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Ratgeber

Diese 3 Produkte brauchst du beim Waschen nicht

Anna Sandner
3-6-2026

Weichspüler, Duftperlen, Hygienemittel – die Palette an möglichen Zusätzen beim Wäschewaschen ist schier unendlich. Das meiste davon belastet allerdings nur unnötig deine Gesundheit, deinen Geldbeutel und die Umwelt. Auf diese Produkte kannst du getrost verzichten.

Weichspüler für geschmeidige Handtücher. Hygienespüler für keimfreie Wäsche. Duftperlen für den langanhaltenden Frischeeffekt. Dazu noch ein spezielles Wäscheparfüm, damit die Kleidung nach dem Waschen so richtig gut riecht. Hört man auf die Werbung, verbessern all diese Mittel das Wäschewaschen und damit unser Wohlbefinden.

Der Haken daran ist allerdings: Nichts davon reinigt tatsächlich deine Wäsche. Stattdessen legen sich Rückstände ganz verschiedener chemischer Stoffe auf deine Kleidung, die bei jedem Tragen mit deiner Haut in Kontakt kommen und ihr und deiner Gesundheit im Zweifel schaden, von der Umwelt ganz abgesehen.

Was du wirklich brauchst – und was nicht

Eine Waschmaschine braucht im Kern nur zwei Dinge, damit sie deine Wäsche sauber wieder ausspuckt: Waschmittel und Wasser. Entscheidend dabei sind sogenannte Tenside im Waschmittel, die den Schmutz aus dem Gewebe lösen. Außerdem enthält Waschmittel noch Enzyme, die Eiweiße, Fette oder Stärke zersetzen. Sie sorgen dafür, dass auch hartnäckige Flecken wie Blut, Schweiß, Öl oder Butter verschwinden. Zuletzt verhindern noch Wasserenthärter, dass sich Kalk in der Maschine ablagert.

Fertig. Mehr ist zur eigentlichen Reinigung nicht nötig. Alles andere ist Komfort – oder Marketing. Manchmal auch beides.

Drei Produkte, die mehr schaden als nutzen

1. Weichspüler

Spätestens seit den 90ern haben uns Lenor und Co. beigebracht, dass ein Weichspüler der Gipfel des Wäscheluxus ist. Die Botschaft ist klar: Ohne Weichspüler kein Kuschelpullover, kein Wohlfühlmoment, kein Wäschehimmel.

Sobald du dir allerdings vergegenwärtigst, wie Weichspüler funktionieren, sieht es weniger himmlisch aus: Weichspüler hinterlassen auf den Fasern eine hauchdünne Schicht aus weichmachenden Substanzen. Diese Schicht sorgt dafür, dass die Fasern leichter aneinander vorbeigleiten und sich die Wäsche geschmeidiger anfühlt. Gleichzeitig bleiben mit dieser Schicht auch Duftstoffe und andere Inhaltsstoffe auf der Kleidung zurück.

Bei empfindlicher Haut können diese Rückstände Juckreiz, Rötungen oder Ekzeme auslösen. Menschen mit Neurodermitis reagieren besonders schnell. Und selbst wenn du aktuell keine Allergie hast, können synthetische Duftstoffe dein Immunsystem sensibilisieren.

Wenn du dir weichere Wäsche wünschst, brauchst du dafür nicht zwingend einen Weichspüler. Häufig reicht es schon, das Waschmittel korrekt zu dosieren. Zu viel Waschmittel kann Rückstände in den Fasern hinterlassen und die Wäsche unnötig steif wirken lassen. Zusätzlich hilft es, die Wäsche nach dem Waschen gut aufzuschütteln oder im Trockner mit Trocknerbällen aufzulockern. So bleibt sie geschmeidig, ohne dass zusätzliche Weichmacher oder Duftstoffe auf den Fasern zurückbleiben.

2. Hygienespüler

Hygienespüler versprechen «keimfreie» Wäsche, indem sogenannte Biozide wie Benzalkoniumchlorid Bakterien abtöten. Klingt gut, funktioniert auch.

