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Produkttest

Softeis zu Hause zapfen mit der Ninja Creami Swirl – lohnt es sich?

Lorenz Keller
24-6-2026
Video: Davide Arizzoli
Bilder: Davide Arizzoli

Mit der Ninja Creami Swirl mache ich nicht nur normales Glace und Sorbet, sondern auch Softeis. Ein cremiger Genuss, der (zu) viel Arbeit kostet.

Da steht sie wieder am Quartierfest: die Maschine mit den drei Zapfhähnen. Links Vanille, rechts Erdbeer – in der Mitte beide Geschmäcker gemischt. Im Umkreis des Softeis-Standes sehe ich viele glückliche (und verschmierte) Kindergesichter. Und ab und zu ein trauriges, wenn die flüssige Masse vom viel zu kleinen Schlabber-Cornet gerutscht ist und nun auf dem Asphalt dahinschmilzt.

Softeis ist für mich eine Kindheitserinnerung: Kein Sommer ohne den zuckrig-künstlichen Vanillegeschmack auf der Zunge und ohne halb gegessene Waffel, die im Abfall landet, weil sie durchweicht an einen nassen Karton erinnert.

Logisch, habe ich mir sofort die Ninja Creami Swirl als Testgerät bestellt, mit der ich Softeis herstellen und mir sogar einen Kindheitstraum erfüllen kann: nämlich selbst das Glace ins Cornet zapfen. Eine emotionale Angelegenheit, wie du im Video sehen kannst.

Kindheitstraum: Softeis direkt in den Mund zapfen.
Kindheitstraum: Softeis direkt in den Mund zapfen.

Der neueste Sommerhit?

Hier im Test starte ich mit den trockenen Fakten. Hersteller Ninja hat ja ein Händchen für Trends. Die Creami gehört seit Jahren zu den meistverkauften Glacemaschinen bei uns im Sortiment. Letztes Jahr kam die Slushie dazu – sie stellt Eisgetränke her und wurde ebenfalls zum Bestseller.

Dieses Jahr soll nun die Creami Swirl zum Sommertrend werden. Der Hersteller bewirbt sie als «13 in 1»-Gerät: Du kannst damit Glace, Frozen Joghurt, Milchshake, Smoothies, Sorbets und viele weitere Varianten herstellen. Schnell merke ich: Im Kern ist das Gerät eine um die Softeis-Funktionen erweiterte Ninja Creami. Ich kann also ganz normal Eis herstellen – und zusätzlich flüssige Varianten.

Im linken Teil der Maschine hat der Hersteller ein Presswerk eingebaut, um eiskalte Masse zapfen zu können. Im rechten Bereich wird das Eis bis zur richtigen Konsistenz gemixt und gemischt. Denn wer das Ninja-Creami-Prinzip kennt, weiss: Das Gerät selbst kühlt Flüssigkeiten nicht herunter wie eine echte Glacemaschine, das muss der Tiefkühler übernehmen.

Links die Gefässe, in der Mitte das Presswerk, rechts der Bereich für die Zubereitung, ganz rechts der Zapfhebel.
Links die Gefässe, in der Mitte das Presswerk, rechts der Bereich für die Zubereitung, ganz rechts der Zapfhebel.

In 22 Schritten zum Softeis

So funktioniert das im Detail: Ich nutze das Grundrezept aus dem beigelegten Büchlein und verrühre Zucker, Magermilchpulver, Rahm, Milch und Vanilleextrakt. Dann püriere ich frische Erdbeeren und mische sie unter. Für weitere Sorten nehme ich stattdessen andere Früchte, Schokolade, Matcha-Pulver, Zitronen- oder Limettensaft oder Vanille.

Mit dem Basisrezept lassen sich ganz viele unterschiedliche Sorten herstellen.
Mit dem Basisrezept lassen sich ganz viele unterschiedliche Sorten herstellen.

