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Kritik

«The Day I Became A Bird» im Test: verliebter Unsinn mit viel Herz

Kevin Hofer
6-5-2026
Bilder: Kevin Hofer

Was tut man nicht alles für die Liebe. In «The Day I Became A Bird» verwandelt sich der tollpatschige Frank kurzerhand in einen Vogel – nur um das Herz eines Mädchens zu gewinnen, mit dem er noch kein Wort gewechselt hat.

Frank fällt morgens aus dem Bett. Flach auf die Nase. Bevor er zur Schule geht, gibt er seinem Hund Chief eine Scheibe Toast und tanzt kurz vor dem Radio im Hof. Gerade diese kleinen Momente schenken «The Day I Became A Bird» seinen unwiderstehlichen Charme.

Eine Wohnung voller Federn, eine Geschichte voller Gefühle

In den Zimmern schweben goldene Federn. Sie liegen überall. Ich sammle sie ein, während ich Franks Alltag begleite – vom Frühstückstisch über den Schulweg bis ins Klassenzimmer. Ausser einem Erfolg bringt das nichts, doch ich tue es trotzdem, ganz automatisch.

Die Federn, die ich einsammeln kann, haben symbolischen Charakter.
Die Federn, die ich einsammeln kann, haben symbolischen Charakter.

Unterwegs höre ich Dialoge, die an längst vergangene Kindheitstage erinnern: wild, sinnlos, vertraut. Ein Kind behauptet, die Lehrerin habe Tentakel. Ein anderes überlegt, welches Videospiel sie abends spielen will.

Den Gesprächen der anderen Kinder kann ich lauschen – oder sie ignorieren.
Den Gesprächen der anderen Kinder kann ich lauschen – oder sie ignorieren.

Doch Frank kümmert das alles nicht. Er sieht nur Sylvia. Ein introvertiertes Mädchen, das die anderen nicht verstehen und das für Vögel schwärmt. Um ihr näher zu kommen, fasst Frank einen Entschluss: Er wird selbst zum Vogel.

Was folgt, wirkt schräg und berührt zugleich.

Kurz, aber emotional

«The Day I Became A Bird» erzählt seine Geschichte in etwas über einer Stunde. Das reicht völlig. Kein Moment zieht sich, kein Abschnitt wirkt wie Füllmaterial. Das Spiel weiss, was es ist: ein interaktives Bilderbuch mit warmem Humor und echtem Herz.

Frank fällt immer mal wieder.
Frank fällt immer mal wieder.

Vor allem Frank trägt das Erlebnis. Er stolpert, ist naiv und so aufrichtig verliebt, dass man ihn einfach mögen muss. Sein Eifer, sich tatsächlich als Vogel zu verkleiden, wirkt absurd und rührend – eine Metapher für all die seltsamen Dinge, die man für das erste Gefühl tut, ohne es benennen zu können.

Spielerisch simpel, aber nie langweilig

Spielerisch setzt «The Day I Became A Bird» auf Quick-Time-Events, einfache Fetch-Quests und kleine Rätsel zwischen den Kapiteln. Die Minispiele entspannen. Nur eine Aufgabe, bei der ich Formen nachzeichnen muss, verstehe ich nicht sofort. Doch auch das macht Spass – die Fehler-Animationen sind köstlich.

Ein Puzzle zwischendurch macht Spass.
Ein Puzzle zwischendurch macht Spass.

Illustrationen wie aus einem Kinderbuch

Optisch begeistert «The Day I Became A Bird». Der Stil erinnert an ein handgezeichnetes Bilderbuch: Weiche Farben und klare Linien strahlen Wärme aus. Die Illustrationen tragen die Geschichte. Jede Szene wirkt wie eine Seite aus einem Buch, das man als Kind nicht weglegen wollte.

Die Illustrationen sind einfach wunderschön.
Die Illustrationen sind einfach wunderschön.

Der Soundtrack bleibt dezent im Hintergrund und unterstreicht die Stimmung, ohne sich aufzudrängen.

«The Day I Became A Bird» ist seit dem 16. April für PC erhältlich.

Fazit

Tolles, kurzes Erlebnis

«The Day I Became A Bird» bietet ein kurzes, schräges und herzerwärmendes Erlebnis, das mit einfachen Mitteln viel erreicht. Frank bleibt liebenswert: naiv, aufrichtig, komisch. Das interaktive Bilderbuch findet die perfekte Balance zwischen Humor und Gefühl, ohne je kitschig zu werden. Spielerisch bleibt der Titel anspruchslos, aber nie langweilig.

Pro

  • starke Geschichte, ohne viele Worte
  • liebenswerte, einprägsame Hauptfigur
  • wunderschöner Illustrationsstil
  • perfekte Spiellänge

Contra

  • spielerisch anspruchslos

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Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, ist meine Leidenschaft.


Kritik

Welche Filme, Serien, Bücher, Games oder Brettspiele taugen wirklich etwas? Empfehlungen aus persönlichen Erfahrungen.

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