Die entscheidende Frage ist aber nicht, ob Hygienespüler wirken – sondern ob wir diese Wirkung im Alltag überhaupt brauchen. Für die meisten Haushalte lautet die Antwort: nein. Normales Waschmittel entfernt Schmutz und einen Großteil der Keime bereits sehr effektiv. Bettwäsche, Handtücher und Unterwäsche kannst du bei Bedarf zudem problemlos bei 60 Grad waschen.

Mit Hygienespülern bringst du zusätzliche Biozide in den Waschgang ein, ohne einen nennenswerten hygienischen Vorteil zu haben. Diese Stoffe können Haut und Atemwege reizen und gelten als potenzielle Allergene. Im Zweifel handelst du dir damit also ein höheres Allergierisiko ein. Zudem warnen Fachleute davor, Desinfektionsmittel ohne medizinische Notwendigkeit einzusetzen, da dies die Entwicklung resistenter Mikroorganismen begünstigen kann.

Kurz gesagt: Für die normale Alltagswäsche lösen Hygienespüler meist kein Problem, das nicht schon durch Waschmittel und die richtige Waschtemperatur gelöst wird.

3. Wäscheparfüm und Duftperlen

So wie Hygienespüler zusätzliche Biozide auf der Kleidung hinterlassen, sorgen Duftperlen und Wäscheparfüms dafür, dass Duftstoffe gezielt auf den Fasern verbleiben. Die Wäsche soll nicht nur sauber sein, sondern noch Tage oder Wochen intensiv riechen.

Genau darin liegt aber auch das Problem. Duftstoffe gehören zu häufigen Auslösern von Kontaktallergien im Haushalt. In Tests zeigen sich bei einem kleinen Teil der Menschen klare allergische Reaktionen auf bestimmte Duftstoffmischungen. Viele berichten zusätzlich von Beschwerden wie Kopfschmerzen, Atemwegsreizungen oder Hautreaktionen bei stark parfümierten Produkten.

Ein intensiver Wäscheduft ist deshalb kein Zeichen für besonders saubere Wäsche. Er zeigt lediglich, dass nach dem Waschen viele Duftstoffe auf den Fasern zurückbleiben. Besser fährst du mit einem unparfümierten Sensitiv-Waschmittel. Wenn du den Geruch frisch gewaschener Wäsche magst, reicht es meist völlig, die Wäsche nach dem Trocknen gut zu lüften und nicht zu lange feucht in der Maschine liegen zu lassen.

Weniger (Zusätze) ist mehr (Gesundheit)

Am Ende ist Wäschewaschen weniger kompliziert, als es die breite Produktpalette vermuten lässt. Die meisten Zusatzmittel verbessern die Sauberkeit deiner Wäsche nicht, sondern nur ihr Gefühl oder ihren Geruch, erhöhen aber dein Risiko für Hautreaktionen und allergische Beschwerden.

Wenn du es gesund, einfach und umweltschonend halten willst, reichen ein paar Grundregeln:

  • Unparfümierte Waschmittel sind meist die bessere Wahl, besonders bei empfindlicher Haut.
  • Die richtige Dosierung ist entscheidend – zu viel Waschmittel bringt keine sauberere Wäsche, sondern eher Rückstände in den Fasern.
  • Pulverwaschmittel oder Waschmittelblätter können bei sensibler Haut sinnvoll sein, weil sie im Gegensatz zu flüssigen Mitteln ohne zusätzliche Konservierungsstoffe auskommen.
  • Die Temperatur sollte zur Wäsche passen: 40 Grad reichen im Alltag oft aus, 60 Grad bei Handtüchern und Bettwäsche.

Und ganz nebenbei freut sich dein Geldbeutel.

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Wissenschaftsredakteurin und Biologin. Ich liebe Tiere und bin fasziniert von Pflanzen, ihren Fähigkeiten und allem, was man daraus und damit machen kann. Deswegen ist mein liebster Ort immer draußen – irgendwo in der Natur, gerne in meinem wilden Garten.


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