

Incylence: Sportsocken, aber in Farbe
Die farbenfrohen Laufsocken von Incylence fallen auf – auch ich trage sie gerne. Wer hinter der Marke steckt und warum Socken so wichtig sind, erzählt Triathlet und Firmengründer Alexander Siegmund.
Wie kommt jemand auf die Idee, sein Business und einen grossen Teil seines Lebens Socken zu widmen?
Ich treffe Alexander Siegmund, Gründer von Incylence, in seinem Hamburger Büro, als ich ihm diese Frage stelle. Natürlich ist sie ein bisschen provokant gemeint. Denn Läuferinnen und Läufer wissen, wie sich schlecht sitzende Socken auf die Leistung auswirken – von schmerzhaften Blasen bis hin zu ablenkendem Reiben und Rutschen an Bein und Fuss.
Farbtupfer und Funktionalität
Für Alexander ist die Antwort auf meine Eingangsfrage klar. Als begeisterter Triathlet ist ihm seine Ausrüstung wichtig. Nur bei den Socken fehlte ihm lange eine gute Lösung. Schnelltrocknende, funktionale Socken kamen meist langweilig daher. Und bunte Socken waren oft aus langsam trocknender Baumwolle mit lockerem Sitz und deshalb für den Sport nicht geeignet. Sein damaliger Mitbewohner, Maximilian Altenmüller, den er schon seit dem Kindergarten kennt, ermutigte ihn, gemeinsam ein Socken-Start-up zu gründen.

Quelle: Incylence
Als die beiden 2017 begannen, hatten sie ausser der Idee und ihrem Ersparten als Startkapital nichts. Grösstes Manko: Das fehlende Budget für eine Designerin oder einen Designer. Und ohne gestalterische Expertise würden sich die Ideen nicht umsetzen lassen. Glücklicherweise meldete sich Pavel Smidingr auf die Anzeige mit dem Vorschlag: Arbeit gegen Firmenanteile. Er wurde der dritte Gründer und ist, wie die beiden anderen auch, neun Jahre später immer noch dabei.

Quelle: Incylence
«Wir hatten ja keine Erfahrung und mussten uns alles von Grund auf erarbeiten», erinnert sich Alexander. Es dauerte ein dreiviertel Jahr, bis im Juni 2018 die erste Socke fertig war. Das junge Hamburger Unternehmen wollte auf jeden Fall in Europa produzieren. In Italien fand es einen Hersteller, der bereit war, anfangs auch kleine Stückzahlen zu fertigen. Inzwischen gibt es einen weiteren Produzenten in Portugal.
Nun musste ein Name für die Marke her. «Wir wollten Socken für Athleten und Athletinnen machen, die abseits des Rampenlichts morgens vor der Arbeit oder nach Feierabend in der Natur unterwegs sind», erklärt Alexander. Der Name «In Silence» (in Stille) war geboren. Und weil die Gründer Triathlon lieben und den Fahrrad-Aspekt im Namen ebenfalls kommunizieren wollten, einigten sie sich auf Incylence. Der Luchs als Logo verkörpert die Philosophie.
Sportliche Erfolge brachten den Durchbruch
So ganz still ging es allerdings nicht weiter. Die ersten Paar Socken waren aus Italien angekommen, die ersten Bestellungen gingen ein. Von der eigenen Familie und von Freunden. Darunter auch die Profi-Triathletin Daniela Bleymehl (damals Daniela Sämmler). Sie gewann den weltgrössten Long-Distance-Triathlon Challenge Roth. Und plötzlich prangten die unverkennbar bunten Socken auf den Titelbildern renommierter Sportzeitschriften. Die ersten Incylence-Socken waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Mit Vorbestellungen finanzierten die Gründer die nächste Produktion.

Quelle: Incylence
«Das war schon eine wilde Zeit», schmunzelt Alexander. Neben den Vollzeit-Jobs und dem eigenen Training packten die drei Gründer abends und früh morgens im Wohnzimmer Socken-Pakete, kümmerten sich um Bestellungen und entwarfen neue Socken. Nebenbei schrieb Alexander noch seine Masterarbeit.
Neue Modelle für unterschiedliche Ansprüche
Als Triathleten waren den Gründern anfangs ganz dünne Socken wichtig. «Oft ist es beim Training oder bei Wettkämpfen heiss und man kippt sich einen Becher Wasser über den Kopf», erklärt Alexander. Dabei landet auch etwas an den Füssen. Wenn die Socken nicht schnell trocknen, kann es Blasen geben.
Doch Läuferinnen und Läufer fragten nach etwas dickeren Socken und mehr Kompression. Auch hier fand das Incylence-Team eine Lösung. «Wir testen jede Socke so lange selbst, bis wir zufrieden sind», sagt Alexander. Inzwischen umfasst das Sortiment neun verschiedene Modelle, von den ultradünnen über Trailrunning-Socken bis zu den Langlauf- und Wandersocken mit Merino. Neu sind auch Socken mit Reflektionsstreifen für das Joggen in der Dunkelheit dabei.
Für Hobby und Wettkampf
Die Incylence-Socken werden von Weltklasse-Athletinnen wie Laura Philipp getragen. Auch an den Füssen von Hobbysportlerinnen und -sportlern sind sie zu sehen. Beim Joggen in einem Hamburger Park habe ich am Morgen vor dem Interview gleich drei Läuferinnen und Läufer mit den auffälligen Incylence-Socken gespottet.
Ich selbst trage die Socken auch sehr gern: Beim 50-Kilometer-Traillauf war ich überrascht, dass ich trotz zwischenzeitlich nasser Füsse keine Blasen hatte. Beim Langlaufen wärmten die Merino-Socken meine Füsse. Noch besser: Trotz mehrfacher Wäschen sind der Sitz und die Kompression weiterhin wie am ersten Tag.

Quelle: Siri Schubert
Ich muss zugeben, dass ich mein erstes Paar Incylence-Socken wegen der fröhlichen Farben und des frischen Looks gekauft habe. Sie avancierten schnell zu meinen Lieblings-Laufsocken. Hier sind meine persönlichen Favoriten, es gibt aber noch viele weitere Socken in verschiedenen Farben und für unterschiedliche Anwendungszwecke:
Für Alexander ist aus dem Experiment der ersten Tage längst ein Vollzeit-Job geworden. Doch Socken faszinieren ihn immer noch. «Ich hatte schon in der Kindheit einen Socken-Tick», sagt er lachend. Beim Tennis hat er zwei Socken übereinander angezogen und dann oben umgekrempelt, um ein eigenes Farbmuster zu zeigen. Beim Fussball mussten es welche sein, die übers Knie gingen. Und auch jetzt findet er, Socken eignen sich als Statement-Pieces. «Wenn einer einen Anzug ins Büro trägt und dazu farbenfrohe Socken, finde ich das richtig cool», sagt er.
Wenn du noch nach Inspiration suchst, findest du hier weitere Modelle im farbenfrohen Design:
Noch nicht das Richtig dabei? Dann schau dich gerne im weiteren Incylence-Angebot um. Auch wenn du zurückhaltendere Farben suchst, wirst du fündig.
Forschungstaucherin, Outdoor-Guide und SUP-Instruktorin – Seen, Flüsse und Meere sind meine Spielplätze. Gern wechsel ich auch mal die Perspektive und schaue mir beim Trailrunning und Drohnenfliegen die Welt von oben an.
Interessantes aus der Welt der Produkte, Blicke hinter die Kulissen von Herstellern und Portraits von interessanten Menschen.
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