilogy»-Bücher.
Alle drei «Thrawn Trilogy»-Bücher.
Quelle: LucasBooks

Das Faszinierende an ihm: Thrawn ist kein Sith. Er kann niemanden mit Machtblitzen grillen, keine Gedanken manipulieren und keine Raumschiffe mit einer Handbewegung aus dem Himmel reissen. Er braucht das alles nicht. Denn Thrawns Superkraft ist sein Verstand. Er studiert die Kultur, Kunst und Geschichte seiner Gegner, erkennt darin Denkweisen und Muster und leitet daraus ihre nächsten Züge ab. Eine Art intergalaktischer Sherlock Holmes – bloss mit einer gewaltigen imperialen Flotte hinter sich.

Und genau diesen Mann hat «Ahsoka» zurück in die bekannte Galaxie gebracht, nachdem er seit der Animationsserie «Rebels», die wenige Jahre vor «A New Hope» beginnt, eigentlich als verschollen galt. Damit könnte Filoni tatsächlich seine eigene Version der dreiteiligen «Heir to the Empire»-Reihe erzählen, die früher als inoffizielle Episoden 7, 8 und 9 galten: Thrawn gegen die junge Neue Republik. Das wiedererstarkende Imperium gegen jene Helden, die glaubten, den Krieg längst gewonnen zu haben. Vielleicht sogar wieder mit Luke, Han und Leia.

Alleine darauf hätte ich schon richtig Bock.

Aber da ist noch etwas.

Was zum Teufel sind die Mortis-Götter?

Am Ende der ersten Staffel steht Baylan Skoll auf einer gewaltigen Statue und blickt in die Ferne. Wer nur die Filme kennt, dürfte sich dabei ungefähr Folgendes gedacht haben:

Hübsche Aussicht.

Die Figuren im Hintergrund – sie gehören zu den machtvollsten Wesen, die «Star Wars» je gesehen hat.
Die Figuren im Hintergrund – sie gehören zu den machtvollsten Wesen, die «Star Wars» je gesehen hat.
Quelle: Lucasfilm / Disney

Wer «The Clone Wars» gesehen hat, dürfte hingegen ziemlich grosse Augen bekommen haben. Denn diese Statuen zeigen drei der geheimnisvollsten Wesen der gesamten «Star Wars»-Mythologie: den Vater, den Sohn und die Tochter von Mortis.

Die drei tauchen in einem der seltsamsten und zugleich faszinierendsten Handlungsbögen der Animationsserie «The Clone Wars» auf. Vereinfacht gesagt verkörpern sie unterschiedliche Aspekte der Macht. Die Tochter steht für das Licht. Der Sohn für die Dunkelheit. Und der Vater hält beide Seiten im Gleichgewicht. Und dann kommt Anakin Skywalker.

Der Vater glaubt nämlich, dass Anakin als Auserwählter dazu bestimmt ist, eines Tages seinen Platz einzunehmen und dieses Gleichgewicht zu bewahren. Anakin entscheidet sich dagegen. Es endet – wie so vieles in Anakins Leben – nicht besonders gut. Aber die Geschichte hinterlässt Spuren. Vor allem bei Ahsoka. Als sie auf Mortis stirbt, überträgt die Tochter ihre verbliebene Lebenskraft auf sie und rettet sie. Seither taucht immer wieder ein geheimnisvoller vogelähnlicher Begleiter namens Morai in Ahsokas Nähe auf, weil er eng verbunden mit der Tochter ist.

Baylan steht nun ausgerechnet vor deren Statuen. Filoni scheint hier einen Handlungsstrang wieder aufzunehmen, der tief in die Mythologie der Macht führt. Vor allem, wenn’s in die Richtung geht, die ich vermute: Denn die drei Mortis-Götter hatten in den alten «Legends»-Geschichten noch ein viertes Familienmitglied: die Mutter, besser bekannt als Abeloth.

In den Romanen war Abeloth das mächtigste Wesen, das je in «Star Wars» existiert hat. Dann wurde «Star Wars» von Disney gekauft.
In den Romanen war Abeloth das mächtigste Wesen, das je in «Star Wars» existiert hat. Dann wurde «Star Wars» von Disney gekauft.
Quelle: Lucasfilm / Disney

Abeloth war einst eine Sterbliche, die zur Familie des Vaters, des Sohnes und der Tochter gehörte, ehe sie sich aus Angst vor dem Tod mit den Kräften der Hellen und Dunklen Seite verband – und dabei zu einem monströsen, unvorstellbar mächtigen Wesen wurde. Gemeinsam gelang es den Mortis-Göttern schliesslich, Abeloth in den Tiefen der unbekannten Regionen der Galaxis einzusperren, dort zu versiegeln und über die Tore ihres Gefängnisses zu wachen.

Nur sind die Mortis-Götter inzwischen tot.

Und genau da wird Baylan Skoll interessant. Seit der ersten Staffel folgt er auf Peridea einem mysteriösen Ruf. Er sucht nach einer Macht, «wie sie sich nie jemand erträumt hatte», mit der er den ewigen Kreislauf aus Aufstieg und Fall, Jedi und Sith, Licht und Dunkelheit durchbrechen will. Abeloth wiederum besitzt in den alten Romanen ausgerechnet die Fähigkeit, andere Wesen über gewaltige Distanzen hinweg telepathisch zu rufen und ihre Gedanken zu beeinflussen.

Zufall?