Rund 500 Milliliter dieser Masse fülle ich in eines von zwei Gefässen, die Ninja mitliefert. Will ich mehr als zwei Geschmacksrichtungen oder mehr als einen Liter Glace herstellen, kann ich zusätzliche Behälter kaufen – auch von Drittherstellern. Den Behälter mit der süssen Flüssigkeit stelle ich für mindestens 24 Stunden in den Tiefkühler.

Würde ich die gefrorene Masse einfach so essen, stimmt die Konsistenz nicht. Das Glace ist voller Eiskristalle. Und da kommt endlich die Ninja Creami Swirl zum ersten Mal ins Spiel, mit der ich die harte Masse nochmals kräftig durchmixe. Dafür sind ein paar Arbeitsschritte nötig.

Direkt aus dem Tiefkühler stimmt die Konsistenz noch nicht – weder als normales Glace, noch als Softeis.
Direkt aus dem Tiefkühler stimmt die Konsistenz noch nicht – weder als normales Glace, noch als Softeis.

Ich drehe einen grösseren Behälter ab und ziehe ihn aus der Maschine, danach stelle ich den Behälter mit der Eismasse ohne Deckel hinein. Auf den grösseren Behälter schraube ich nun den passenden Deckel, in den ich ein Messer mit vier Klingen einklinke. Den grösseren Behälter drehe ich wieder in die Maschine hinein. Dann wähle ich mit zwei Tasten den passenden Zubereitungsvorgang für Softeis aus.

Diese vier Klingen sorgen dafür, dass die gefrorene Masse die richtige Konsistenz erhält.
Diese vier Klingen sorgen dafür, dass die gefrorene Masse die richtige Konsistenz erhält.

Zwei Minuten lang fräst sich das Messer durch die 15 Zentimeter dicke Eisschicht und verwandelt sie in eine cremige Masse. Die voreingestellte Zeit reicht aber oft nicht. Ist das Softeis zu dick oder der untere Teil noch gefroren, drückt der Zapfmechanismus nichts heraus. Leider prüft die Maschine die Konsistenz nicht selbst und mixt immer gleich lang. Mein Tipp: Lass das Glace nochmals zwei Minuten weiter laufen.

Schön sämig, das Glace ist bereit fürs Zapfen.
Schön sämig, das Glace ist bereit fürs Zapfen.

Sobald die Masse flüssig genug ist, nehme ich das Gefäss heraus, schraube einen weiteren Deckel darauf und spanne das Ganze in den Zapfhahn. Nun noch das Ventil öffnen – dann zapfe ich das Erdbeer-Softeis. Ich habe durchgezählt: Nachdem ich die kalte Masse aus dem Tiefkühler genommen habe, brauche ich 22 kleine Handgriffe, bis ich das Glace schlecken kann. 15 bis 20 Minuten dauert die Prozedur insgesamt – auch ohne nachzuschlagen.

Das beste Softeis

Immerhin: Der Aufwand zahlt sich aus. Das Erdbeer-Softeis ist schön cremig und zerläuft im Mund. Wie bei der Variante von der Chilbi kann ich es schlecken, abbeissen oder schlürfen – oder eine Mischung aus allem. Für mich ist der Fall klar: Die Ninja Creami Swirl macht von der Konsistenz her das beste Softeis, das ich je gegessen habe.

Das Softeis ist mindestens so gut, wie es aussieht.
Das Softeis ist mindestens so gut, wie es aussieht.

Aber nicht nur die Konsistenz überzeugt, sondern auch der Geschmack: sämig, süss und fruchtig. Wow. Das beigelegte Rezeptbuch ist definitiv keine blosse Pflichtübung. Im Gegenteil: Ich habe für einen Kindergeburtstag, für die Familie und fürs Galaxus-Office Softeis produziert. Die Reaktionen fielen immer positiv aus – etwa: «Das ist überraschend gut, mmmhhh, wirklich gut.» Am besten schmeckt es, wenn das Glace direkt in ein Cornet gezapft wird.

Die Eistüten (so offensichtlich der sehr deutsche Namen …) von De Beukelaer sind richtig gut, sie bestehen aus feinem Gebäck. Die Waffelbecher dagegen erinnern stark an die kartonartigen Cornets aus der Kindheit, die auch vom Schokoladen-Überzug nicht gerettet werden können. Zudem sind die Becher viel kleiner als erwartet: so gross wie ein Shotglas.