Vielleicht. Abeloth ist bis heute nicht Teil des neuen «Star Wars»-Kanons und auch der Trailer bestätigt ihre Rückkehr mit keinem Wort. Aber wenn Dave Filoni jetzt tatsächlich diese Tür öffnet, dann wäre Thrawn womöglich nicht einmal das grösste Problem der zweiten Staffel.

Honorable Mention: Endlich «Kingdom Hearts IV»!

Zurück zur D23. Square Enix hat endlich wieder mal was Neues zu «Kingdom Hearts IV» gezeigt und einen Release für Ende 2027 bestätigt. Besonders schön: Sora verschlägt es unter anderem in die Welt von «Coco», wo Miguel und Hector auf ihn warten.

Fast noch überraschender finde ich allerdings, was Disney daneben angekündigt hat: «Kingdom Hearts» bekommt «bald» seine eigene Anime-Serie auf Disney+. Sie soll gemeinsam mit Tetsuya Nomura und Square Enix entstehen und nicht einfach die Spiele nacherzählen, sondern eine neue Geschichte innerhalb dieses ohnehin schon vollkommen wahnsinnigen Universums erzählen.

Als jemand, der noch immer versucht, die Handlung von «Kingdom Hearts» zu verstehen, kann ich nur sagen: viel Glück.

Ferner liefen: viel, viel mehr

Und damit wären wir normalerweise am Ende einer ziemlich gut gefüllten Präsentation. Aber Disney war noch lange nicht fertig. Zum Beispiel gab’s da einen ersten Teaser-Trailer zum kommenden «Star Wars»-Film «Starfighter» mit Ryan Gosling zu sehen. Der Film spielt nach «Rise of Skywalker» und soll sich wie «Top Gun» im Weltall anfühlen. Ganz wilde Gerüchte behaupten, Ryan Gosling spiele in Wahrheit sogar Luke Skywalkers Sohn.

Bei Pixar gab es unter anderem Neues zu «Incredibles 3», bei dem «Elemental»-Regisseur Peter Sohn übernimmt. Auch erste Bilder zu «Coco 2» wurden gezeigt: Miguel ist mittlerweile älter und kehrt erneut ins Reich der Toten zurück. Dazu kommt mit «Gatto» der neue Film von «Luca»-Regisseur Enrico Casarosa – über einen schwarzen Kater namens Nero, der sich in Venedig mit der Katzenmafia herumschlagen muss.

Und tatsächlich wagt Pixar sogar etwas völlig Neues: «Ghost Market» spielt auf Hawaii und dreht sich um einen geheimnisvollen Imbiss für verlorene Geister. Zwischen all den Fortsetzungen ist ein komplett neuer Stoff inzwischen fast schon selbst eine überraschende Ankündigung.

Auch Disney Animation wühlt kräftig in der eigenen Schatztruhe. Zu «Frozen 3» zeigte man einen ersten Teaser-Trailer, genauso wie zu «Zootopia 3». Und zur kommenden Realverfilmung von «Tangled» erzählten die beiden Hauptdarstellenden, dass man in Spanien an sehr realen Orten gedreht habe.

Was noch? Der Live-Action-Film «Lilo & Stitch 2» wurde für 2028 angekündigt, der drölfte «Ice Age»-Film angekündigt, «The Bluey Movie» bekommt ebenfalls einen Film mit neuem Look. Und «The Mandalorian»-Regisseur und Schöpfer Jon Favreau zeigte einen ersten Teaser-Trailer zu seiner neuen Mini-Serie, in der es um Oswald the Lucky Rabbit geht, jenen Cartoon-Hasen, den Walt Disney noch vor Mickey Mouse erschaffen hatte.

Disney weiss sehr genau, was wir lieben

Nach diesem Wochenende bleibt bei mir ein etwas widersprüchliches Gefühl zurück. Einerseits war diese D23 genau jene Form von hemmungslosem Nerd-Fest, bei der ich mich hervorragend unterhalten fühle. «Ahsoka». «VisionQuest». «Doomsday». «Kingdom Hearts». Thrawn. Ultron. Anakin Skywalker. Pixar. Disney hat verdammt viele Knöpfe gedrückt, bei denen mein innerer Zwölfjähriger sofort anspringt.

Andererseits fällt auf, welche Knöpfe Disney drückt. Vor allem bekannte Knöpfe. Kaum neue. Disney besitzt eine der gewaltigsten Schatztruhen der Popkultur. Und diese D23 hat eindrücklich gezeigt, wie bereitwillig der Maus-Konzern hineingreift, sobald er Aufmerksamkeit braucht.

Das muss nichts Schlechtes sein. Eine Fortsetzung ist nicht automatisch ideenlos, genauso wenig wie eine neue Marke automatisch originell ist. «Andor» hat schliesslich bewiesen, was innerhalb einer jahrzehntealten Marke noch möglich ist, wenn jemand tatsächlich etwas zu erzählen hat.

Trotzdem ertappe ich mich bei einer Frage: Wo sind zwischen all diesen Wiedersehen eigentlich jene neue Geschichten, von denen wir heute noch gar nicht wissen, dass wir sie einmal lieben werden? Vielleicht ist «Ghost Market» eine davon. Bis dahin nehme ich aber erst einmal Anakin, Thrawn und die Mortis-Götter.

Ich bin schliesslich auch nur ein Nerd.

Titelbild: «Ahsoka», Season 2 / Lucasfilm

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Ich schreibe über Technik, als wäre sie Kino, und über Filme, als wären sie Realität. Zwischen Bits und Blockbustern suche ich die Geschichten, die Emotionen wecken, nicht nur Klicks. Und ja – manchmal höre ich Filmmusik lauter, als mir guttut.


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