Das Zapfen macht Spass, das Resultat ist überzeugend.
Das Zapfen macht Spass, das Resultat ist überzeugend.

So viel Arbeit muss ich reinstecken

Die Herstellung allerdings ist viel zu kompliziert. Wer sich vorstellt, die Masse einfach irgendwo reinzuschütten und danach Softeis zu zapfen, wird enttäuscht. Vor allem am Anfang musste ich dauernd die Anleitung lesen: Welcher Schritt kommt als nächstes? Welcher Deckel muss wo drauf?

Das zwei- oder meist eben vierminütige Mixen der Masse ist zudem laut. Ich messe 90 Dezibel. Das hört sich so an, als würde ein Zug durch deine Küche oder dein Wohnzimmer fahren. Gespräche sind da nicht mehr möglich.

Weitere Schwachpunkte: Ich kann immer nur eine Sorte aufs Mal zapfen. Will ich den Behälter wechseln, muss ich den Deckel fürs Mixen und den Deckel fürs Zapfen abwaschen. Zudem sollte ich angetautes Glace nicht wieder einfrieren. Nicht wegen des Geschmacks, sondern weil zwischen Gefässboden und Austrittsöffnung leicht Flüssigkeit einfriert – was das Zapfen erschwert oder verhindert.

Den Deckel mit dem Messer und jenen fürs Presswerk muss ich bei jedem Sortenwechsel abwaschen.
Den Deckel mit dem Messer und jenen fürs Presswerk muss ich bei jedem Sortenwechsel abwaschen.

Nach der Softeis-Party muss ich alles abwaschen. Zum Glück kommen Deckel, Becher und Aufsätze in den Geschirrspüler. Doch vorher abspülen muss ich sie trotzdem, weil der Zapfmechanismus viele Rückstände hinterlässt.

Mehr als nur Softeis

Fairerweise ist die Ninja Creami Swirl nicht nur eine Softeismaschine: Sie kann auch alle anderen Sorten Glace, Sorbet, Frozen Joghurt oder Milchshakes herstellen. Für die Zapffunktion und die vorprogrammierten Menüpunkte für flüssigere Varianten zahle ich rund 100 Franken oder Euro Aufpreis. Die ganz normale Ninja Creami ohne diese Zusätze kostet 200 Franken oder Euro.

Ob dieser Aufpreis gerechtfertigt ist, kommt darauf an, wie begeistert du von Softeis bist. Ich selbst bin hin- und hergerissen. Der Aufwand ist riesig, die Maschine doppelt so gross – aber das Resultat hat alle Testschleckerinnen und Testschlecker überzeugt.

Fazit

Softeis top, Aufwand flop

Mit der Ninja Creami Swirl stelle ich nicht nur normales Glace her, sondern auch Softeis – und zapfe es wie bei den grossen Maschinen direkt ins Cornet. Das macht Spass, und mit dem mitgelieferten Rezept gelingt ausgezeichnetes Softeis.

Allerdings steckt der Weg dahin voller Aufwand. Da die Maschine nicht selbst die Rohmasse mischt, geschweige denn kühlt, muss ich sie 24 Stunden vorher in einer eigenen Schale und mit einem eigenen Mixer vorbereiten und einfrieren. Danach folgen viele Arbeitsschritte, bis ich das Softeis zapfen kann. Dazu kommt, dass der Mixvorgang, der aus der gefrorenen Masse zapffertiges Glace macht, richtig laut ist, die Voreinstellungen nicht immer passen und die Ninja Creami Swirl viel Platz braucht. Ob sich all das lohnt, hängt davon ab, wie sehr du Softeis liebst.

Pro

  • Softeis-Experience
  • gutes Basisrezept
  • optisch und geschmacklich perfektes Resultat
  • viele verschiedene Glace-Arten möglich

Contra

  • komplizierte Abläufe
  • grosses und lautes Gerät
  • nur eine Sorte aufs Mal

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